Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 5 (30.1.1925)
- Date
- 1925-01-30
- Page
- Seite 75 [73] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 Das Jüdische Echo 75 tigen, stilvollen Bild. Es war eine zündende Bewegung unter den Anwesenden, die Stimmung sprühte nur so. Welch eine Buntheit: Ein ordengeschmückter Diplomat führte ein schüchternes Beduinenmädchen zum — Jimmy; Orientreisende mit Tropenhelmen sahen gewichtig auf das fröhliche Durcheinander des Erntefestes; Fellachen, wie eben vom Felde kommend, standen schwatzend umher; Haremsdamen sahen einem schönen Inder nach (von dem ich zu berichten wage, daß ein „weiblich Herz“ unter seinem männlich - kühnen Aufputz schlug). Daß dieses Fest so glänzend verlief, ist jenen zu danken, die es ausklügelten und mit Umsicht vorbereiteten. Die Dekorationen, auf die oben schon hingewiesen wurde, stammten von den Herren Dipl.-Ing. Meyerstein, Kunstmaler Wiener und Gröger. Ein reichbestelltes Büfett, von den fürsorglichen Händen der Damen Minikes und Kohn geleitet, sorgte für das leibliche Wohl; in der Obststube erhielt man bei Frau Maler und Frau Meyerstein „frischgepflückte Orangen“, die einen ungeahnten Zuspruch erfuhren; der Photograph (Michel Maler) hatte flott zu arbeiten, der Nachwelt Ausschnitte dieses Festes zu erhalten; ein Standesamt band und löste — ganz nach Belieben — ohne jede Vorbereitung und die Herren Meyerstein und Maler konnte man mit Recht als „tüchtige Beamte“ loben. Für Ordnung sorgte die energische bunt uniformierte Bar Kochba-Polizei. Das Preisrichteramt ehrte Fräulein Else Spielmann und Herrn Robert Beer als die besten Masken; man sah die ägyptische junge Dame und den greisen Araber, mit je einer Flasche Sekt im Arm, beglückt vom Podium steigen. Es war ein wohlgelungener Abend mit erfreulichem Zuspruch. So ist es im Sinne der Veranstalter, wenn man dem Wunsche Ausdruck gibt, daß alle die Vielen, welche diese frohen Stunden miterlebten, sich nun auch der ernsteren Arbeit nicht verschließen mögen, der körperlichen Ertüchtigung und dem Aufbau des Landes Erez Jisrael. s. t. Hebräische Sprachkurse München. Es ist geplant, außer den bestehenden hebräischen Sprachkursen noch weitere Kurse für Jugendliche und Erwachsene einzurichten. Für die Schülerk u r s e kommen Knaben und Mädchen im Alter von 8—15 Jahren in Betracht, die in gleichaltrige Lerngruppen eingeteilt und (zur Zeitersparnis) in einem ihrer Wohnung nahegelegenen geeigneten Unterrichtslokal (Zimmer einer Schule oder auch für die Teilnehmer zentral gelegene Privatwohnung) zweimal wöchentlich nachmittags Unterricht erteilt erhalten. Ziel des Unterrichts soll die Vertrautinachung mit der lebenden hebräischen Sprache nach der in den Kursen der Hebräischen Sprachschule zu Berlin bewährten Unterrichtsmethode. Das gleiche gilt für die beabsichtigten neuen Abendkurse für Erwachsene. In der in letzter Woche vom Gesamtausschuß der Ostjuden einberuf enen allgemeinen Versammlung, in der Herr Jakob Reich über „Unsere kulturellen Aufgaben“ und Herr Dr. Max Mayer über „Wege der jüdischen Erziehung“ sprachen, sind bereits eine Reihe von Vormerkungen erfolgt. Weitere Anmeldungen sind zu richten an Dr. Max Mayer, Schwanthalerstraße 97/0. Bei der Anmeldung ist außer der Adresse anzugeben: Alter des Schülers, welche Schule und