Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 3 (16.1.1925)
- Date
- 1925-01-16
- Page
- Seite 43 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 Das jüdische Echo 43 Sektion Donauland endigte, veröffentlicht. Dr. Badt schließt seine Betrachtung mit den folgenden Worten: „Man braucht kein großer Prophet zu sein, um die Entwicklung, die sich im Laufe der nächsten fünf Jahre, vielleicht auch schon früher, vollziehen wird, schon jetzt übersehen zu können. Einen Schritt abseits vom Wege des Rechts war noch immer ein Schritt auf dem Wege, der letzten Endes in den Abgrund führte.“ Die gesamte demokratische Presse drückt die Ansicht aus, daß der Alpenverein nach dem Sieg der arischen Elemente seiner Spaltung und Auflösung entgegengeht. Literarisches Echo Georges Clemenceau: Jüdische Geschichten. Übersetzung von Schiller Marmorek. Rhombus-Verlag, Wien. Vorrätig in der Ewer-Buchhandlung, üttostraße 2. Das Büchlein, welches vor längerer Zeit unter dem Titel: „Au Pied de Sinai“ erschienen ist, wurde 1924 aus dem Französischen ins Deutsche übertragen; es enthält Geschichten und Reiseberichte des bekannten französischen Politikers, der sich hier in einer Weise zeigt, wie man ihn in den letzten Jahren nicht mehr erkennt. Hier ist er ein Mann, dessen Herz noch warmes Gefühl für das Leid seiner Mitmenschen hat im Gegensatz zu dem Minister, dessen Inneres nur vom Rachegefühl beseelt ist, und der sich in Bedriikkung seiner Feinde nicht genug tun kann. Die Erzählungen bezw. Schilderungen führen uns nach dem Osten, wo wir die Juden in ihrem Elend, aber auch in ihrem Edelmut kennen lernen. Daß bei dem Verfasser vielfach der Humor zu seinem Rechte kam, dürfte den Erzählungen einen gewissen Reiz gewähren. F. Gemeinden-u.Vereins-Kcho Das jüdische Arbeitsamt München, Herzog Maxstraße 7/0, Tel. 53401, sucht Stellen und Arbeit für Stenotypistinnen, Verkäuferinnen für Textil, Wollwaren, Wäsche, Näherinnen, Hilfsarbeiter für Schreibarbeiten, Bankbeamten, Ausgeher usw., Bäcker, Schreiner, Reisenden. Heute, den 17. Januar, abends halb 8-Uhr pünktlich im Museumssaal Liederabend der Frau Rahel Kaufmann aus Berlin. (Siehe Anzeige.) JOjähriges Jubiläum. In der Synagoge Herzog Maxstrasse, beging Herr W. Ziegler den 40. Jahrestag seiner Mitwirkung bei dem Synagogenchor. Im Beisein einer Vertretung der Kultusgemeinde widmete Herr Oberkantor Kirschner dem Jubilar warme Worte der Anerkennung; die Chormitglieder übergaben einen Stock mit Widmung. Herr Ziegler ist weiten Kreisen bekannt als ehemaliges Mitglied des Hoftheaters und des Soloquartetts des Münchener Hoftheatersingchors. Sein Sohn Herr Jos. Ziegler ist Dirigent des Jiid. Gsangvereins und des Synagogen'chores, Herr Benno Ziegler ist riihmlichst bekannt als Kammersänger der Berliner Oper, jetzt der Frankfurter Oper. Zionistische Ortsgruppe Miinchen. Nach der durch die Feiertage und den Delegiertentag bedingten Pause werden die regelmäßigen Ortsgruppenabende im Bibliotheksaal der Kultusgemeinde wie folgt fortgesetzt: Mittwoch, den 14. Januar 1925: Bericht und Aussprache über den Delegiertentag sowie über laufende Angelegenheiten. Donnerstag, den 2 2. Januar 19-2 5: Vortrag des Herrn Dr. Kreuzberger-Breslau (Thema wird durch das Echo bekanntgegeben). Donnerstag ,den 2 9. Januar 1925, Fortsetzung der Diskussion „Warum bin ich Zionist?