Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 25 (19.6.1925)
- Date
- 1925-06-19
- Page
- Seite 507 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 25 507 Das Jüdische Echo J. L. P e r e z „Der kranke Knabe“ mit warmem teilweise ergreifenden Ausdruck, wobei man nur die Empfindung hatte, daß das jiddische Original noch größere Wirkung auslösen müßte. Den Schluß des Abends bildete die Aufführung eines von dem Vereinsmitgliede M. Goldberg, einem jungen Tonkünstler komponierten Quartetts für Flöte,.Violine, Viola und Cello. Das Werk erfreute durch frische Erfindung, charakteristische Themen, die in bemerkenswerter Formgewandtheit verwendet werden. Aus dem Romantischen sich herleitend, verschmäht es auch moderne Modulationen nicht, namentlich versteht es der Komponist durch klanglich reizvolle Kombinationen Wirkungen zu erzielen. Auf die weitere Entwicklung des jungen Tonsetzers darf man mit Recht gespannt sein. Die Aufführung (zu obigen Herren gesellt sich noch Herr Saposchnik, Cello)war wohl vorbereitet und löste allseitig berechtigten warmen Beifall aus. F. Jüdischer Jugendverein München. Morgen, Sonntag, findet das bereits angekündigte große S o m m e r f e s t mit T a nz im Bühnensaal des Franziskaner über der Klause bei Harlaching (Haltestelle Ysenschmidtstr.) statt. Das in großem Stile angelegte Fest beginnt für die jüngeren Mitglieder und Freunde bereits am Nachmittag mit einem Ausflug (Trupp I um 3 Uhr am Isartalbahnhof, Trupp II um 5 Uhr in Hellabrunn, Endstation der Linie 20), während die älteren Mitglieder und Gäste, sowie diejenigen, welche am Nachmittag verhindert sind, sich um 8 Uhr am Ostfriedhof zur gemeinsamen Fahrt zum Franziskaner treffen. Das Abendprogramm beginnt mit ernsteren Musik- und Rezitationsdarbietungen, worauf der Tanz (eigene Kapelle) zu seinem Recht kommen wird. Der Ausflug findet nur bei gutem Wetter, die Abendfeier bei jeder Witterung statt. Für Trambahnextrawagen um 1.30 Uhr ist Sorge getragen; ein Teil der Festteilnehmer zieht im Fackelzug nach München. Der Eintrittspreis inkl. aller Gebühren sowie Programm ist auf M. 1.50 im Vorverkauf (bis Samstag nachm. 5 Uhr nur noch bei Eichholz und Schönfeld, Schellingstr. 48) und M. 2.— an der Abendkasse festgesetzt. Für Verpflegung (Büffet) ist gesorgt. Es wird um helle Sommerkleidung ersucht. Wie in letzter Stunde mitgeteilt wird, hat sich Herr Ernst N u ß b a u m bereit erklärt, im Rahmen des Abendprogramms Ernstes und Heiteres zu rezitieren. Große Mädelsgruppe des J. J. W.-B. München. Sonntag, 21. VI.: 7.30 Ostbahnhof. Heimabend Dienstag, 23. VI, 8 Uhr Herzog Maxstr. 5. Bar Kochba München. Leichtathletik-Abt. Das Training der L.-A. nimmt seinen Fortgang. Wir beabsichtigen in nächster Zeit ein Sportfest, bei welchem die internen Meisterschaften ausgetragen werden sollen. Die Leitung. Bar Kochba München. Turnzeiten: Dar Dienstag von 7.30—9 Uhr, die Herren Mittwoch von 7—9 Uhr, die Mädchen Mittwoch von 5—7 Uhr und die Knaben Dienstag von 6—7.30 Uhr jeweils in der Schule an der Herrnstraße. Wir ersuchen die Mitgliedsbeiträge mitzubringen. Die Vorstandschaft. Bamberg. Am 27. Mai fand die diesjährige ordentliche Generalversammlung der Z. O.