Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 37 (11.9.1925)
- Date
- 1925-09-11
- Page
- Seite 714 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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714 Das Jüdische Echo Nr. 37 Reproduktion der ersten Pessaeh-Haggadah. Die Haggadah des Gerschom Kohen, gedruckt zu Prag im Jahre jüdischer Rechnung 5287 (1526) ist die älteste illustrierte und gedruckte Haggadah. Nur drei Exemplare sind von ihr erhalten, eines befindet sich in der Stadtbibliothek zu Frankfurt am Main, eines im British Museum zu London und eines in Amerika. Diese berühmteste alte Haggadah wurde nun von dem Verlag Josef A 11 m a n n- Berlin, in einem buchstabengetreuen Neudruck reproduziert. Herausgeber ist Prof. Dr. Heinrich L o e w e , der zu der Haggadah eine Einleitung geschrieben hat. in der er ihre Geschichte eingehend erzählt und den eigenartigen Buchschmuck ausführlich beschreibt. Preise: geb. in einem schönen starken Pappband Rm. 15.—, 200 Exemplare wurden auf starkem Japan-Bütten gedruckt und numeriert. Der Preis dieser Ausgabe in Halbpergament geb. beträgt Rm. 30.—. * Ein hebräisches Gebetbuch für Blinde. Budapest (J.T.A.). Im Budapester jüdischen Blindeninstitut, einer Stiftung der Industriellenfamilie Wechselmann, fand vorige Woche die diesjährige Schlußfeier statt. Tiefen Eindruck erweckte es bei den zahlreichen, zum großen Teil aus Fachmännern bestehenden Gästen, daß die Zöglinge die hebräischen Gebete aus dem von der Jüdischen Gemeinde herausgegebenen hebräischen Gebetbuch für Blinde fließend ablesen konnten. Anstaltsdirektor Simon Adler machte die interessante Mitteilung, daß das im Budapester jüdischen Blindeninstitut gebrauchte hebräische Gebetbuch das erste hebräische Buch für Blinde in der ganzen Welt ist. Die ausgezeichneten Erfolge, die rrü diesem Buch in Budapest erzielt wurden, haben nun auch die Leiter der jüdischen Blindenanstalten in anderen Ländern veranlaßt, an die Herausgabe hebräischer Lehrbücher für Blinde zu schreiten. * Sämtliche hier besprochenen und angezeigten Bücher und Druckwerke sind in der Ewer-Buchhandlung, München. Ottostr. 2. vorrätig zu haben bezw. durch sie zu beziehen. Konferenz des Welthechalutz Der deutsche Hechaluz. Wien (J.T.A.). Auf der dieser Tage in Wien abgehaltenen Konferenz des Welthe chaluz waren die folgenden Landesverbände vertreten: Polen, Galizien. Rumänien. Litauen, Lettland. Deutschland, Tschechoslowakei und Österreich. Die beiden Chaluzorganisationen Rußlands hatten aus technischen Gründen keinen Delegierten entsenden können. Im Namen des Zentralbüros erstattete Bogdan o w s k y den Bericht über die abgelaufene Periode, dem zu entnehmen ist. daß sich seit der Danziger Konferenz (September 1924) die Bewegung in unvorhergesehenem Maße in allen Ländern ausgedehnt habe. Die Verbindung mit dem „Brith Hanoar“, der über 40 000 Mitglieder umfaßt, wurde hergestellt. Bei seiner praktischen Arbeit fand das Zentralbüro finanzielle Unterstützung seitens des Joint und der Welthilfskonferenz. Bankower (Polen) berichtet, daß seit September 1924 der polnische Hechaluz von 8000 auf 13 600 Mitgliedern angewachsen ist, davon sind 30 Prozent Mädchen. Es bestehen 476 Ortsgruppen. Tuchmann (Galizien) teijt mit, daß der galizische Hechaluz 3100 Mitglieder zählt, davon ein Drittel Mädchen. Glanz (Rumänien) berichtet* daß der dortige Hechaluz 25 Ortsgruppen und Kwuzoth mit 750 Mitgliedern zählt. Ascher (Deutschland) teilt mit: Der deutsche Hechaluz zählt 1003 Mitglieder gegen 604 im März 1924. 26 Proz. sind Mädchen. 486 Mitglieder stehen in landwirtschaftlicher Ausbildung. Es gibt 50 Ortsgruppen und Kwuzoth. Die eigene Lehrfarm Halbe entwickelt sich sehr gut und erhält sich selbst. Das Getreide wurde von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft als Mustersaatgut anerkannt. Die Htihnerzucht-Farm S c h i 1 d o r f ist eine der größten deutschen Zuchtfarms. Die Tischlerei in Magdeburg erhält sich fast selbst. Neu geschaffen wurden eine Maurerkwuzah und eine Betonarbeiterkwuzah. Leo Kaufmann (Österreich) teilt mit, der österreichische Hechaluz hat sich seit September 1924 von 160 auf 703 Mitglieder erweitert, davon sind 398 Landwirte. Botnutzkv (Litauen): Der litauische Chaluz zählt 818 Chawerim, davon 45 Prozent Chaluzoth. Frischer (Tschechoslowakei) berichtet, daß sich der tschechische Chaluz von 160 im vergangenen Jahre auf 420 vermehrt habe. Vom jüdischen Turn- und Sportfest in Wien (Von unserem Spezialberichterstatter.) Gleichzeitig mit dem XIV. Zionisten-Kongreß tagte in Wien der Ma'kkabi -W eltverb a n d. Um der breiten Öffentlichkeit und besonders den Juden aus aller Welt einen Begriff von der Arbeit und dem Können der einzelnen Verbände bezw. Vereine zu geben, sollte den Abschluß dieser Tagung ein großes jüdisches Turn- und Sportfest bilden. Da in allen Sportzweigen Wettkämpfe zur Ausschreibung gelangten, herrschte denn auch ein reges Leben, zumal die Beteiligung in den einzelnen Gruppen recht stark war. Neben den Kampfvorführungen im Fechten, Turnen, Fußball, Tennis, Hokey, Leicht- und Schwerathletik zeigten manche Abteilungen ihr Können noch in Mustervorführungen. Über die einzelnen Leistungen zu sprechen, würde zu weit führen. Ich möchte es aber nicht unterlassen, der teilweise recht guten Resultate Erwähnung zu tun, besonders denen in der Leichtathletik und im Turnen. Dr. Görög, tschechoslovakischer Meister vom Makkabäa Bratislava, erreichte beim Diskuswerfen fast die 40 m-Grenze und bewies damit, daß er seinen Meistertitel mit Recht trägt; S. LEVINGER MÖNCHEN Bayerstraße 25 Pfisterstraße 6 am Hauptbahnhof am Platzt Zigarren / Zigaretten Rauchtabake Das Haus für feineTabakerzeugnisse