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Das jüdische Echo · 1925-08-28 · 35 (28.8.1925) · p. Seite 684

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
35 (28.8.1925)
Date
1925-08-28
Page
Seite 684 (sequence 20)
Language
German
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684 Das Jüdische Echo Nr. 35 des Kongresses willkommen hieß. Er bezeichnete sie als eine sehr wichtige Tagung, die von nicht geringerer Bedeutung sein werde als die Arbeiten des 14. zionistischen Kongresses, von dem der Redner erklärte, daß er als ein epochemachender, von weltgeschichtlicher Bedeutung, zu werten sei. Es sei als ein großes Glück für die Judenheit zu bezeichnen, daß die seinerzeitigen Bestrebungen, die Juden in kleinen, wenn auch zahlreichen Siedlungen über das Gebiet der Vereinigten Staaten zum Beispiel zu verteilen, von dem gesunden Instinkt des jüdischen Volksverstandes abgelehnt wurden und daß es die Entwicklung mit sich brachte, die der Judenheit in Newyork die größte geschlossene Siedlung der Welt geschenkt hat. In Newyork hat die Judenschaft zwar nicht die Mehrheit, aber sie ist eine große Minderheit und sie kann bei allen politischen Wahlen ihr Gewicht voll und ganz in die Wagschale werfen; sie bildet daher einen Faktor, mit dem alle Parteien der Vereinigten Staaten rechnen. Nach ihm ergriff, stürmisch begrüßt, der Präsident des Zionistischen Aktionskomitees, Prof. Dr. Chajes, das Wort. Die Frauen, führte er aus, und besonders die jüdischen Frauen, sind von Haus aus konservativ und stärker den Gefahren der Assimilation ausgesetzt, weil sie weniger Waffen zur Verfügung haben, mit denen sie sich zur Wehr setzen können. Worauf es nun ankommt, das ist, den Frauen die geistigen Waffen zu bieten, mit denen sie nicht nur den Kampf gegen das Leben an sich, sondern auch den Kampf gegen sich selbst zu führen in der Lage sind, welch letzterer besonders notwendig erscheine, um sie für ein Leben in einer kämpferischen Bewegung zu stählen. U s s i s c h k i n wandte sich im Namen des Jüdischen Nationalfonds an die jüdischen Frauen, die die getreuesten Truppen im Kampfe unserer Bestrebungen sein müßten. Es sprachen noch Prof. W a r b u r g über die Notwendigkeit der landwirtschaftlichen Erziehung, Dr. Eder (London), Miß Henriette S z o 1 d als Präsidentin der Hadassah, Dr. Löwenherz namens der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde und Frau Erna P a t a k im Namen der Organisation Zionistischer Frauen Österreichs. Mit der Absingung der jüdischen Nationalhymne schloß die feierliche Eröffnungssitzung. Der Weltkongreß der sephardischen Judenheit Wien. (J.T.A.) Am 15. August spät abends wurde im» türkischen Tempel zu Wien der erste Weltkongreß der sephardischen Judenheit unter großen Feierlichkeiten eröffnet. Der Tempel war märchenhaft illuminiert und mit Blumengirlanden geschmückt. 300 Delegierte sephardischer Gemeinden in vielen Teilen der Welt, sowie zahlreiche Gäste waren anwesend. Einzelne Gemeinden, wie z. B. in Yemen und Persien, wo die Juden starken Verfolgungen ausgesetzt sind, konnten keine Delegierten senden und sandten tiefbewegte Begrüßungsschreiben. Der Präsident der Zionistischen Weltexekutive, Herr Nahum S o k o 1 o w , der als Präsident des 14. Zionistenkongresses ausersehen ist, übermittelte der sephardischen Judenheit die Grüße der Zionistischen Organisation und drückte die Hoffnung aus, daß der Sephardin-Kongreß eine Vertretung zum 14. Zionistenkongreß entsenden wird. Im Namen des Sephardin-Kongresses erwiderte Leon C h a i m, die Sephardirrt seien bereit, mit der Zionistischen Organisation zusammenzuarbeiten, aber ohne Unterordnung unter dieselbe. Begrüßungsansprachen hielten dann der Oberrabbiner von Jaffa, Uziel, der Leiter des Jüdischen Nationalfonds M. M. U s s i s c h k i n , der Präsident des Jüdischen Nationalrates Palästinas, David Y e 11 i n , und ein Vertreter der österreichischen Judenheit. Rabbi Uziel sprach den Wunsch aus, die Arbeit des ersten sephardischen Weltkongresses möge eine Epoche einleiten, in der der alte Ruhm der sephardischen Judenheit wieder erstrahle. David Yellin führte aus, der noch in der Asche glimmende Funken möge wieder zur Flamme entfacht werden, die der sephardischen Welt den neuen Weg zeige. Vereinigung Poale Zion und Zeire Zion Nach zehntägigen Verhandlungen wurde am 21. August die Vereinigung der zionistisch-sozialistischen Arbeiterparteien Poale Zion und Zeire Zion formell proklamiert. Der neue Verband wird den folgenden Namen führen: „A 11weltlicher Jüdischer Sozialistischer Arbeiterverband Poale Zio n.“ Die Vereinigung bedeutet einen weittragenden organisatorischen Aufschwung des sozialistischen Zionismus. Vertreter anderer Jugendverbände, wie „Haschomer Hazair“ in Rußland, „D r o r“ in Polen u. a. m. haben ihren Anschluß an die neue Organisation erklärt. Die Poale Zion zählen über 18 000 organisierte Mitglieder in Palästina, Amerika, Argentinien, Polen, Rumänien, England, Deutschland, Österreich, Schweiz, Holland, Belgien, Frankreich und Jugoslavien. Die Zeire Zion sind meist in Rußland und in den ehern, russichen Randstaaten vertreten. Hebräische Kurse München Die Kurse der Hebräischen Sprachschule München beginnen wieder am 1. September und zwar (Änderungen Vorbehalten): 1. Anfängerkurs für solche, die bisher noch nicht an den Kursen teilgenommen haben: Montag und Mittwoch abends 6—7.30 Uhr. Vorkenntnisse aus dem Religionsunterricht in den Schulen. (Dieser Kurs wird nur bei genügender Anzahl von Teilnehmern eröffnet.) 2. Anfängerkurs (bisherige Kurse Ia und Ib): Dienstag und Donnerstag abends 6—7.30 Uhr. Vorkenntnisse: Rath, Sfath amenu, Lektion 1—20. 3. Mittlerer Kurs (bisherige Kurse Ha und Ilb): Dienstag und Donnerstag abends 7.30—9.30 Uhr. Beginn: Dienstag, 1. September. Vorkenntnisse: Gordon, Halaschon 1. Teil. 4. Oberkurs (bisheriger Kurs III): Montag und Mittwoch abends 7.30—9.30 Uhr. Beginn: Mittwoch, 2. September. Vorkenntnisse: Fichmann, Perakim Rischonim 2. Teil. Die Kurse finden wie bisher im Klublokal, Ottostraße 2, statt. Diejenigen Teilnehmer, die mit ihrem Schulgeld noch aus dem vorigen Schuljahr im Rückstand sind, werden gebeten, ihre Schuld bis spätestens 1. September im Klublokal, Ottostraße 2 (geöffnet nachmittags 3—6 Uhr), zu begleichen. Kauft bei den Inserenten des „Jüdischen Echo“.

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