Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 2 (9.1.1925)
- Date
- 1925-01-09
- Page
- Seite 27 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 Das Jüdische Echo 27 genommen werden, so werden sie sieh auch einfinden. Über die Ziele, die Notwendigkeiten, die Organisation der Skiabteilung wäre noch manches zu sagen. Wir bitten alle jüdischen Skiläufer Münchens sich in der Gründungsversammlung am Montag, den 12. Januar 1925 abends 8 Uhr im Nebenzimmer des Restaurants Domhof, Kaufingerstraße 15, zahlreich einzufinden und sich dazu zu äußern. Siegfried Spielmann. Der Jüdische Gesangverein beging seine Chanukah-Feier am 23. Dezember in der Tonhalle mit einer musikalischen Aufführung großen Stils. Man hatte Händels berühmtes Oratorium „Judas M a c c a b ä u s“ ausersehen, eine Schöpfung, die bis heute nichts an ihrem inneren Wert eingebüßt hat und frisch und lebendig in ihrer monumentalen Anlage vor uns steht. Zudem ist es das Hohelied jüdischer Heldenkraft. Man darf es daher als glücklichen Gedanken bezeichnen, daß der Dirigent Josef Ziegler dieses Werk gewählt hatte, das nicht nur der Feier trefflich angepaßt war, sondern auch künstlerisch einen hohen Genuß gewährleistete. Die stimmlichen und musikalischen Anforderungen an den Chor erweisen sich zum Teil als ziemlich beträchtlich und man muß dem Verein für die mit großer Hingabe und ersichtlichem Fleiß bewerkstelligte Bewältigung seiner Aufgabe uneingeschränktes Lob aussprechen. Selbstverständlich sind Händels Chöre in der Hauptsache auf große Besetzung eingestellt und man hätte sich manches Stück, wie z. B. das Schlußhallelujah, noch wuchtiger und pompöser denken können, aber im Rahmen des Vorhandenen wurden doch ganz prächtige Wirkungen erzielt. Ich erinnere nur an den klangschönen Anfangschor, das mächtige „Fall war sein Los“, sowie den berühmten Wechselchor „Sehet er kommt“, den Händel übrigens ursprünglich für den „Josua“ komponiert hatte. Hinsichtlich der Solisten konnte der Dirigent sich auf ein erlesenes Quintett mit dem Stil vertrauter Künstler stützen. Dem „Judas Maccabäus“ lieh Emil Sarsky seinen besonders in der Mittellage voll und warm klingenden Tenor. Die anspruchsvolle Partie des Simon lag in den Händen des rühmlich bekannten Konzertsängers Julius Schweizer, der sie durch sein wohlgeschultes Organ, durch seine intelligente, charakterisierende Auffassung dem interessiert zuhörenden Publikum nahezubringen verstand. In den weiblichen Hauptpartien fesselte Else Buschoffs gut geschulter, von schlichter Innigkeit getragener Sopran, während Sonja Fleischer, Interpretin der großen Koloraturarie, sowohl musikalisch wie durch die mühelose gesangliche Beherrschung allseitige Bewunderung erregte und Frau B. Richard sich den Genannten mit dem edlen Timbre ihrer sonoren Altstimme ebenbürtig zugesellte. Den instrumentalen Teil vertraten Mitglieder des Konzertvereinsorchesters in angemessener Weise, Zahnarzt Kurt Bettsack und Robert Ossenbrunner wirkten verdienstlich am Flügel, beziehungsweise an der Orgel, indem sie zur Belebung und Verstärkung der Klangfarben beitrugen. Das Hauptverdienst gebührt natürlich dem Leiter der Aufführung, Josef Ziegler. Er hatte mit verhältnismäßig wenig Proben das Werk gewissenhaft vorbereitet und hielt in ruhiger, sicherer Stabführung alle Fäden mit fester Hand, so daß sich alles zu einem erhabenen, einheitlichen