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Das jüdische Echo · 1924-10-10 · 41 (10.10.1924) · p. Seite 326

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
41 (10.10.1924)
Date
1924-10-10
Page
Seite 326 (sequence 10)
Language
German
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326 Das jüdische Echo Nr. 41 Emiraten der Ebene und den Beduinen des Flachlandes als unbefugte Einmischung abgewiesen wurde, stürzten sich die Kriegszüge der arabischen Puritaner hinab aus ihren Bergen. Unwiderstehlich war ihr Angriff, furchtbar für die Besiegten ihr plündernder Griff. Unter dem Nachfolger Abdul Asis, Saud ibn Saud, wurden die Burgen und Städte des Nedschd Sammelpunkte alles arabischen Reichtums, denn da im Laufe der Jahre auch die Lehre Abdul Wahhabs verfiel, zerstörte man nicht mehr, sondern raubte; und an allen Küsten des arabischen Meeres und bis nach Basra und Bagdad saßen wahhabitische Emire als Statthalter. Bis das Interesse des türkischen Reiches sich durch sie tangiert fand. Ibrahim Pascha von Aegypten, ein Organisator, wie der Orient von damals ihn brauchte, klug, verschlagen, grausam und energisch, bekam 1818 den Auftrag, die Wahhabitenherrschaft zu brechen, und er brach sie. Gegen seine türkische Artillerie — noch zur Zeit Napoleons hatten die Türken die beste Flotte und die die tüchtigste Artillerie Europas — und gegen das Massenfeuer seiner Arnauten und Janitscharen waren die heroischen, wundervoll berittenen Pferde- und Kamelreiterschwadronen der Hochländer machtlos; und ganz Arabien ging mit Ibrahim und gegen sie. Geschlagen und fast vernichtet wurden sie auf ihr Stammgebiet, das Nedschd, zurückgeworfen. Aber Arabien ist das Land der Blutrache. Unversöhnlich und das Herz voll großer Erinnerungen scheinen die Wahhabi unter einem Nachkommen jenes ersten Saud ihre Stunde für gekommen zu halten. Noch immer sind sie die alten Kriegerstämme und die Feinde der Anmaßungen Mekkas; sie verwerfen gleicherweise seine Theologie und seine Politik, halten noch immer sich für die Rechtgläubigen und ihre Feinde für Ketzer, leben im Frieden noch immer asketisch und streng und hausen im Kriege noch immer furchtbar selbst für arabische Begriffe. Ihr Haß gilt nicht den Haschimiten und den Ansprüchen Husseins auf das Khalifat; sie wollen die arabische Welt führen, nicht dank zahlenmäßiger Stärke, sondern kraft des Geistes, den sie zu tragen glauben. Sie sind eine Partei im arabischen Islam und eine unversöhnliche. Viel wird abhängen von der Frage, ob Hussein, wie einst Ibrahim, die Puritaner kraft höherer Technik Zurückschlagen wird. Aber wie dieser Kampf auch zunächst sich gestaltet sein Ende werden wir nicht erleben. Wir können beruhigt in Palästina arbeiten, aufbauen, Werte schaffen; denn die Araberreiche an den Küsten der Halbinsel wie in Syrien und Transiordanien sind Gebilde, in sich und an sich zu schwach, selbst um dem wahhabitischen Ansturm zu trotzen; und so lange die Hochlandstämme sie bedrohen, werden sie immer englische Flugzeuge verlangen, um nur das zu bleiben, was sie sind. Und da von ihnen für unser Werk Gefahr nur auf dem Wege der Gewalt droht, in friedlichem Vertragen mit ihnen in Palästina aber ein Grundpfeiler unserer Idee und unserer Politik ruht, werden sie aus den Lektionen, die ihnen die Reiter Ibn Sauds soeben wieder blutig erteilten, wohl lernen, daß der Satz „Liebe den Frieden und jage ihm nach“, auch für sie einen guten politischen Kern enthält —• denn man kann sich vom Mandatar des Völkerbundes nur dann gegen den Wahhabi schützen lassen, wenn man gegen Schwächere selbst Völkerbundgeist zu hegen