Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 27 (3.7.1925)
- Date
- 1925-07-03
- Page
- Seite 548 [547] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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548 Das Jüdische Echo Nr. 27 Trotz dieser Umstände übernahm es der Jüd. Kulturverein, am Mittwoch, den 24. Juni 1925 im Bibliotheksaal für Herrn Opernsänger M. Sakas'c hansk y und Frau H. Lehmann- Sakaschansky einen Liederabend zu arrangieren. Der Besuch war gut. Das Programm war reichhaltig. Hs kamen Volkslieder, Lieder bekannter jüdischer Komponisten und von S. selbst komponierte Lieder zum Vortrag. Aus vollem Material schöpfend, sang Herr S. technisch gut und mit klangvoller Stimme. In den mittleren Lagen besonders zeigte sich S. als Meister. Er sprach zu ums in der Sprache seiner Seele und seine Begabung, gepaart mit voller Hingebung, vermochten sofort den Kontakt mit dem Publikum herzustellen. Frau H. Lehmann- Sakaschansky’s Auftreten war ein Sieg auf ganzer Linie. Wohl selten hatte das hiesige jüdische Publikum Gelegenheit, unsere Volkslieder so technisch vollendet singen zu hören. Die Atem- Technik ist gut. Die Herzlichkeit, mit der sie vortrug, riß die Zuhörer zur Begeisterung hin. Ihre nicht sehr große, aber glockenreine Stimme zeigte Frau L.-S. in vollem Lichte. Mit feinem Begleitungsgefühl meisterte Herr Kapellmeister Josef Ziegler den Klavierpart. Er übernahm stellenweise die Führung, jedoch in vornehm zurückhaltender Weise. Seiner Mitwirkung hatte der künstlerische und moralische Erfolg des Abends viel zu danken. Josef L ö w y trug ein selbstverfaßtes, poetisch tief angelegtes Gedicht, mit schönem Empfinden vor. Stürmisch begeisterter, langanhaltender und wohlverdienter Beifall dankte den Künstlern des Abends. a. g. Jüd. Kulturverein J. L. Perez, München. Samstag, den 4. Juli 1925 abends 9.30 Uhr im kleinen Sitzungssaal der Gemeinde, Herzog Maxstraße 5 Rückgeb. (I. Stock): Kursabend für jiddische Sprache und Literatur. Bar Kochba, München. Bei ihrer letzten Sitzung hat die Vorstandschaft unter anderem beschlossen, zur Ergänzung des Turnbezw. Sportbetriebes an den Sonntagen Fahrten regelmäßig stattfinden zu lassen. Mit der Führung derselben wurden Frl. Camilla Hohenberger und Herr Leo Fleischer betraut. Die Mitglieder werden gebeten, sich an den Fahrten immer zu beteiligen, umsomehr, als derartige Veranstaltungen schon früher im Bar Kochba sich als Mittelpunkt unseres Vereinslebens bewiesen haben und wesentlich zur Förderung der Gemeinschaft beitragen werden. Gäste willkommen. Die erste Fahrt findet am 5. Juli statt. Treffpunkt: 8 Uhr Ostfriedhof, mit Billet nach Grünwald. Rückkehr zirka 9 Uhr. Proviant mitnehmen. Die Vorstandschaft. Jüdischer Gesangverein München. Der Ausflug, der infolge schlechten Wetters unterbleiben mußte, findet bei gutem Wetter am Sonntag, den 5. Juli’, statt. Treffpunkt 7.30 Uhr Holzkirchner Bahnhof, mit Sonntagskarte nach Miesbach. Abfahrt 8.12 Uhr. Nachzügler können um 9.40 Uhr nach Thalham fahren, wo sie um 11 Uhr an der Bahn abgeholt werden. Proviant, Klampfen, Bälle und Badezeug ist mitzunehmen. Rückkunft etwa halb 10 Uhr. Zionistische Ortsgruppe München. Das Büro ist bis auf weiteres täglich nur von 3—6 Uhr geöffnet. Große Mädelsgruppe des J. J. W. B. München. Treffpunkt Snntag, 5. Juli, 6.45 Uhr Hauptbahnhof unter der großen Uhr. Heimabend. Dienstag, 7. Juli, 8 Uhr Herzog Maxstraße 5. Berlin. Den Bemühungen der Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes in Berlin ist es gelungen, außer den bereits bestehenden Wohnheimen für berufstätige Mädchen ein solches für Mädchen, die zum Zwecke einer Berufsausbildung sich in Berlin befinden (Studentinnen, soziale Frauenschülerinnen, Kindergärtnerinnen usw.) zu schaffen. Das Heim, das nach modernen Grundsätzen eingerichtet ist und verwaltet wird, wird vielen Mädchen, die sich studienhalber in Berlin aufhalten, sehr willkommen sein. Die Kosten betragen für Wohnung und Verpflegung M k. 7 0.— m o n a t li c h. Meldungen sind zu richten an: Frau Bertha Falkenberg, Berlin N. 54, Lottumstr. 22. Berlin. Wir werden um Veröffentlichung des folgenden Appells gebeten:, Wie bekannt, unterhält der M i s r a c h i zwei Lehrgüter, auf denen seit längerer Zeit religiös eingestellte Chaluzim und Chaluzoth in allen Zweigen der Landwirtschaft, Gartenbau, Milchwirtschaft, Geflügelzucht etc. aüsgebildet werden. Doch reichen die zur Verfügung stehenden Lehrstellen nicht aus, um die große Zahl von Jungen und Mädchen, die auf rituelle Verpflegung und Halten des Schabbos reflektieren, unterzubringen. Wir sehen uns genötigt, in allernächster Zeit neue Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen, sei es durch Gründung eines neuen Lehrgutes, durch Unterbringung einzelner Jungen und Mädchen bei jüdischen Landwirten, in Gärtnereien oder durch Schaffung sogenannter Bauernzentren, d. h. Unterbringung einzelner Eleven auf verschiedenen, sich räumlich naheliegenden Bauernwirtschaften, so daß diese jungen Leute dann die Hauptmahlzeiten gemeinsam einnehmen können (eine Chaluzah übernimmt die Wirtschaftsführung) oder, wenn sich in der Nähe ein koscheres Restaurant befindet, sie dort speisen und in ihrer freien Zeit Zusammenkommen. Wir richten an alle jüdischen Landwirte, die irgendwelche Möglichkeit sehen, junge Leute zur Ausbildung und Mithilfe bei sich aufzunehmen, an alle unsere Freunde, die durch reges Interesse und tatkräftige Hilfe unser Werk fördern wollen, die dringende Bitte, sich sofort mit dem Centralbüro des deutschen Misrachi, Berlin N. 24, Monbijouplatz 1, in Verbindung zu setzen. Uns wurde eine Tochter geboren MAX W. KOBER und Frau ANNY, geh. Fränkel Berlin-Grunewald, den 28. 6. 1925 Hagenstr. 27 6. Tammus 5685 Stellenvermittlung und Berufsberatungsstelle Herzog Maxstrasse 7/o Wir suchen Stellen für: Kinderpflegerin, Stütze zu älterer Dame oder Herrn, Verkäuferin a d. Kurz-, Weiss-, Woll-, Möbelu. Zigarrenbranche, Stenotypistin, Reisenden a. d. Sportartikelbranche, Äusgeher, Korrektor, Kassier und Buchhalter. Ferner: Privatstunden in allen Schulfächern, Schreibarbeit auch für Maschine und Näharbeit aller Ärt, besonders auch Ausbessern von Herrenkleidern.