Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 52 (26.12.1924)
- Date
- 1924-12-26
- Page
- Seite 489 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 52 489* Das Jüdische Echo Caspary und der Vorsitzenden des Ahawa-Kindedheims, (ehemaliges jüdisches Kinderflüchtlingsheim) Frau Wagner Tauber, das ganze Haus vom Dach bis zum Keller in allen Einzelheiten gründlich besichtigt wurde. Die weiten luftigen, in modernster Ausstattung versehenen Schlaf-, Speise-, Spiel- und Aufenthaltsräume, die Nebeneinrichtungen, die Poliklinik, die Säuglingskrippe, der Agudo-Kindergarten, die Lehrwerkstätten usw. machten einen vorzüglichen Eindruck. Der Staatssekretär, sowie die gleichzeitig anwesenden dirigierenden Ärzte unseres neuen Krankenhauses, die Herren Strauß, Rosenstein, Abel und Direktor Koburger äußerten sich in unverhohlener Bewunderung über die Umwandlung und Neugestaltung dieser historischen Krankenheilstätte. Im Anschluß hieran erfolgte die ebenso gründliche Besichtigung der großen Krankenhausanlagen in der Exerzierstraße. Der Eindruck auf die Gäste war ein unverkennbar bedeutender. Der Staatssekretär hat bei dieser Gelegenheit wiederholt zugesichert, dem zuständigen Ministerium über den überraschenden Eindruck, den er empfangen habe, zu berichten. Es sei immerhin als große Tat aufzunehmen, daß trotz der trüben vergangenen Zeit der letzten zehn Jahre, es möglich gewesen ist, ein so umfangreiches Werk in so ausgezeichneter Weise zu erhalten. Diesen Besuchen sollen demnächst weitere Besichtigungen jüdischer Anstalten folgen.“ Zionistische Ortsgruppe München. Unser Makkabäer-Fest findet unter Mitwirkung des Bar Kochba Sonntag, den 4. Januar abends 8 Uhr im Bayerischen Hof statt. Wir verweisen auf unsere Inserate in der vorigen und in der nächsten Nummer dieses Blattes. Vorverkauf Ewer-Buchhandlung, Ottostraße 2. Mitglieder und Gesinnungsgenossen bitten wir um Spenden für das Büfett und für den Glückshafen. Spenden für das Büfett erbitten wir an Frau Orljansky, Neuhauserstraßc 29 (Tel. 54561), Spenden für den Glückshafen an die Ortsgruppe, Ottostraße 2 (Tel. 56199). Die Spenden können auf Wunsch auch abgeholt werden. Nächster Ortsgruppen-Abend Donnerstag, den 8. Januar abends 8 Uhr im Bibliotheksaal. Bericht über den Delegiertentag. Sonntag, den 4. Januar nachmittags 3 Uhr im Bayerischen Hof Chanukkah-Kinderfest. Vorverkauf Ewer-Buchhandlung, Ottostraße 2. Zionistische Ortsgruppe Nürnberg- Fürth. Die Chanukkahfeier der Zionistischen Ortsgruppe Nürnberg-Fürth, die am Donnerstag, den 18. Dezember im Hotel Deutscher Hof stattfand, gestaltete sich zu einem vollen Erfolg. Der Saal konnte kaum die vielen Besucher fassen, die zu dem Feste herbeigeströmt waren. Es war erfreulich zu sehen, welche Fortschritte die hebräische Sprachbewegung in Nürnberg gemacht hat. Das von den Herren Dr. Katz und Percikowitsch einstudierte Stück machte nicht nur durch die hebräische Sprache an und für sich, sondern auch durch die schauspielerischen Leistungen der Mitwirkenden auf die Zuhörer einen sehr starken Eindruck. Eine sehr hübsche Leistung war auch der von 9 Mädchen getanzte Lichtertanz Menorah von Rubinstein. Ein fröhlicher Tanz vereinigte die Anwesenden noch bis in die späten Abendstunden und trug nicht zum wenigsten zum Gelingen des Abends bei. Fürth. Jüdiische Prüfung. Die israelit. Realschule in Fürth arbeitet in ihrer Art an Wiederaufbau und Wiedergutmachung. Sie versucht nis verringert, das in den