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Das jüdische Echo · 1925-06-12 · 24 (12.6.1925) · p. Seite 483

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
24 (12.6.1925)
Date
1925-06-12
Page
Seite 483 (sequence 19)
Language
German
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Nr. 24 483 Das Jüdische Echo Ein Berliner Komitee zur Förderung der Hebräischen Universität in Jerusalem Dieser Tage fand in Berlin eine Besprechung führender jüdischer Akademiker über die Universiläf statt, zu der ein vorbereitender Ausschuß von prominenten Männern der Wissenschaft Einladungen hatte ergehen lassen. Unter den Erschienenen bemerkte man von führenden Medizinern die Herren: Prof. Dr. J. Israel, Prof. Dr. Citron, Prof. Dr. E h r m a n n, Prof. Dr. L a n d a u , Prof. Dr. Bosen stein, Geheimrat B o s i n. Von führenden Berliner Juristen waren erschienen die Herren: Senatspräsident Dr. Stern, Geh. Justizral Dr. Fuchs, Geheimrat Timendorfer und Justizral Dr. Magnus. Von Vertretern der Gci- .sleswissenschaften waren die Herren Prof. Dr. Gotthold Weil, Rabbiner Dr. B a e c k , Prof. Dr. B a n e t h , Prof. Dr. S c h u r und Prof. Dr. E 1 - bogen erschienen. Den Vorsitz führte Prof. Dr. Citron. Nach einleitenden Referaten der Herren Rabbiner Dr. B a e c k und Prof. Dr. Citron fand eine Aussprache über die Möglichkeiten der Förderung der Universität durch die deutschen Juden und insbesondere durch die jüdischen Akademiker in Deutschland statt. Es wurde einstimmig beschlossen einen Verband jüdischer Akademiker zur Förderung der Universität Jerusalem zu gründen, der in eine naturwissenschaftliche medizinische, juristische und geisteswissenschaftliche Sektion zerfallen und der die Universität sowohl durch geistige Mitarbeit, wie durch materielle Werbearbeit unter den deutschen Juden fördern soll. Es wurde im Laufe der Besprechung von verschiedener Seite betont, daß es sich hier um eine große kulturelle Aufgabe handle, an der Juden aller Richtungen in gleichem Maße mitzuwirken berufen seien, und daß insbesondere die jü- Literarisches Echo Eingelaufene Bücher. „Vom Sinn des Judentums“, ein Sammelbuch zu Ehren Nathan Birnbaums. Broschiert, 327 Seiten, Hermon Verlags-Aktiengesellschaft, Frankfurt a. M. Rudolf Seiden. Ein unerschöpflicher Naturschatz in Palästina (Die chemische Industrie und ihre Möglichkeiten am Toten Meere). Broschüre, Verlag S. Insel, Wien X, geh. GM. —.50. Rudolf Seiden. „Pro Zion!“ Broschüre, Verlag S. Insel, Wien, geh. GM. 1.—. Arnold Zweig. „L e s s i n g , Kleist, Büchner“. J. M. Spaeth Verlag, Berlin, geh. GM. 4.50, In Leinen geb. GM. 6.50. Arnold Zweig. „Frühe Fährte n“. . J. M. Spaeth Verlag, geh. GM. 4.—, in Seiden-Satin geb. GM. 5.—. * Am 29. Mai beging der Rabbiner und Dozent Dr. Ludwig A. Rosenthal in Berlin seinen siebzigsten Geburtstag. Rabbiner Dr. Rosenthal ist der kannte Talmudgelehrte, Verfasser des dreibändigen Werkes „Über den Zusammenhang, die Quellen und die Entstehung der Mischna“. Aus eingehenden philosophischen Studien entstanden die Werke „die monistische Philosophie“ und „Lazarus Geiger“. Großes Aufsehen erregte auch das Eintreten Rosenthals, der mit den bedeutendsten Bibelwissenschaftlern in steter Verbindung stand, im Babel - Bibel - Streit und seine neutestamentliche Arbeit „Jesus und die