fähig ist. Antisemitismus an amerikanischen Universitäten Ein genauer Kenner Amerikas und wohlbekannter amerikanisch-jüdischer Journalist, der sich jetzt auf einer Europareise befindet, berichtete in privater Unterhaltung über die Methoden, mit denen viele amerikanische Universitäten einen tatsächlichen und ungesetzlichen Numerus Clausus für jüdische Studenten durchführen. Es handelt sich dabei allerdings ausschließlich um diejenigen Hochschulen, die private Gründungen und nicht staatliche sind; da sich unter ihnen aber fast alle bedeutenden amerikanischen Lehrstätten befinden, bekommt der Sachverhalt ein sehr ernsthaftes Gepräge. Niemals wird in Amerika ein Bewerber seiner Zugehörigkeit zum Judentum wegen zurückgewiesen werden. Er wird nur, wie alle anderen Bewerber, vor seiner Zulassung einigen psychologischen Fähigkeitsprüfungen unterworfen — und merkwürdigerweise bestehen, wenn eine Anzahl Juden auf jener Hochschule vertreten sind, ihre Zahl hängt von den Entschlüssen der Verwaltungsorgane, der Lehrer- oder Studentenschaft ab, alle anderen jüdischen Prüflinge diese Prüfungen nicht (obwohl sie natürlich sehr wohl bestehen). Entweder sind ihre Augen nicht scharf genug, sie hören schlecht oder zu langsame Reaktionszeiten machen sie für Hochschulstudium ungeeignet: wie dem auch immer sei, mit der größten Höflichkeit und liebenswürdigem Lächeln erhalten sie nach der Prüfung die Mitteilung unzureichender Eignung. In diesem Zusammenhang interessiert eine Bemerkung, die wir einer in Philadelphia erscheinenden jüdischen Wochenschrift entnehmen: „Fast hundert amerikanische Universitäten und Colleges haben psychologische Untersuchungen angenommen, um die Eignung derjenigen festzustellen, die sich um Zulassung bewerben. Wenn solche Prüfungen in gutem Glauben angewendet werden, einzig um rechtmäßige Qualifikationsbeweise zu erhalten, sind sie ganz in Ordnung. Wenn sie aber nur gegen gewisse Bewerber als Ausscheidungsmittel dienen sollen, sind sie sehr unrechtmäßig. Wir zweifeln nicht daran, daß die Proben in den meisten Fällen recht und billig angewenflet werden.“ Auch wir zweifeln nicht daran .... — Gemeindenu. Vereins-Echo München. T odesfälle vom 25. September bis 7. Oktober: Frau Rosenberger Sara, 72 J., Frau Schuhmann Carla, 55 J., Herr Josef Meyer, 65 J., Herr Mor. Jochsberger, 77 J., Fräul. Rosa Heynemann, 35 J. Zion. Ortsgruppe München. Donnerstag, den 16. Oktober abends8Uhrim Bibliotheksaal der Gemeinde außerordentliche Generalversammlung zur Neuwahl und Organisierung der Winterarbeit. Bar Kochba. Kommende Woche findet das Turnen unter Leitung des Herrn Turnlehrer Kindl im neuen Lokal — Turnsaal der städt. Volksschule an der Herrnstraße - statt,und zwar zu folgenden Zeiten: Knabenabt. (ausnahmsweise weg. Feiertag) Dienstag abend 7 — 8, Herrenabt. Dienstag abend 8 — 9, Mädchenabt. Mittwoch nachm. 5 — 7, Damenabt. Mittwoch abend 7 — 9. Diese Regelung ist nur eine vorläufige. Die künftigen Turnzeiten werden auf der Mitgliederversammlung — Samstag, den 18. Okt. abends 8 Uhr, Bibliotheksaal der Kultusgemeinde (nicht wie irrtümlich angegeben, am Donnerstag, den 16. Okt.) — endgültig festgelegt. AlleMitglieder werden dringendst ersucht, zu erscheinen, da sehr Wichtiges zu besprechen ist. Auch sind alle sportlich interessierten Kreise und Leute, die mitturnen wollen, herzlichst zu dieser Sitzung, ebenso wie zu den Turnabenden, bei denen immer Anmeldung erfolgen kann, eingeladen. Die Vorstandschaft. Jung-Jüdischer Wanderbund München. Am Donnerstag, den 23. Oktober 1924 abends 8 Uhr finde

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