meisten Ländern des rutrp1? moyn indem sie das Mißverhält- Westens zwischen jüdischem und nichtjüdischem Wissen besteht. Das Ideal jüdischen Wissens kann freilich auch sie nicht vermitteln, dazu steht sie zu sehr zwischen den Anforderungen des Lebens und des Staates. Aber sie gibt den Kindern, auch solchen anderer Schulen, die Möglichkeit, täglidh 2—4 Stunden zu sitzen und zu lernen. Sie pflegt alle jüdischen Disziplinen, Thorakunde in weitestem Umfang. Daß sie hierbei auf richtigem Wege ist, zeigte die Öffentliche Prüfung, die der neue Direktor Dr. Elias, anknüpfend an die besten Zeiten der Schule unter Dr. Auerbach s. A., Dr. Deßau s. A. und Dr. Feilchenfeld s. A. am 23. November abhielt. Zweck dieser Prüfung sollte nicht sein, zu zeigen, was die einzelnen Schüler oder die einzelne Klasse konnte, dazu ist eine auf einen Tag beschränkte Prüfung nie in der Lage. Hauptzweck war, die innere Struktur des jüdischen Unterrichts zu zeigen, wie derselbe in 15 innerlich verbundenen und aufeinander aufgebauten Gruppen einen Unterricht verbürgt, der von den untersten Anfängen des Alphabets zum selbständigen Lernen von emporsteigt, und wie jeder Schüler seiner Individualtiät entsprechende Anregung finden kann. Neben diesem hauptsächlich beabsichtigten Zweck erreichte die Prüfung, daß man ein Bild von der aufopfernden Tätigkeit der Lehrer und von der Lernlust der Schüler gewann, zu deren Ermunterung die Sdhulkommission 17 Prämien überreichen ließ. Mit dem Wunsche etc. isn daß die Eifrigen nicht müde, die Langsamen nicht entmutigt werden mögen, entließ der Direktor die hochbefriedigte Versammlung. Bei dieser Gelegenheit mag darauf hingewiesen werden, daß die Schule auch sonst Vorteile bietet, die sie für jeden Vater, insbesondere in Bayern, als Zufluchtsstätte vor myttH. als Bildungsstätte für xH oy min besonders empfiehlt. Mit den Zielen einer sechsklassigen Realschule verbindet sie in den 3 oberen Klassen handelswissenschaftlidhen Unterricht. In den kleinen Klassen läßt sie den einzelnen Schüler um so besser fördern. Für auswärtige Schüler findet sich gute Verpflegung und gewissenhafte Beaufsichtigung bei Lehrern der Anstalt oder in andern gut empfohlenen Häusern. Bezirkskonferenz Würzburg des Israel. Lehrervereins für Bayern. Montag, den 5. Januar 1925 nachmittags halb 4 Uhr im Seminar. Vortrag: „Die Grundlagen der kritischen Bibelwissenschaft und die Entwicklung der Pentateuch - kritik bis zur Gegenwart.“ Hirnheimer. Gesamtausschuß der Ostjuden. Zu den nützlichsten Einrichtungen des Gesamtausschusses gehört das Schiedsgericht. Um den Ostjuden die Möglichkeit zu geben, ihre Streitigkeiten in ihrer eigenen Mitte auszutragen und nicht mit ihren Differenzen die ordentlichen Gerichte zu belasten, wurde ein Schiedsgerichtsreferent ernannt, der die Aufgabe hat, das Schiedsgericht zusammenzusetzen. Jeder Partei steht das Recht zu, zwei Schiedsrichter nach ihrer eigenen Wahl zu stellen, und die vier Schiedsrichter wählen mit Zustimmung beider streitenden Parteien einen neutralen Vorsitzenden, der die Verhandlung leitet. Ein solches Schiedsgericht arbeitet objektiv, und es ist bisher in den meisten Fällen gelungen, den Streit der Parteien zur beiderseitigen Zufriedenheit zu schlichten. Diese Einrichtung wurde so populär, daß selbst manche Nichtjuden, die an Ostjuden Forderungen hatten, sich einem solchen Schiedsgerichte unterwarfen, und diesem nach Verlauf der Verhandlung die vollste Anerkennung ausspraehen.