Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 18 (1.5.1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 338 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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338 Das Jüdische Echo Nr. 18 neu Schülern. Anläßlich des Erscheinens des das Alte Testament und das Judentum verunglimpfenden Werkes „Die große Täuschung“ von Friedrich D e 1 i t s c h ist Marti, ebenso wie andere christliche Gelehrte, gegen diese Art von „Wissenschaft“ mit ganzer Energie aufgetreten. Falschmeldungen über eine Beteiligung von Juden an der bulgarischen Aufstandsbewegung. Warschau (J.T.A.). Die offizielle polnische Telegraphen-Agentur meldete vor einigen Tagen, daß sich „zugereiste jüdische Elemente“ an der Aufstandsbewegung in Bulgarien beteiligt haben. Ein Mitarbeiter des „Moment“ wandte sich um Auskunft an den bulgarischen Gesandten in Warschau, der folgendes erklärte: Keineswegs stammt diese Meldung von der bulgarischen Telegraphen- Agentur, sie ist absolut falsch und schädigend sowohl für Bulgarien als auch für die Juden, und es sei nicht zu verstehen, wie eine solche Meldung verbreitet werden konnte. Unter den kommunistischen Deputierten Bulgariens ist kein einziger Jude, dagegen zählen die anderen Parlamentsfraktionen Juden als Mitglieder. Die Juden als ein städtisches Element haben kein Interesse an einem Sieg des Agrar-Kommunismus. Es mögen wohl einzelne Juden, wie vielleicht der verhaftete jüdische Advokat Friedmann, mit den Kommunisten sympathisieren, das tun sie aber nicht als Juden, sondern als bulgarische Staatsbürger. Beschämende Niederlage polnischer Antisemiten in Italien. Warschau (J.T.A.). Vor einigen Tagen kam cs in der Aula der Universität Padua zu einem aufsehenerregenden Zwischenfall, indem der polnische Pfarrer Hilchen, der einen Zug von 500 polnischen Hochschülern nach Rom geleitete, den polnischen Studenten verbot, mit den ebenfalls in der Aula anwesenden aus Polen stammenden jüdischen Studenten zu sprechen. Der Pfarrer und einige polnische Studenten ergingen sich .in lauten antisemitischen Beschimpfungen gegen die Juden und versuchten, die italienischen Studenten gegen die Juden aufzuhetzen. Die jüdischen Studenten forderten den Pfarrer auf, seine Beschimpfungen zu widerrufen, dieser antwortete aber mit neuen Beschimpfungen und bezeichnete sich mit Stolz als einer der Schöpfer der antisemitischen Gesellschaft „Rozwoj“. Jüdische und italienische Studenten hielten gemeinsam eine Protestversammlung ab und beschlossen, den polnischen Konsul in Triest auf das Treiben der Hetzer aufmerksam zu machen und ihn zu ersuchen, sämtliche Konsulate in Italien zu veranlassen, daß sie weitere antisemitische Ausschreitungen der polnischen Hetzer unmöglich machen. Sämtliche italienische Zeitungen veröffentlichten die Protestresolution und tadelten in schärfster Form die Ausschreiungen der polnischen Antisemiten. Der polnische Generalkonsul erwiderte in einem Schreiben, er habe nicht genug Worte der Entrüstung über das Verhalten jener „entarteten Personen“, er bitte aber, um Polens TEINACHER HIRSCHQUELLE rein natürliches Mineralwasser von Weltruf, ärztl. sehr empfohlen bei BLASEN-, NIEREN- und HALSLEIDEN Generaldepot: EDUARD KÜHLES # MÜNCHEN LEOERERSTRASSE 12 TELEPHON 20542 willen, den Fall nicht zu sehr aufzubauschen. Verschiedene italienische Organisationen zeigten den Fall bei den polnischen Behörden an, diese drückten ihre schärfste Entrüstung über diesen in Italien ungewöhnlichen Fall nationaler und religiöser Intoleranz aus. Der Re k t o r der Universität Padua sprach einer Studentenabordnung gegenüber seine Genugtuung darüber aus, daß der häßliche Vorfall in der Aula eine so einmütige Verurteilung gefunden hat. Der Verein der katholischen Studenten der Universität Padua drückte den jüdischen Studenten sein Mitgefühl und seine Sympathie aus. Der österreichische Bundeskanzler begrüßt die Abhaltung des Zionistenkongresses in Wien. Wien (J.T.A.). Nach Abschluß der Verhandlungen zwischen dem Landeskomitee der österreichischen Zionisten und der Bundesregierung, betreffend die Abhaltung des 14. Zionistenkongresses im August ds. Js. in Wien richtete der Bundeskanzler Dr. R a m e k ein Schreiben an den Präsidenten des Landeskomitees, in welchem es heißt: „Ich nehme mit Vergnügen Kenntnis von dem Wunsch der zionistischen Exekutive, den Zionistenkongreß diesmal in Wien abzuhalten, und versichere, daß wir die Abhaltung einer so großen internationalen Zusammenkunft in Wien auf das Lebhafteste begrüßen. Die Bundesregierung wird diesem Kongreß, wie allen ähnlichen internationalen Tagungen, möglichste Förderung angedeihen lassen.“ Die Verhandlungen mit der Bundesregierung betrafen Begünstigungen seitens des Handelsministers Dr. S c h a e r f betreffend Zuweisung von staatlichen Gebäuden für die Tagung der Kongreßkommissionen, Ermäßigung von Visen und Fahrten, Einrichtung eines Post- und Telegraphendienstes im Kongreßgebäude, zionistischen Bahnhofsdienst, ausreichenden Sicherheitsdienst usw. Das Plenum des Kongresses wird im großen Konzerthaussaal tagen, die Eröffnungssitzung wird in einem der historisch denkwürdigen Wiener Gebäude stattfinden. Im allgemeinen beweisen Regierung und Staatsämter großes Entgegenkommen. Gemeindliche Lehrkurse Samstag, 2. Mai, abends 9 Uhr im Bibliotheksaal der Gemeinde: 4. Vortrag von Dr. Max Mayer über die neu hebräische Poesie. Thema: Das Naturerlebnis in der neuhebräischen Poesie. Samstag, 9. Mai: 5. Vortrag: Thema: „Religiöse Romantik in der neuhebräischen Poesie.“ Gemeindenu.Vereins-Echo Bar Kochba München Leichtathletik-Abteilung. Am Sonntag, den 3. Mai erfolgt unser erster Start. Wir beteiligen uns am Erstlingsneunkampf der Kl. B. Die für den Speerwurf, lOOm-Lauf, 800 m- Lauf und Hochsprung Aufgestellten treffen sich vorm, punkt 9 Uhr, die für die 4 mal 100 m und Olympische Staffel, den Weitsprung und 3000 m- Lauf Gemeldeten um 2.30 Uhr auf dem Sportplatz an der Grünwalderstraße. Für eine einheitliche und saubere Sportkleidung ist Sorge zu tragen. Nur mehr 3 Sonntage trennen uns von dem großen Staffellauf Grünwald-München und noch ist unsere Beteiligung sehr in Frage gestellt. Die Interesselosigkeit unserer aktiven Mitglieder ist geradezu erschreckend. Sind unsere vielen großen