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Das jüdische Echo · 1924-10-24 · 43 (24.10.1924) · p. Seite 348

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
43 (24.10.1924)
Date
1924-10-24
Page
Seite 348 (sequence 8)
Language
German
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348 Das Jüdische Echo Nr. 43 General Abel Davis, Dr. Boris Bogen, Julius Rosenwald u. a. m. Deutschland Reaktionäre Anwürfe gegen Dr. Arnstein Berlin. (J.T.A.) Wie aus vielfachen Presseäußerungen zu ersehen, ist es den reaktionären Kreisen Deutschlands unangenehm, daß der Erbauer des „Z. R. 3“, sowie der bisherigen 60 Zeppelin-Kreuzer, Chefkonstrukteur Dr. Karl Arnstein, ein Jude ist. Die „Deutsche Zeitung“ hat sich anfangs bemüht, Dr. Arnstein zu einem „Halbjuden“ zu stempeln, indem sie fälschlicherweise angab, er sei der Sohn eines Prager Juden und einer Katholikin. In ihrer Abendausgabe vom 14. Oktober ergeht sich die Zeitung in direkten Beschimpfungen des Zeppelin-Erbauers Karl Arnstein. Die Nachricht, daß Dr. Arnstein das Luftschiff „Z. R. 3“ nicht selbst nach Amerika führte, sondern sich Anfang November auf dem Seeweg nach Amerika begibt, glossiert die Zeitung mit folgenden Worten: „Aber es ist richtig: die Luft ist noch viel balkenloser als das Wasser, und wenn schon gereist sein muß — sicherer ist sicherer.“ Zu den Anwürfen der „Deutschen Zeitung“ schreibt die „Vossische Zeitung“ in ihrer Nummer vom 15. Oktober: „Der „Deutschen Zeitung“ ist es sichtlich unangenehm, daß der Konstrukteur der letzten, großen, erfolgreichen Kriegs- und Friedens-Zeppeline ein — Jude ist. . . . Dr. Karl Arnstein ist der in Prag geborene Sohn jüdischer Eltern einfacher Herkunft, der übrigens sich in Prag, wie viele seiner Glaubensgenossen, als guter Deutscher gegen die nationaltschechische Bewegung einsetzte. Er ist der wirkliche Konstrukteur der Baupläne und Risse von 60 Zeppelinen. Er wird in jedem Jahre wenigstens zwei Monate in Friedrichshafen anwesend sein, um hier die zurückgebliebenen Mitarbeiter des Zeppelin-Baues mit Rat und Tat zu unterstützen.“ Wiedererscheinen der Turn- und Sportzeitung „Hamakkabi“ Berlin. (J.T.A.) Der Makkabi-Weltverband gibt ab Oktober d. J. wieder sein Organ, die Jüdische Turn- und Sportzeitung „Hamakkabi“, als Monatsschrift in deutscher, hebräischer und jüdischer Sprache heraus. Die Zeitung ist reichlich illustriert und berichtet über die Vorgänge nicht nur der dem Makkabi-Weltverband angeschlossenen Landeskreise und Vereine, sondern bringt auch Sportnachrichten und Geschehnisse der gesamten jüdischen Sportwelt. Die soeben erschienene Nummer enthält u. a.: Aufruf; A. Loewenstein, Der Turnbetrieb; Dr. Simon, Der Leichtahtlet; Dr. Meisel, Die modernen olympischen Spiele; Die jüdischen Sieger auf den olympischen Spielen 1924 in Paris; Dir. Spiegler, Jüdische Olymiade; „Oso“; Dr. Munther, Die Zusammenarbeit des M.W.V. mit dem Weltverband „Oso“; Resolutionen der „Oso“. ferner Berichte aus verschiedenen Ländern u. a. m. Die Adresse der Redaktion ist: Berlin C. 2, Heiligegeiststraße 52. England Die Juden im englischen Wahlkampf London. (J.T.A.) Der liberale Kandidat des Londoner Judenviertels Whitechapel, Major H. L. Nathan, erklärte in einem Interview mit dem J.T.A.- Vertreter: „Whitechapel ist ein historischer jüdischer Wahlbezirk; die Tausende jüdischer Wähler dieses Rayons haben das volle Recht za verlangen, daß ihr Vertreter im Parlament als Jude für jüdische Interessen eintritt. Es waren bisher viele jüdische Abgeordnete im Parlament, allein seit vielen Jahren hat kein einziger jüdischer Deputierter im Unterhause die gesetzlichen Interessen der Juden offen vor aller Welt vertreten. Ich bin absolut dafür, daß die Balfour-Deklaration und die Errichtung eines jüdischen Nationalheims in Palästina treu durchgeführt werden. Mir ist das ganze Problem nicht fremd, da ich juridischer Berater der Zionistischen Organisation, des Kerem Hajessod, der palästinensischen Elektrizitäts-Gesellschaft, der Rothschildschen Pica, des Wirtschaftsrates von Palästina und vieler anderer politischer, ökonomischer und kultureller Organisationen bin. Es darf nicht vergessen werden, daß ein Liberaler, Mr. Lloyd George, als Premierminister das Palästinamandat im Namen Englands übernommen hat, daß ein anderer Liberaler, Sir Alfred Hond, aktiven Anteil an dem Palästina-Aufbau nimmt, und daß ein dritter Liberaler, Sir Herbert Samuel, der erste Oberkommissar von Palästina ist. Die liberale Partei hat die Emanzipation von Katholiken und Juden in England durchgeführt und die Tore des Landes für politische und religiöse Flüchtlinge aus Rußland undi anderen Ländern offen gehalten.“ Major H. L. Nathan wurde im Jahre 1889 geboren. Er machte den Krieg in Galipoli, in Aegypten und in Frankreich mit und wurde im Felde verwundet. Er nimmt teil an der Arbeit verschiedener jüdischer lokaler Organisationen Englands und bezeichnet sich als Zionist. "KbuThaBmaier München %ßcfinßi£rA& (5iaser ifytscUlanjQ. i,

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