Klasse der Schüler zur Zeit besucht, welche Nachmittage geeignet und zu welchen Stunden der Unterricht besonders erwünscht wäre bezw. welche Zeiten und Tage keinesfalls in Betracht kommen; ferner, auch ungefähre Angabe der hebräischen Vorbildung, falls diese über das Maß der gewöhnlichen Religionsunterrichtskennlnisse hinausgeht. Bar K o c h b a M ii n c h e n. Unser mit dem Jüdischen Nationalfonds veranstaltetes Kostümfest nahm einen so glänzenden Verlauf, daß wir uns entschlossen haben, am 8. Februar eine Wiederholung stattfinden zu lassen. Wenn wir den Höhepunkt des letzten Festes erreichen oder gar überbieten wollen, müssen wir unbedingt auf die Mitarbeit unserer Mitglieder rechnen, die wir bitten sich zur Verfügung zu stellen. Wir werden an die einzelnen Mitglieder herantreten. — Inmitten dieses Festtrubels wmllen wir aber unsere Arbeit nicht vergessen. Das Schauturnen steht schon vor der Türe und soll eine machtvolle Kundgebung für den Bar Ivochba werden. Eine sorgfältige Vorbereitung hiezu bedingt, aber regelmäßiges Üben und wir fordern unsere Mitglieder dringend auf, keine Turnstunde zu versäumen. Es üben die Damen Dienstag abend von 7—9 Uhr, die Herren Mittwoch abend von 7—9 Uhr, die Mädchen Mittwmch abend von 5—7 Uhr, die Knaben Dienstag von halb 6 bis 7 Uhr und die Alte Herren-Riege Mittwoch von 7—9 Uhr jeweils in der Schule an der Herrnstr. 28. Neuanmeldungen nehmen die Abteilungsleiter dortselbst entgegen. Die Vorstandschaft. L e i c h t a t li 1 e t i k - A b t e i 1 u n g. Das Training für den Erstlingsneunkampf und Grünwald- München hat bereits begonnen. Alle die dafür in Frage kommen werden aufgefordert, regelmäßig Mitwoch abend von 7—9 Uhr in der Herrnschule zum Training zu kommen. Die Jugendlichen vom Jahrgang 1907—09 üben zur selben Zeit mit den Herren und wrerden ebenfalls aufgefordert, zum Training zu kommen. Die Leitung. Jugend - Abteilung. Halbtagswanderung. Treffpunkt Samstag vormittags halb 9 Uhr am Ostfriedhof (Endhaltestelle der Linie 7). Schi-Abteilung. Sonntag, den 18. Januar 1924 fand unter reger Beteiligung die erste Schifahrt statt. Trotz der ungünstigen Schneeberichte wragten es die Teilnehmer doch, als ihr Ziel Oberammergau zu setzen. Der Schnee war wider Erwarten sehr gut und man wurde nicht müde, von vormittags um 8 Uhr bis nachmittags um 4 Uhr Telemarks und andere Schwünge zu üben. Abends ging es mit denkbarst guter Stimmung und äußerster Befriedigung über die erste so gut gelungene Schifahrt heim. Hoffen wir, daß viele frohe Schifahrer in unsere Reihen kommen. Sonntag, den 1. Februar Schifahrt. Näheres wird noch schriftlich mitgeteilt. Auskünfte zwischen 10—12 Uhr und 3—6 Uhr. Telephon 56199 (Hennv Feuchtwumger). Jüdischer T u r nu n d Sportverein Bar Kochba Nürnber g. Die Generalversammlung am 8. Januar 1925 gab ein anschauliches Bild des letzten Vereinsjahres. An den 48 Turnabenden haben im ganzen teilgenommen: 2000 Herren, 1500 Damen und 2500 Kinder; gegen das Vorjahr fast eine Verdoppelung. An den leichtathletischen Übungen und Spielen nahmen durchschnittlich 30 Herren und Damen teil. Die Kassenverhältnisse sind geordnet, doch bedarf es der größten Anstrengungen, die hohe Kosten für Turnoerfuetjen sie ^smgrna-f lamme“ zu lOPfa. mit Strobmunbftück in eleganter Bledipackung 3igarettenfabrik Dibolb, Tlluncticn