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Das jüdische Echo · 1925-02-13 · 7 (13.2.1925) · p. Seite 101

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
7 (13.2.1925)
Date
1925-02-13
Page
Seite 101 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 7 Das Jüdische Echo 101 weisen, daß sie diesen Kampf nicht gewollt, daß er ihr vielmehr durch die Gegner aufgezwungen wurde. In allen zionistischen Äußerungen zum Wahlkampf finden wir immer wieder die Betonung der jüdischen Solidarität, die sich in dieser vorübergehenden Episode innerer Kämpfe nicht selbst aufreiben darf und keinesfalls der nicht-jüdischen Außenwelt das beschämende Schauspiel jüdischer Selbstzerfleischung geben darf. Ganz anders der Zentralverein. Er hat seine zentrale Aufgabe in diesem Kampfe fast völlig aus den Augen verloren. Er hat aus einem Paragraphen seines Statuts das Recht abgeleitet, das von der jüdischen Volkspartei auf gestellte Gemeindeprogramm im Namen seines Kampfes für Deutschtum anzugreifen und für diese Parteiagitation Gelder zu verausgaben. Er hat also seinen Kampf gegen die Zionisten und ihr Gemeindeprogramm als einen Kampf für das Deutschtum deklariert! Er erklärt offen, daß er „im Kampf gegen den Judenhaß die jüdischen Deutschen, nicht alle deutschen Juden“ vertrete. Er hat vollkommen vergessen, daß er in Wahrheit keine Partei im deutschen Judentum ist, sondern daß die jüdischen Parteien ein Recht darauf haben, in ihm eine Vertretung gegen den', gemeinsamen äußeren Feind zu erblicken, die keiner Denunziation der „anderen“ Juden gleichkommt. Der Zentralverein ist aber in diesem Wahlkampf nicht nur als ein ausgesprochener Beschützer und Begünstiger gewisser Parteigruppen aufgetreten, er hat sich noch viel schlimmer wie eine Partei gebärdet. Er hat, statt den Kampf nach außen zu führen, die Kampffront nach dem Innern verlegt, die einen jüdischen Parteien verantwortungslos gegen die/anderen ausgespielt, den jüdischen Bruderkrieg*Entfacht, die jüdische 'Abwehrfront, deren Stärkung seine eigentliche Aufgabe ist, geschwächt und so das Schlimmste getan, das man heute einer jüdischen Gruppte in Deutschland nachsagen kann *— die Solidarität des deutschen Judentums mit Füßen getreten. M.M. Die zionistische Jugendbewegung (Nach der Jugendkonferenz in Danzig.) In Nr. 5 des Londoner zionistischen Zentralorgans „H a o 1 a m“ erschienen die folgenden beachtenswerten Ausführungen zur zionistischen Jugendbewegung aus den Kreisen des „Haschomer Hazai'r“. Anfangs September 1924 war nach Danzig eine Konferenz der zionistischen Jugendorganisationen einberufen worden. Dort wurde der „W eltverband der jüdischen Jugend“ geschaffen. Mit der Arbeit dieses Verbandes beginnt ein neuer Abschnitt in der Entwicklung der zionistischen Jugendbewegung, der für den Zionismus und seine Zukunft wertvoll werden kann, eine Zukunft, die im Galuth wie in Palästina zu einem großen Teil von dem Vorhandensein einer Jugend abhängig ist, die, dem zionistischen Ideale völlig ergeben, eine Gewähr für die Fortsetzung des von uns begonnenen Werkes bietet. Jede ideale Bewegung, d. h. jede Bewegung, die eine neue Wirklichkeit im Gegensatz zu der bestehenden zu schaffen bestrebt ist, ist bedingt und abhängig von der ihr anhängenden Jugendgemeinschaft. Der Abschnitt im Leben eines Menschen, den wir im allgemeinen mit dem Namen „Jugend“ zu bezeichnen gewohnt sind, ist vor allem durch die Eigenschaft der besonderen Beeindruckbarkeit und