“. Leitung: Dr. Siegbert Feuchtwanger. Zur Diskussion haben sich bisher gemeldet: Justizrat Dr. Emil Fränkel, Jakob Reich, Leo Satonower, Dr. Julius Siegel, Dr. Eli Straus, Josef Schachno. Voranmeldungen zur Diskussion erbeten. Donnerstag, den 5. Februar 1925: Palästina-Abend. Leitung: Herr Argasi. Auch hierfür sind Voranmeldungen erbeten. Zur Kostendeckung 30 Pfennig Eintritt. Bar Kochba-Ball. Am vergangenen Samstag entsprach der Bar Kochba den von vielen Seiten geäußerten Wünschen durch Veranstaltung eines Balles, der ein zahlreiches Publikum in den Sälen des „Bayer. Hof“ in bester Stimmung vereinigte. Der Abend wurde mit einem Theaterstück eröffnet, das allerdings als allzu leichte Unterhaltung ohne jedes literarische Niveau bezeichnet werden muß. Die Harmlosigkeit wurde aber mit einer für Dilettanten erstaunlich guten Aufführung —. inszeniert von Herrn Kunstmaler Wiener — herausgebracht. In den verschiedenen Rollen leisteten die Damen Camilla Hohenberger, Sofie Bohrer, Mimi Kluger und die Herren Simon Blumenberg, Moritz Bohrer, Bruno Kluger und Fritz Wiener vorzügliches. Nach dem Theaterstück wurde getanzt, wobei es für die Damen und Herren Überraschungen gab. Ein von Frau Goldfarb geleitetes Büffet und ein im orientalischen Stil errichtetes Trinkzelt sorgten für das leibliche Wohl und für den finanziellen Erfolg des Abends, auf den alle Beteiligten mit Befriedigung zurückblicken können. Die Ski-Abteilung des Bar Kochba hatte am Montag, den 12. Januar 1925 ihre Gründungsversammlung. In einleitenden Worten streifte Herr Spielmann die Vorgänge im Deutsch-Österr. Alpenverein mit dem Hinweis darauf, daß diese antisemitische Tendenz in diesem Verein in der Folge mitbeeinflussend für die Skiabteilung sein wird. Herr Spielmann betonte noch, daß vor allem außer der zu wählenden Vorstandschaft eine sogenannte Führergruppe gebildet werden muß, da dieser die Durchführung der Touren obliegt. Die Abteilung wurde mit 20 aktiven Mitgliedern gegründet. Als Vorstand wurde Herr Siegfried Spielmann, Neuhauserstraße 1, als Schriftführerin Frl. Henny Feuchtwanger, Thierschstraße 19, als Kassier Herr Dr. Weil, Trappentreustraße 40, gewählt. Herr Siegfried Spielmann ist jeden Dienstag und Freitag in seinem Geschäftslokal, Neuhauserstraße 1, von 6—7 Uhr für die Mitglieder der Skiabteilung, aber auch für alle an der Skiabteilung interessierten Skiläufer zu sprechen. Ebenso kann man am Freitag in der Zeit von 6—7 Uhr bei Herrn Siegfried Spielmann unter Nr. 56564 Auskunft über die projektierte Sonntagstour erhalten. Diese Sonntagstouren werden regelmäßig jede Woche im jüdischen Echo veröffentlicht. Es ist zu wünschen, daß noch weiter^ Kreise Veranlassung nehmen, sich für die Skiabteilung des Bar Kochba zu interessieren. Jede Anregung wird berücksichtigt. Erste Führungstour Sonntag, den 18. d. M. oberes Sudelfeld, evtl. Abzweigung einer Gruppe Geübter, welche auf den „Hohen Treiten“ geht, während der zurückbleibende Teil unter Führung eines Gruppenführers am Übungshügel übt. Abfahrt Samstag abends um 6.30 Ühr am Holzkirchner Bahnhof. Übernachten in Bayrischzell. Nachzügler können sich am oberen Sudelfeld einfinden.