-G. Bamberg statt. Der Vorstand und der N.F.-Kommissar erstatteten eingehende Berichte über die Tätigkeit im Vereinsjahre. Aus dem Bericht des N.F.-Kommissars ging hervor, daß seit März 1924 über 4600.— Mark gesammelt wurden. Dieser Betrag wurde aufgebracht durch 223 Spender in Bamberg-Stadt und 299 Spender auf dem Land. Es wurden im ganzen 40 Landgemeinden besucht. In den Vorstand wurden neubezw. wiedergewählt: 1. Vorstand: Dr. S. Weichselbaum, Kassier und Schriftführer: Alfred Katz, N.F.-Kommissar Ludwig Schmidt, Jul. Blum als Vertreter des Blau-Weiß, Jul. Strauß als Beisitzer An die Versammlung schloß sich ein Referat von Herrn Siegfried Stern- Erlangen über seine Palästinareise an. Karlsruhe. Über das Thema: „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Ostjuden in Deutschland“ sprach am Sonntag, den 7. Juni d. J. einer der Führer der Ostjuden in Bayern, Herr Herrn. Messinger - Nürnberg. Die Versammlung war vom Verband der Ostjuden in Karlsruhe einberufen und sehr gut besucht. Der Referent führte u. a. aus: Die Vergangenheit der Ostjuden in Deutschland versprach keine guten Aussichten für die Zukunft. Bis 1914 stellte sich die ostjüdische Gemeinschaft keinerlei politisch-kulturellen Aufgaben zur Lösung, sie begnügte sich mit der Fortsetzung der allein religiösen Lebensführung. Die damaligen Beziehungen zwischen Ost und West waren keine gespannten. Erst der Krieg brachte in dieser Hinsicht eine Änderung. Die Lage der Ostjuden zur Zeit ist katastrophal, ihr Zusammenschluß eine brennende Notwendigkeit. Der Redner, welcher die Lage der Ostjuden in weitem Umfang beleuchtete, schloß mit einem mächtigen Appell, die Front der Ostjuden zu stärken. Die Zuhörer spendeten langanhaltenden Beifall. In der Diskussion sprach Herr Schriftsteller Josef Holländer, welcher die kulturellen Aufgaben des Verbandes der Ostjuden eingehend behandelte. Die ostjüdische Jugend muß es sich zur Hauptaufgabe stellen, die so stark eingeschlagene Assimilation in den ostjüdischen Reihen zu bekämpfen. Die beste Waffe ist die Hebraisierung, das jüdische Buch und eine Erziehung, die im Einklang mit dem ganzen geistigen Gehalt des modernen Ostjudentums stehen muß. Der Abend war sehr eindrucksvoll und wird der ostjüdischen Arbeit in Karlsruhe reiche Früchte bringen. Menachem. Berlin. Von dem Jüdischen Frauenbund wird uns mitgeteilt: In Niendorf a. d. Ostsee wurde am 1. Juni ein Erholungsheim für Sozialbeamtinnen eröffnet.. Das Heim bietet einen sehr behaglichen Aufenthalt bei einem Pensionspreis von M. 4.50 pro Tag. Meldungen für die Sommermonate werden möglichst bald an die Geschäftsstelle des Jüdischen Frauenbundes, Berlin C. 2, Rosenstraße 2/IV erbeten. Sprechsaal „Der junge Jude“. Zu der Erwiderung Dr. R o s n e r s auf meinen Aufsatz in der letzten Nummer des „Echo“ kann ich nur bemerken, daß es zwecklos und fruchtlos wäre, näher darauf einzugehen — die Basis der Anschauung ist so grundverschieden, daß ein Näherkommen fast aussichtslos ist. Nur ein einziger Punkt soll kurz berührt werden: Dr. Rosner schreibt über die „pure Selbst-