Beeinflußbarkeit durch persönliche Ideale und Werte gekennzeichnet. In seiner Unberührtheit von der realen Wirklichkeit des Lebens und Existenzkampfes kennt der junge Mensch höchstens den Kampf für das Wesen des Daseins und sieht ihn in der Hingabe an Ideen und die durch sie geschaffenen Bewegungen. Dies trifft im vollen Sinne des Wortes auch auf die zionistische Bewegung, als einer typisch idealistischen Bewegung zu. Es gab Zeiten, besonders in den ersten Jahren seiner Entwicklung, in denen der Zionismus nur in der Jugend seine Träger hatte und die ganze zionistische Bewegung nichts war als eine „Jugendbewegung“ im wahren Sinne des Wortes. Theodor Herzl fand den ersten Widerhall inmitten der Jugend zu einer Zeit, da das Volk seinen neuen großen Führer noch nicht zu erkennen vermochte, und in allen Perioden neuer Ideen und neuen Beginnens im Zionismus finden wir die Jugend an der Spitze. Zum Schaden des Zionismus hatte sich diese Situation sehr geändert: infolge der Notwendigkeit, die zionistische Arbeit mehr und mehr zu mechanisieren und infolge der Abschwächung seiner idealistischen Stoßkraft hatte die Jugend keine Befriedigung mehr in ihm ge* funden und sich von ihrer zionistischen Aufgabe' abgewandt. Die Konferenz in Danzig war das Signal für eine neue Einstellung in dieser Beziehung, die allmählich allerorts vor sich gegangen war, zum großen Teil dank der Idee der „Chaluziuth“, die die Herzen eroberte und heute im Brennpunkt des Lebens der zionistischen Jugend steht. .•; Aber der Zionismus ist nicht nur ein 1 schönes Ideal für die weite Zukunft. Er hat schließlich eine sehr große und praktische Aufgabe zu erfüllen: das neue jüdische Volk in seinem alten Lande aufzubauen. Nicht nur zum Bestand der zionistischen Organisation ist uns die aufopfernde Arbeit einer begeisterten Jugend nötig, sondern auch und vor allem zur Verwirklichung des Zionismus durch den Aufbau Palästinas. Wir würden Eulen nach Athen tragen, wenn wir hier nochmals beweisen wollten, daß der Aufbau ohne Chaluzim ganz undenkbar ist und daß ohne ihre Selbstaufopferung und Energie es unmöglich wäre, alle Hindernisse und Schwierigkeiten auf dem Wege zu unserem Ziele zu überwinden. Das Hauptproblem des Zionismus wird heute allgemein durch die beiden Worte formuliert: Geld und Menschen. Zur Aufbringung großer Geldmittel, die für die Aufbauarbeit nötig sind, wurde ein großer Fond und ein bestimmter Propaganda-Apparat geschaffen und alle Kräfte der zionistischen Organisation haben sich um diese Arbeit konzentriert aus der richtigen Erkenntnis heraus, daß davon das Gelingen unseres Aufbauwerkes abhängig ist. Aber für den zweiten Faktor, das Menschenmaterial, in besonderer Weise zu sorgen, scheint kein Bedürfnis zu bestehen, denn die Menschen, die „Olim“, kommen ja von selbst und in einer größeren Anzahl als es die gegenwärtige wirtschaftliche Aufahmefähigkeit des Landes zuläßt. Diese Überlegung jedoch ist ganz und gar falsch, da wenigstens die Chaluzim- Ali ja nicht von selbst kommt und manchmal überhaupt nicht kommt, wie wir aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres gesehen haben, als die ausgedehnten Tabakarbeiten Tausende von Chaluzim erforderten und diese nicht gefunden werden konnten, Te^tilhandelsgesellschaft zum „Weberhaus"R.(3. München /Frankfurt^' / Leipzig Zentrale München, Hesstrasse 74/76 Hauptgeschäft Dachauerstr. 9. Illustr. Katalocg'at'c u.franko

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