Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 38 (19.9.1924)
- Date
- 1924-09-19
- Page
- Seite 287 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 38 Das Jüdische Echo 287 Vaters, sein Sterben, das Zerflattern der Familie. Vergleicht man diese fragmentarische Selbstbiographie mit westlichen, etwa mit dem „grünen Heinrich“, so fällt das Lockere der Darstellung, das Durcheinander von Schilderung und Kritik auf. Wir sind an das Festhalten einer Etage gewöhnt. Es werden' wenig Episoden entfaltet. Die Masse der Zustände fesselt den Mann, der spricht; er erinnert sich an diese Dinge1 und spricht. Und er darf sprechen. Es ist eine kräftige, volle Seele:, die sich äußert, ein sicherer Mensch, mit großen Augen, reichem Geiste und urwüchsigem Gefühl. Es läßt sich auf seine dichterische Gestaltungskraft und Phantasie noch wenig aus diesem, ja a-uchi biographischem Fragment schließen. Man wird mit Freude, in keinem Falle mit Enttäuschung, die weiteren eigentlichen Werke dieses ganz außerordentlichen Menschen erwarten. Sarnrny Gronemann hat nach einem sehr witzigen und nicht nur witzigen Roman „Tohuwabohu“ jetzt seine Kriegserinnerungen hauptsächlich im ostjüdischen Gebiet, publiziert (unter dem Titel: „Hawdoloh und Zapfenstreich“, Jüdischer Verlag, Berlin). Es ist wieder ein sehr amüsantes Buch; wenn es den Kampf des Einzelmannes Muschkoten, gegen militärische Anordnungen schildert. Es gibt sehr instruktive groteske Dinge da. Das Buch trägt vor allem aber weiter die Dunkelheit ab. die über dieser Landschaft liegt. Von der Skepsis des westlichen Gebildeten gegen westliche Hochmut ist es getragen von Respekt und Liebe gegen das unverwüstliche alte und immer junge Volkstum hier. Es ergänzt, so anspruchslos es auftritt, Struck-Zweiigls „Oshjiidisohes Antlitz“, das aus derselben Kriegsperiode stammt. Gemeindenu. Vereins-Edie München. Todesfälle vom 4. bis 17. iSept. Frau Irene Z i e r e r , 65 Jahre. Frau Karol. Neuhause r, 74 Jahre. Kind Wolfgang Block, 4 Monate. Herr Sal. Kahn, 80 Jahre. Die Zionistische Ortsgruppe München veranstaltete am 13. September einen Vortragsabend, an welchem Herr Dr. Me in hold Nußbaum aus Nürnberg über: „Die jüdische Wirklichkeit in Palästina“ sprach. Der Redner besprach hauptsäch: lieh die derzeitigen wirtschaftlichen Verhältnisse in Palästina, welche er bei einer längeren Reise dortselbst zu beobachten Gelegenheit hatte. Seine Schilderung der einzelnen Verhältnisse in den Städten wie in den Kolonien bewiesen, wie so vieles schon geschaffen wurde, aber auch welch große Energien noch nötig sind, um das große Ziel des Aufbaues zu erreichen. Der lebhafte Beifall der zahlreich Erschienenen bewies das große Interesse, welchem derartigei Vorträge begegnen und es wäre nur zu empfehlen, wenn die Ortsgruppe den Palästinafreunden Gelegenheit geben würde, sich von Zeit zu Zeit über die Vorgänge in Palästina orientieren zu können. F. F.C. Hakoah I. — F.C. Allach I. 3:0 (2:0). Die vor kurzem aus dem jüd. Turnu. Sportverein' „Bar-Kochba“ ausgeschiedene Fußbaflabteilung, hat unter ihrem neuen Namen „Hakoah“ bereits schöne Erfolge aufzuweisen,. Durch dieses am letzten Sonntag ausgetragene Spiel hat sich die Mannschaft innerhalb ihrer Klasse im Kampf um die Punkte an die Tabellenspitze zu setzen vermocht und gilt mit einem Vorsprung von 2 Punkten als Anwärter auf die B-Meisterschaft. Auch dieses Spiel zeugt von dem raschen Aufschwung der Abteilung und läßt weitere Erfolge erhoffen. Emme FF1. Geschäftsstelle: A. Uhlmann, Landsbergerstr. 3, 2. St. links. Nürnberg. Am Samstag, den 20. September, abends 8 Uhr wird im Unteren Saale des Hotels „Deutscher Hof“ ein Vortrag von Herrn S. Schokken, Zwickau über: Kaufmännische Möglichkeiten in Palästina stattfinden. Herr Schocken, dem seine reichen Erfahrungen als Leiter eines der großen deutschen Wirtschaftskonzerne die Möglichkeit gaben, bei seinen wiederholten Palästihareisen vergleichende Schlüsse zu ziehen und der auf der anderen Seite als Mitglied des Wirtschaftsbeirats der zionistischen Exekutive und des Kongresses einer der besten Kenner der palästinensischen Wirtschaft ist, wird zweifellos in der Lage sein, kompetente Aufschlüsse über die Aussichten, die Palästina dem Kaufmanne bietet, zu geben. — Alle Freunde der Aufbauarbeit in Erez-Israel sind herzlichst eingeladen. Treff ahrt der nationaljüdischen Jugend verbände. Am Sonntag, den 21. d. M. treffen, sich sämtliche nationaljüdischen Jugendverbände Nordbayerns auf der Freisinger Warte bei Bamberg. Bahnstation Hirschaid. Freunde dieser Sache sind herzlichst eingeladen. Jüd. Frauenverein, Berlin. Vom 18.—24. September finden in Graz (Steiermark) zwei internationale Kongresse statt, deren Aufgabengebiete sich so berühren, daß die Tagungen unter dem Namen „Weltkongreß gegen Unsittlichkeit“ bezeichnet werden. Ein Vertreter des Deutschen Reichs und Vertreter der Ministerien werden anwesend sein, von jüdischer Seite wurden Bertha Pappenheim aus Frankfurt a. M- und Henriette May aus Berlin delegiert. f~~ | CHARLOTTEEHRHNHAUS \ HUGO BERNSTEIN > VERLOBTE , September 1924 _ München ■---— Bruhl/koln a. Rh. Gewandte Game mit der einschlägigen Verwaltungstechnik vertraut, übernimmt noch Häuserverwaltungen gegen mässige Vergütung. Referenzen, Bürgschaft zur Verfüg. Off. tt. 2760 a. d. Jüd. Echo. oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo 1 Pnciinht von gebildeter Dame für München Verf| § tretungen (für Geschälte) oder Posten als g g HwUMwlII Verkäuferin,gleich welcher Branche; Inneng g ausstattungen,Kunstgewerb«, Textilien bevorzugt.Referenzen g g stehen zur Verfügung. Zuschr. erb. u. 2753 a. d. »Jüd. Echo“. § o.ooooooooooooooooooooocooooooooo oooooooooooooooo oooooooooooöo Tetfilhandelsgesellschaft zum „Weberhaus" R.G. München / Frankfurt^ / Leipzig Filialen In allen Stadtteilen