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Das jüdische Echo · 1925-03-06 · 10 (6.3.1925) · p. Seite 157

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
10 (6.3.1925)
Date
1925-03-06
Page
Seite 157 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 10 Das Jüdische Echo 157 geben wird, ihre Ansprüche tatkräftig zu vertreten. An allen diesen Beratungen hat die Zentralwohllahr tsstelle mitgewirkt und verstanden, dem Ansehen der jüdischen Wohlfahrtspflege die notwendige Geltung zu verschaffen. Außer dieser gesetzgeberischen Arbeit sind noch eine Fülle anderer Fragen auf dem Gebiete der Gesundheitsfürsorge, insbesondere der Tuberkulosenfürsorge, der Arbeitszeitregelung in den Anstalten usw. behandelt worden, und auch nach dieser Richtung war die Mitarbeit unserer Organisation für die Entwicklung und Ausgestaltung der allgemeinen und jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland überaus förderlich. Mit den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege arbeitet die Zentralwohlfahrtspflege in engstem Einvernehmen. Nach dieser Richtung hin hat sich gerade in den letzten Monaten als Auswirkung der neuen reichsrechtlichen Regelung des Wohlfahrtswesens ein viel engerer Zusammenschluß als in früherer Zeit herausgebildet, indem eine Deutsche Liga der freien Wohlfahrtspflege, bestehend aus der Charitas, dem Zentral- Ausschuß der Inneren Mission, der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, dem Ausschuß der christlichen Arbeiterschaft und dem sogen. 5. Verband (Langsteinschen Verband) begründet worden ist. Die Liga stellt eine enge Zusammenfassung der treien Liebestätigkeit dar, mit der Aufgabe, die eigentlichen Belange der freien Wohlfahrtspflege gegenseitig zu fördern und dafür Sorge zu tragen, daß die Zusammenarbeit mit der öffentlichen Wohlfahrtspflege in Formen stattfindet, die der Selb* ständigkeit beider Teile gerecht werden. In dieser Liga hat die Zentralwohlfahrtsstelle zwei Sitze erhalten, trotzdem sie, zahlenmäßig behandelt, einen verhältnismäßig geringen Teil des Wohlfahrtswesens in Deutschland repräsentiert. Es ist dies eine Anerkennung der großen Bedeutung, die der jüdischen Wohlfahrtspflege im Rahmen des allgemeinen Wohlfahrtswesens in Deutschland zukommt. Außerdem ist die Zentralwohlfahrtsstelle in sämtlichen Verbänden, die sich mit Wohlfahrtsfragen befassen, vertreten, so im Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge, im Roten Kreuz, im Zentralausschuß für die Auslandshilfe, in der Deutschen Nothilfe, im Ausschuß für freie Jugendwohlfahrl, im Verein „Landaufenthalt für Stadtkinder“, in der vereinigten Fürsorge für das Auslandsdeutschtum usw., und sorgt überall dafür, daß die jüdischen Einrichtungen in gerechter Weise an den Ergebnissen von allgemeinen Sammlungen und Spenden teilhaben und daß die Erfahrungen, die in der allgemeinen Wohlfahrtspflege gemacht werden, auch unserer jüdischen Wohlfahrtspflege zugute kommen. Soziale Aufgaben des Verbandes bayerischer jüdisch. Gemeinden In den Tagen vom 15.