Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 17 (24.4.1925)
- Date
- 1925-04-24
- Page
- Seite 310 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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310 Das Jüdische Echo Nr. 17 berl Samuel. Als dieser aus der Haphlarah den Satz vorlas: ,,A1 kisso lo jeschew sor“ (auf seinen Stuhl soll sich kein Fremder setzen), standen alle Anwesenden mit Oberrabbiner K u k und Chiefrabbi Hertz an der Spitze auf und wiederholten laut diesen Salz. Oberrabbiner Kuk wies auch in seiner Predigt auf die große Wichtigkeit bin, Samuel zu bewegen, als High Commissioner in Palästina zu verbleiben. Beim Frühstück nach dem Gottesdienste dankte Herbert Samuel für die Kundgebung und stellte in Aussicht, daß er auf jeden Fall, also evtl, auch nicht als High Commissioner, in Palästina bleiben und für das nationale Heim arbeiten werde. Seine Erklärung löste große Begeisterung aus. (Ziko.) Wertvolle Spenden f ü r die J ü d i s c h e N a t i o n a 1 - u n d U n i v e r s i t ä t s b i b 1 i o t h e k Die Universitätsbibliothek erhielt das folgende Telegramm von l)r. Adolph Öko, dem Bibliothekar des Hebrew Union College in Cincinnati: Bitte verkünden Sie bei Eröffnung der Universität, daß Herr und Frau Markus F e c li h e i m e r der Bibliothek eine Büchersammlung im Werte von 20 000 Dollar schenken. Die Sammlung besteht aus über 2000 Hebraica und über 4000 Judaica, darunter fünf Wiegendrucke, mehrere seltene Bücher aus dem 16. Jahrhundert, eine große Anzahl von Responsa und mehrere Serien wichtiger Zeitschriften. Ich selbst schenke Ihnen bei dieser Gelegenheit meine S p i - n o z a s a m m 1 u n g , welche über 400 Bände zählt zur Erinnerung an Etta O k o. Diese Sammlung werde ich Zeit meines Lebens auf meine Kosten erweitern. Herzlichste Glückwünsche! Chief Rabbi Hertz, der zur Universitälseröffnung in Jerusalem weilte, erhielt folgende Telegramme: „Spende 1000 ausgewählle Werke für die Jerusalemer Universität als Kern einer Simon Hertz- E r i n n e r u n g s s t i f l u n g. Emanuel Hertz, New York.“ „Familie Kirschen b a u m spendet 1000 Bücher für die Simon Hertz-Bücherstiftung an der Jerusalemer Universität. New York.“ „Edvard Rosenthal, New York, spendet 1000 ausgewählte Werke für die Jerusalemer Universität zur Erinnerung an Schamai Rosenthal.“ Berlin (J.T.A.). Frau Geheimrat Rathenau, die Mutter des durch Mörderhand gefallenen Reichsministers Walter Rathenau, hat die Werke ihres Sohnes, und zwar das Gesamtwerk, sowie die Einzelwerke in Erstdrucken, der Nationalbibliothek in Jerusalem gestiftet. LE 1 0 8,000 Einnahmen für den Keren K a j e m e t h im ersten Halbjahr 5685 Im Monat März betrugen die Einnahmen des Keren Kajemeth LE 21 708. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 5685 erreichten damit die Gesamteinnahmen des Jüdischen Nationalfonds den Betrag von LE 108 047 oder fast ebensoviel wie im ganzen Jahre 5683. In der Reihe der beitragenden Länder steht jetzt an erster Stelle Polen mit einem Gesamtergebnis von LE 27 000, dann folgt Amerika mit 26 780, Deutschland mit 9250, England mit 6450, Litauen- Kowno mit 3880, Altrumänien mit 3360, Tschechoslowakei mit 3170, Südafrika mit 2670, Argentinien mit 2530, Erez Israel mit 2460 LE. Der monatliche Durchschnitt der abgelaufenen 6 Monate 5685 beträgt 18 000 LE gegen 14 000 LE im Jahre 5684. Die P a 1 ä s l i n a -Ein w a n d e r u n g i m Mär z Im Laufe des März sind zwecks Niederlassung, über 3000 jüdische Einwanderer in Palästina eingetroffen. Die Zahl der im März in Palästina eingetroffenen Touristen ist noch nicht genau festgestellt. (Ziko.) Die ersten V o r1e s ungen a n d e r J e r u s a 1 e m e r U n i v e r s i 1 ä l Am Vormittag des 3. April wurden zur Feier der Eröffnung der Jerusalemer Universität dort folgende Vorlesungen gehalten: Es lasen: Prof. Fodor als Eröffnungsvorlesung über das Thema „Korrelative Erscheinungen in der Naturwissenschaft und der Biologie“. Prof. Edmund L a n d a u aus Götlingen über „Gelöste und ungelöste Fragen in der Lehre von den elementaren Zahlen“. Prof. Brodetzky aus Leeds über „Die Grundlagen der Dynamik“ (von Aristoteles bis Einstein) und Prof. Dr. med. E h r - mann aus Berlin über „Vorschläge zur Verbesserung der Lehrmethoden in der medizinischen Wissenschaft“. Eine illustrierte Zeitung in h e b r äis c her S p ra c h e In Jerusalem ist soeben die erste Nummer einer hebräischen illustrierten Zweiwochenschrift „H a - m i s r a c h“ erschienen, die neben einer Reihe von Aufsätzen und zahlreichen Bildern auch bereits sehr schöne Aufnahmen von den Eröffnungsfeierlichkeiten der Hebräischen Universität enthält. (Ziko) Die Joseph Fels-Stiftung in New York New York. (I.T.A.) Am 14. April wurde in Newr York die Joseph F e 1 s - S t i f t u n g amtlich eingetragen. Der verstorbene Mr. Joseph Fels hinterließ sein ganzes Vermögen für eine Stiftung, deren Zwreck sein soll, die nichtjüdische Welt über das wahre Wesen des Judentms aufzuklären, eine populäre Geschichte der Judenheit herauszugeben, sowie auch die jüdische Landsiedlung in Palästina auf unparteiischer Grundlage zu unterstützen. Präsidentin der Stiftung ist die Witwe des Verstorbenen, Frau Mary Fels, Vize-Präsident ist Mr. Alex Aren s o h n , Schatzmeister Mr. M a u rice F e 1 s. Ein ehemaliger Rabbiner leitet die A n l i - P a s s a h - K a m p a g n e in Rußland Moskau. (I.T.A.) Der frühere Rabbiner einer Stadt in Weiß-Rußland, Manes, der vor kurzem seine Rabbinerwiirde niederlegte und ein Bekenntnis zum Kommunismus und Atheismus ablegte, war in diesem Jahre der Führer der von den jüdischen Kommunisten inszenierten Kampagne gegen die Institution des Pessach-Fest es. Manes eröffnete den Feldzug am 7. April mit einer Vorlesung im jüdischen Arbeiterklub zu Minsk über den „Ursprung des Pessach-Festes“, in welcher er die Mitteilungen der Bibel über den Auszug der Kinder Israel aus Ägypten als Legende bezeichnete und die Existenz Moses’ leugnete. Er forderte seine Zuhörer auf, wrährend der Pessach-Tage nicht Mazzoh, sondern Brot zu essen. Er selbst, so erwiderte er auf eine Anfrage, werde zu Pessach Brot essen. Kauft bei den Inserenten des „Jüdischen Echo“.