Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 42 (17.10.1924)
- Date
- 1924-10-17
- Page
- Seite 337 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 42 337 Das [Jüdische Echo geben werden wird, verfolgt das Ziel, die nach dieser Richtung sich fühlbar machende Lücke auszufüllen. Es will ein klares Bild des zeitgenössischen Judentums wiederspiegeln, Aufschluß über Leben und Streben der Juden geben, ein sachlichobjektiver. informativ-aufklärender Führer sein. In diesem Buche soll der jüdische wie der nichtjüdische Leser über alles Aufklärung finden, was in den Rahmen der sogenannten Judenfrage hineingehört. Das Werk ist auf Grund! eines speziell gesammelten und zusammengetragenen Materials bearbeitet. Der Verfasser hat die wichtigsten jüdischen Zentren bereist und die Daten und Tatsachen an Ort und Stelle wahrgenommen und festgestellt. Aus anderen Ländern haben berufene Fachmänner alles Wissenswerte beigetragen. Die einschlägige Literatur wurde zu Hilfe genommen. Porträts der hervorragendsten jüdischen Persönlichkeiten lauf allen Gebieten undl aus allen Ländern, Abbildungen und Illustrationen aus dem jüdischen Leben vervollständigen das Bild. Das Handbuch „Juden und Judentum von heute“ wird indirekt apologetisch wirken und erscheint vorerst in deutscher Sprache. Ausgaben in anderen Sprachen sind vorgesehen und in Vorbereitung. Das Buch ist streng unparteiisch gehalten. Zuschriften sind zu richten an: J. Kreppei, Regierungsrat im Bundesministerium für Aeußeres, Wien, VIII, Alserstraße 55. Warnung 1 Vor einem Schwindler mit Namen Oskar Scheuermann aus Kolomea wird gewarnt. Er gibt sich als Student, Beamter der Zion. Organisation, bezw. des Münchener Palästina-Amtes aus und hat von Palästina-Fahrern und von hiesigen Juden unter Vorzeigung gefälschter Unterschriften erhebliche Gelder herausgeschwindelt. Personalia Moritz Jochsberger Im ersten Band seiner Tagebücher spricht Herzl da, wo er von seinen wiederholten ersten Besprechungen in München mit dem Wiener Oberrabbiner Güdemann (1897) erzählt, u. a. auch von dem trefflichen Münchener „Judenwirt“, der seine Wünsche nach diskreten Verhandlungsmöglichkeiten mit so verständnisvollem Eifer erspürt und erfüllt hat. „Wenn wir mehr solche Leute hätten“, so etwa fährt Herzl fort, „dann stünde es viel besser um unsere Bewegung.“ Dieser Judenwirt war Moritz Jochsberger, den wir am Erew Jomkippur zu Grabe getragen haben. Welcher Münchener Jude hat „Jochsberger“ nicht gekannt? Sein koscheres Restaurant, bereits 1874 von ihm übernommen und erst im Kriege aufgelöst, war nicht nur ein anheimelndes Stückchen München, sondern über die Stadt hinaus bekannt in ganz Deutschland und weithin aus dem Ausland besucht. Was diese Gaststätte so berühmt gemacht hat, war aber in allererster Linie die Persönlichkeit Jochsbergers, der, seinen Beruf mit beispielloser Treue und Geschicklichkeit verwaltend, dem ganzen Unternehmen seinen Stempel aufgedrückt hat. Aber, so stark sich auch hier im täglichen Leben Jochsbergers Kräfte entfalten konnten — das Größte an ihm war sein menschlicher Charakter. Er hat das urjüdische Persönlichkeitsideal, Güte und Gerechtigkeit, in so hohem Maße in sich verkörpert, daß das von einem der Grabredne,r in Erinnerung gebrachte Wort des verstorbenen Dr. Werner über den Verstorbenen: „Ich habe viele Edelsteine ln meiner Gemeinde, aber der reinsten einer ist Moritz Jochsberger“ keine Schönfärberei war. Dem jüdischen Gesetz in kindlicher Treue ergeben, hatte er doch, wie gleichfalls an seiner Bahre treffend hervorgehoben wurde, auch für andere Ansichten Achtung und Verständnis; eine abgeklärte Weisheit gab ihm mildernde Menschenkenntnis. Und über allem, über seinem Gefühl, seinem Sprechen und seinem Handel lag bis zur letzten Stunde seiner Wachheit die Sonne gütigen Humors, die uns alle beglückt hat. Solche Menschen nimmt die Gottheit mit ihrem Kuß in die Ewigkeit. Secher zaddik liwrocho das Andenken des Edlen ist ein Segen. II l i i I II llllllllllllllllllll in i mjf t* Te^tiihandelsgesellschaft zum fjf^ „Weberhaus" R.G. München /Frankfurt^*. / Leipzig jjgSjgjj*) Filialen in allen Stadtteilen 1» i 11111111111 III: II 1111! POBZELLAN-NIEDEBLACl MÜNCHEN TMEATINERSTRASSB n f*£tniib*r dar FAHurrnhalk ••tsifi ifswAH im «»BAeeaBr«iiii.iiMi lieLicai &a«»ii6Äiivi«