Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 9 (27.2.1925)
- Date
- 1925-02-27
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/9072829-9103075-9153778--06498-9079211- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Das Jüdische Echo Nu >iimer 9 27. Februar 12 Jahrgang Die Bamberger Verbandstagung Der Zionistische Gruppenverband für Bayern und Württemberg, dessen Sitz sich zur Zeit in Nürnberg befindet, hat für den 1. März eine Tagung nach Bamberg einberufen. Zur Besprechung kommen die wichtigsten Fragen der gegenwärtigen zionistischen Arbeit. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen das Referat des Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Herrn Kurt Blumenf e 1 d, über die zionistische Arbeit in Deutschland, sowie der Bericht des Vorsitzenden des Zionistischen Gruppenverbandes für Bayern und Württemberg, Herrn Dr. Meinhold N u ß b a u m, über die Tätigkeit und Aufgaben des Gruppenverbandes. In internen Beratungen sollen dann noch brennende Fragen der zionistischen Gegenwartsarbeit, besonders die Frage der Teilnahme der Zionisten an der jüdischen Gemeindearbeit behandelt werden. Die Tagung soll auch den aktiven Mitarbeitern am Keren-Kajemeth und Keren - Haie s s o d Gelegenheit zur Aussprache über Methode und Organisierung dieser wichtigen Arbeitszweige geben. Ebenso ist eine Konferenz der Vertreter der zionistischen Jugendverbände angesetzt. Der erfreuliche Fortschritt, den die zionistische Bewegung gerade in der letzten Zeit in Deutschland zu verzeichnen hat, nicht zuletzt auf Grund der glänzenden Erfolge, die W e i z m a n n anläßlich seines letzten Besuches in Deutschland erzielt hat, macht eine intensive Tätigkeit aller deutschen Provinzen zur Ausnützung der für die Verbreitung des Zionismus und die Förderung der Palästina-Aufbauarbeit günstigen Stimmung nötig. Es ist nicht zu leugnen, daß sich durch die von Weizmann eingeschlagene Jewish Agency- Politik, durch die Heranziehung von nichtzionistischen, aber für den Aufbau einer jüdischen Heimstätte in Palästina eintretenden Juden zur verantwortlichen Mitarbeit eine ganz neue Situation für den Zionismus ergibt, daß durch sie sich neue Möglichkeiten zionistischer Propaganda, neue Wege der Agitation und Beeinflussung, neue Aussichten für erfolgreiche Arbeit ergeben. Der letzte Delegiertentag der deutschen Zionisten in Wiesbaden hat die neuen Wege der zionistischen Arbeit in Deutschland festgesetzt. Aufgabe der Provinz-Verbände ist es nunmehr, diesen Parolen in den einzelnen Bezirken Geltung zu verschaffen, die Beschlüsse des Delegiertentages zur Durchführung zu bringen- Aber nicht nur dies ist es, das die Leitung des bayerisch - württembergischen Gruppenverbandes dazu bewog, eine Tagung des Verbandes einzuberufen. Die günstige Entwicklung der zionistischen Bewegung in Deutschland steht in engem Zusammenhang mit der positiven Mitarbeit der Zionisten an den allgemeinen Aufgaben des deutschen Judentums. Gerade in dieser Hinsicht ist in den letzten Jahren ein Umschwung zu Gunsten der zionistischen Sache eingetreten. Führende Zionisten nehmen tätigen Anteil an der Leitung der Gemeinde-Geschäfte und ihr befruchtender Einfluß auf das Gemeindeleben läßt sich bereits mehr oder weniger deutlich erkennen. Diese auch von gegnerischer Seite vielfach anerkannte Leistung von Zionisten kommt indirekt wieder durch die versöhnlichere Stimmung weiter Kreise, die bisher dem Zionismus ablehnend gegenüberstanden und nun erkennen, daß die zionistischen Forderungen nach Belebung des jüdischen Gemeindelebens nicht bloße Phrase oder demagogische Agitationsmittel waren, dem Verständnis für den Zionismus, zugute. Die Frage des Weiterschreitens auf diesem Wege ist daher von allergrößtem zionistischen Interesse, besonders da auch da und dort von zionistischer Seite Stimmen laut werden, die in diesem Prozeß der gegenseitigen Annäherung eine gewisse Gefahr für die Entschiedenheit und Geschlossenheit zionistischer Gedankengänge erblicken. Der für die Zionisten so günstige Ausgang der jüngsten Wahlen zum jüdischen Gemeindeverband in Preußen hat diesen Fragenkomplex auch für Süddeutschland, besonders für Bayern, höchst aktuell gemacht und es ist selbstverständlich, daß auch diese mehr lokale Frage der zionistischen Gemeindepolitik in Bayern und Württemberg auf dem Verbandstag zur ausführlichen Behandlung kommt. Alles in allem verspricht der Bamberger Verbandstag der zionistischen Arbeit in den beiden süddeutschen Ländern ne&e Impulse zu gesteigerter Tätigkeit zu geben. Es wäre im Interesse der Erreichung dieses Zieles sehr wünschenswert, wenn möglichst viele unserer bayerischen und württembergischen Gesinnungsgenossen die Gelegenheit ergriffen, durch ihre Teilnahme an den Beratungen zu deren fruchtbarem Verlaufe beizutragen und von Bamberg für die kommenden Monate diejenigen Anregungen und Direktiven mit nach Hause zu nehmen, die zur Steigerung unserer Erfolge nötig sind und die in Gestalt von Rundschreiben oder sonstigen schriftlichen Aufforderungen ohne persönliche Aussprache und Fühlungnahme niemals jene Lebendige Kraft erzeugen, die zum Gelingen unserer Arbeit erforderlich ist- Darum erkenne es jeder Zionist als seine Pflicht, den Beratungen des Verbandstages persönlich beizuwohnen! Die Teilnahme an der Konferenz wird dem Einzelnen frischen Arbeitsmut und damit der Organisation größere Stoßkraft verleihen. Für die Teilnehmer an der Bamberger Verbandstagung! Die Teilnehmer an der Bamberger Verbandstagung bitten wir folgendes zur Kenntnis zu nehmen: Zimmer im Preise von 2—4 Mk. stehen zur Verfügung. — Anmeldungen sind rechtzeitig zu richten an Herrn Alfred K a t z, Bamberg, Langestr. 3; dorthin wollen sich auch diejenigen wenden, die rituelle Verpflegung wünschen. —■ Für Jugendliche stehen Massenquartiere zur Verfügung. Von Nürnberg bis Bamberg gelten Sonntags-Fahrkarten. Bahnverbindungen: Nürnberg ab Sonntag früh 5.55, Bamberg an 6.55; Bamberg ab Sonntag abends 6.58, Nürnberg an 9.15; Bamberg ab Sonntag abends 10.50, Nürnberg an M2; München ab Samstag abends 9.20, Bamberg an 1-45; Bam-