—17. März findet in Würzburg die Tagung des bayerischen Gemeindeverbandes statt. Eine Fülle von Beratungsgegenständen harren ihrer Erledigung und es will uns fast scheinen, als ob die festgesetzte Zeit zu einer gründlichen Besprechung aller Punkte kaum ausreichen dürfte. Doch wollen wir hoffen, daß die verschiedenen Redner sich eine weise Beschränkung auferlegen und es dadurch ermöglichen, die Tagung zu einer erfolgreichen zu machen. Ganz besonders wichtig scheint uns die Tagesordnung des dritten Tages zu sein; die sozialen Aufgaben, welchen die Besprechungen an diesem Tage dienen sollen, sind in unseren Tagen von nicht geringer Bedeutung und auch die Referenten, welche hiefür bestimmt sind, zeigen uns, daß die Verbandsleitung bemüht war, beste Kräfte hierfür zu gewinnen. Von ganz besonderer Bedeutung dürfte die hiebei zu besprechende Angelegenheit der Schaffung eines j ii d i s c h e n Siechen hei m s für Bayern sein. Wie notwendig ein solches ist, bedarf sicher für die Herren Vertreter bei der Tagung keiner be* sonderen Empfehlung. Es ist tief traurig, daß für so schwer leidende Juden sich in Bayern keine jüdische Heimstätte befindet. Wohl wird leidenden Juden auch in anderen öffentlichen Institutionen ab und zu Aufnahme gewährt; allein wie Viele sind unter diesen Bemitleidenswerten, welche auf rituelle Verpflegung Wert legen und seelisch darunter leiden, daß ihnen solche versagt ist. Wie klein erscheint ein Betrag, wie der hiezu benötigte, wenn jedermann, der in der Lage ist (und solche Leute haben wir ja Gott sei Dank in Bayern genügend), hier seine Schuldigkeit tut. Der Bauplatz hiefür soll ja durch eine ältere Stiftung schon gesichert sein und es bedarf nur einer energischen Aktion des Verbandes, um die Frage in günstigem Sinne zu lösen. Hoffen wir, daß die Tagung der Schaffung eines Siechenheims die Wege bahnen helfe. J a k o b F r ä n k e 1. Literarisches Echo G e s c h i c h t e I s rael s b i s a u f d i e g riech i s c h e Zeit. Von Prof. Dr. J. B e n z i n g e r in Riga. Dritte, verbesserte Auflage. Sammlung Göschen, Band 231. Walter de Gruyter u. Co., Berlin und Leipzig 1924. 148 Seiten. Das in früheren Auflagen bewährte Büchlein gibt in kurzer, aber schlaglichtartig beleuchtender Darstellung einen Abriß nicht nur der äußeren Geschehnisse, sondern auch der Lebensverhältnisse des israelitischen und jüdischen Volkes bis zur hellenistischen Periode. In der Hand des Lehrenden wie auch des Schülers wird das in großen Umrissen den Lauf von 12 Jahrhunderten überschauende Werkehen von großem Nutzen sein. Die Ergebnisse der neueren Ausgrabungen und Forschungen in Palästina sind leider nicht genügend herangezogen worden, doch wird infolge des längeren Fehlens des Buches sein Wieder* erscheinen allseitig begrüßt werden. Die weite Verbreitung, die wir ihm wünschen, verdient es gerade in den Kreisen der jüdischen Jugend, die in handlicher Form Anregung zu tieferer Kenntnis sich wünscht. H. Eingelaufen© Bücher H ec ha 1 uz, Zeitschrift des , Hechaluz“. Deut* scher Landesverband. Jahrg. I, Heft 1 u. 2, Sept. u. Nov. 1924. Jahrg. II, Heft 1 und 2. Berlin W. 15, Meinekestr. 10. Josef Popper Lynkeus, Fürst Bismarck und der Antisemitismus. R. Löwit-Verlag, Wien und Leipzig 1925. 154 S. Bücher vom Jüdischen Leben. Ein Katalog des Verlags R. Löwit, Wien, Rotenturmstr. 22. 48 S. Lehrkurse der Isr. Kultusgemeinde München Die für den 3. und 4. März angekündigten Vorträge von Rabbiner Dr. B a e c k =Berlin über das Thema „Zeiten und Menschen“ mußten wegen Erkrankung des Vortragenden ausfallen und sind auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Näheres wird noch bekannt gegeben. Für den 18. und 19. März ist Professor Dr. G o 1 d s t e i n -Darmstadt gewonnen worden, der am 18. März über „Buddhismus und Judentum“,

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