Rabbinen“, eine iiberzeudisehe Akademikerschaft in Deutschland verpflichtet sei, einen wesentlichen Anteil an dem inneren Aufbau des neuen Geistesinstituts zu nehmen. Zur Durchführung der vorbereitenden Arbeiten wurde ein dreigliederiges Komitee mit dem Rechte der Kooptierung weiterer Mitglieder erwählt, bestehend aus den Herren: Rabbiner Dr. Baeck, Prof. Dr. Citron und Justizrat Dr. Magnus. Der Palästina-Film in München Am Donnerstag, den 4. Juni, abend WO Uhr fand (ine Sondervorstellung des Jüdischen Nationalfonds und des Palästina-Amtes München für ein besonders hierzu geladenes Publikum statt. Zu dieser geschlossenen Vorstellung waren Vertreter deutscher und ausländischer Behörden erschienen, u. a. Vertreter der Münchner Polizeidirektion, des englischen, italienischen, polnischen und amerikanischen Konsulats. Ferner waren geladen die Mitglieder der jüdischen Gemeinde-Repräsentanz und die Vorstände jüdischer Organisationen, sowie die gesamte Münchner Tagespresse. Den erschienenen Gästen gab Herr Iakob Reich kurze erklärende Erläuterungen der Bilder, die einen großen Eindruck auf das Publikum machten. Am gleichen Abend, sowie am Sonntag Morgen fanden dann öffentliche Vorstellungen statt, hei denen Herr Robert Beer die kurzen*Erläuterungen gab und Herr Reich durch eine zu Herzen gehende Ansprache die erschienenen Gäste zur Unterstützung des Palästina-Aufbauwerkes ermahnte. Der Besuch der öffentlichen Vorstellungen, besonders der vom Sonntag, war leider nicht der Bedeutung des Gebotenen entsprechend. Wir können es manchem Zionisten und dem Zionismus nahestehenden Kreisen nicht ersparen, festzustellen, daß sie durch ihre Abwesenheit kein allzu großes Interesse für die Palästinasache gezeigt haben und bedauern es lebhaft, daß sie sich auf diese Weise um einen sehr angenehmen Genuß gebracht haben. gende Widerlegung der Arbeiten des Leipziger antijüdischen evangelischen Theologen Bischoff. Als Herausgeber des jüdischen Literaturblattes hat er viele wichtige Arbeiten in Bibelwissenschaft, Talmudforschung, wie in vergleichender Literaturgeschichte geschrieben. Er hat zu fast allen Fragen des Judentums in den letzten 40 Jahren öffentlich Stellung genommen. * Dieser Tage fand in Rom die Weihe der vor kurzem gegründeten Gesellschaft für jüdische Wissenschaft in Italien statt. Dem Festakt wohnten zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten des jüdischen Lebens in Italien bei. Der jüdische Senator Polacco, Professor des Zivilrechts an der Universität zu Rom, wurde zum Ehrenpräsidenten gewählt. Er führte in seiner Eröffnungsrede aus, die Juden Italiens, die ihre staatsbürgerlichen Pflichten vollauf erfüllen, wenden sich jetzt mehr denn je der Literatur und den wissenschaftlichen Schätzen der reichen jüdischen Kultur zu, die sich als machtvoller Faktor im menschlichen Fortschritt erwiesen hat. Die historische Mission der hebräischen Universität in Jerusalem ist es, die Wissenschaft vom Judentum über die ganze Welt zu verbreiten. Auch die Gesellschaft für jüdische Wissenschaft in Italien, in welchem Lande die Juden eine hohe Tradition besitzen, wird der jüdischen Forschung ihren Tribut leisten. Der Bürgermeister von Rom, Senator Cremonesi, begrüßte die Festversammlung im Namen der Stadt.

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