Ganzen fügte und ein Gesamteindruck zustande kam, der eine allseitige tiefe Ergriffenheit bei den Zuhörern auslöste und zu den schönsten Hoffnungen einer ersprießlichen Weiterentwicklung des Vereins berechtigt. Anschließend entzündete Herr Oberkantor Emanuel K irschner die Chanukahlichter. Sein seelenvoller Gesang brachte den weihevollen Ton zum Einsatz der Hymne, die vom ganzen Publikum stehend mitgesungen wurde und so dem Abend einen würdigen Abschluß gab. J ii d i s c h e Feier n. Wer den am vergangenen Sonntag in den Räumen des „Bayerischen Hof“ in München von der „Jüdischen Frauengemeinschaft“, der „Zionistischen Ortsgruppe“ und dem „Bar Kochba“ veranstalteten Festen beigewohnt hat, darf auf genußreiche Stunden zurückschauen, ja er darf behaupten, jüdisches Leben aus diesen Äußerungen der Freude heraus empfunden zu haben. Schon das von Herrn E r n s I He u m a nn redaktionell und technisch sehr gediegen herausgegebene Programmheft, das durch den zeichnerischen Schmuck von Fritz Wiener wirkungsvoll auf die Feiern vorbereitete, hat als Einladung einen vielversprechenden Auftakl gebildet. Es war daher kein Wunder, daß sowohl das den Kindern in erster Linie zugedachte Chanukah-Fest, womit die erst vor kurzer Zeit gegründete „Jüdische Frauengemeinschaft“ ihre auf Pflege jüdischen Wesens gerichtete Tätigkeit zum ersten Male vor die Öffentlichkeit trug, wie auch die abendliche Makkabäer-Feier einen erfreulich starken Besuch auf wiesen. Die unter der bewährten Leitung von Frau Henny R e i ch stehende Nachmittagsveranstaltung bot nicht nur den zahlreich herbeigeeilten Kindern jeglichen Alters nachwirkenden Genuß. Man darf sagen, daß auch der Erwachsene den zum großen Teil aus der Jugend selbst heraus geborenen Äußerungen einer natürlichen Lebensfreude aufrichtigen Beifall zollen darf. Da ist schon die von I s a S t r a u ß empfindungsvoll gesprochene, selbstverfaßte Begrüßung, die in den Geist des Festes hineinführte, zu nennen. Die von den Kleinen des „Kindergartens der jüdischen Frauengemeinschaft“ reizend ausgeführten hebräischen und deutschen Kinderspiele rissen gleich die kleine Zuhörerschaft mit, so daß freudige Stimmung den Saal beherrschte. Der hübsche und exakt dargebotene „Menorah-Reigen“ der Bar Kochba-Mädchengruppe leitete über zu der in jeder Hinsicht besten Darbietung des Nachmittags, zu dem vom „Blau- Weiß“ gestellten Schauspiel „David und Goliath“. Mit erfrischender Keckheit der Sprache, des von P i n c h a s Tolziner verfaßten Stückchens paarte sich eine ungezwungene Darstellung, an deren berechtigtem Erfolg auch der Verfasser selbst als „fürchterlicher Riese Goliath aus Gath, der Stadt“ einen guten Teil beanspruchen darf. (Daß Tolziner nicht nur in diesen Künsten zu Hause ist, bewies er aber noch durch eine Ausstellung einer handwerklich wie geschmacklich sehr lobenswerten Korbmöbel-Einrichtung aus der von ihm geleiteten Blau-Weiß- Werk stätte; hier können wir eine hocherfreuliche Vereinigung von geistigem Schaffen und Handarbeit feststellen, die dem Judentum unserer Tage fast verloren gegangen zu sein schien und die wir als „neuen Geist“ und „neue Wirklichkeit“ freudig begrüßen.) Eine unvorhergesehene, dankbar angenommene Bereicherung des Programms hot Frau Kaufmann mit Derschen sie »^Smgn^Flamme“ zu 10 Pfg. mit Strotjmunbrtück in eleganter Bledipackung 3igarettenfabrik Dibolb, IIIiind)en