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Das jüdische Echo · 1924-08-15 · 33 (15.8.1924) · p. Seite 227

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
33 (15.8.1924)
Date
1924-08-15
Page
Seite 227 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 33 Das Jüdische Echo 227 diesem Sommer eine Palästinareise unternehmen. Die Gruppe besteht zum größten Teil aus wohlhabenden Kaufleuten und Fabrikanten. (Ziko.) Polen Die jüdische Presse in Polen Warschau (J.T.A.). Das letzte Bulletin des Innenministers enthält eine Statistik über die fremdsprachige Presse in Polen. Betreffend die jüdische Presse teilt das Bulletin mit: In Polen erscheinen 53 periodische Druckschriften in Jiddisch und zwar: II Tageszeitungen, 26 Wochenschriften, 2 Zweiwochenschriften, 13 Monatsschriften und eine Vierteljahrs-Zeitschrift. In Warschau sind 23 jüdische Redaktionen, in Lodz 7, Wilna 5, Krakau 2, Lemberg 3, Czenstochau 3, je eine in Lowicz, Lublin, Rowno, Bialystok, Siedlez usw. Fünf Zeitungen erscheinen in hebräischer Sprache. Der Richtung nach sind 12 Zeitschriften unparteiisch, 9 zionistisch, 5 folkistisch, eine kommunistisch. In Polen erscheinen ferner 3 jüdische Tageszeitungen in polnischer Sprache, darunter die beiden zionistischen Tageszeitungen „Newy Dziennik“ (Krakau) und „Chwila“ (Lemberg), sowie die unparteiische „Nasz Pszeglond“ (Warschau). Literarisches Echo Der hundertste Geburtstag desVölkerpsychologen Moritz Lazarus Berlin (J.T.A.). Am 15. September d. J. wird der 100. Geburtstag des Mitbegründers der Völkerpsychologie, Verfassers des „Leben der Seele“ und anderer geistvoller Schriften, Prof. Dr. Moritz Lazarus (gest. 1903 als ord. Honorarprofessor an der Berliner Universität), gefeiert werden können. Zu diesem Zeitpunkte wird ein größeres biographisches Werk über ihn erscheinen, das Rabbiner Dr. A. Tänzer in Göppingen an Hand seines überaus wertvollen literarischen Nachlasses nach seinem Wunsche und im Aufträge seiner Witwe ausgearbeitet hat. Preisaufgaben der Berliner Universität für jüdische Themen Berlin (J.T.A.). Die Berliner Universität stellt für das Jahr 1924/25 eine Anzahl neuer Preisaufgaben aus allen Wissenschaften, darunter die folgenden: Die Theologische Fakultät wiederholt für den Staatspreis (dessen Höhe übrigens vom Kultusministerium diesmal verdoppelt wurde) das für 1924 gestellte Thema: Die Vorstellungen und Erzählungen vom anerkannten Messias (Erlöser, Gott) im Judentum, Urchristentum und in der Gnosis sind zu sammeln, in ihrer Eigenart darzustellen und auf Ursprung und Geschichte hin zu untersuchen. Ferner als neues Thema: Die vorpaulinische jüdische Mystik (Philo, Septuaginta) und ihr Verhältnis zur antiken Mystik, mit besonderer Untersuchung der etwaigen Beziehungen zu Poseidonios. Gemeinden-u. Vereins-Echo Zionistische Ortsgruppe Nürnberg. Referat Dr. Ernst Simon, Frankfurt a.M. Im Monat April hatte die Ortsgruppe Dr. Ernst Simon, den Redakteur des „Juden“, zu einem Vortrag über Martin Buber geladen. Der Versuch des Vortragenden, in seinen geistvollen Ausführungen ein Bild der Persönlichkeit Bubers und des Gehaltes seines Werkes zu zeichnen, gelang vollkommen. Ausgehend von einer kurzen biographischen Einleitung berührte Dr. Simon mit der Darstellung der Entwicklung des Buber’schen Werkes zugleich auch wesentliche Fragen des geistigen Menschen der Gegenwart überhaupt. Der Weg Bubers zum Chassidismus als einer Welt jenseits moderner Geistes- und Seelenverödung und -mechanisierung und jenseits formelhafter Erstarrung religiösen Lebens sei dabei nur ein Abschnitt gewesen. In einem anderen Problem komme Buber zum Zentralproblem des Menschen der Gegenwart, der einen Ausweg suche zwischen der unerbittlich strengen Forderung der Wissenschaft, des Dranges zur Objektivität und dem Ungenügen an eben dieser Forderung selbst, eine Problematik, deren Größe und Unabänderlichkeit Buber auch anerkennt, ln seinem Buche „Ich und Du“ seien nun entscheidende Grundgedanken für eine Lösung dargelegt. Man müsse vor allem zwei vollkommen verschiedene Sphären auseinanderhalten, zwischen denen es keine Gemeinschaft gebe, selbst eigene Raum- und Zeitabläufe würden in jeder von ihnen walten. Da es in beiden zusammen keine Einheit gebe, könne der Mensch auch nicht in beiden zusammen Einheit, ein Ganzes werden. Nur dann, wenn der Mensch zu dem, was ihm als dem „Ich“ gegenübersteht, bewußt „Du“ in des Wortes gefühltester Bedeutung sagen kann, schlägt der Funke über und die beglückende und erlösende Einheit wird empfunden. Dies ist die Sphäre des edelsten und echtesten Menschenwirkens, das Reich des „Du“. Überall sonst aber bleibt es bei dem fremden „es“, das als ein „Objekt“ stets nur in gegenständlicher ferner Beziehung empfunden und gedacht werden kann. Diesen Gedankengang, der hier nur angedeutet werden kann, führt Buber in vielen Verzweigungen hindurch und schließt damit aufs neue einen Bogen über sein bisheriges Werk. — Die Ausführungen des Redners hinterließen einen tiefen Eindruck auch bei den uns Fernerstehenden, die zahlreich erschienen waren. Referat Ernst Davidsohn: Ernst Davidsohn, der zur Zeit als Gast in unserer Mitte weilt, sprach an einem Ortsgruppenabend über die Araber. Aus der Fülle seiner Erfahrungen heraus bot der Referent ein buntes Bild dieses uns jetzt durch so vielfache Beziehungen nahegerückten Volkes. Er betonte dabei vor allem, daß man sich bei der Mannigfaltigkeit und Vielfarbigkeit der Erscheinungen auf diesem Gebiet sehr vor jeder Schematisierung hüten müsse. Alle Prinzipien des Verhaltens seien fehl am Platze, nur aus der Praxis des gegenseitigen Zusammenlebens, des Lebens überhaupt, lassen sich Maximen und Behauptungen aufstellen. Der Redner war in Hinsicht auf die Verständigungsmöglichkeiten recht optimistisch, glaubte übrigens vor einem übertriebenen Pan-Asiatismus warnen zu müssen, da es vorderhand auf unserer Seite noch dringlichere Aufgaben zu erfüllen gebe. Auch die Ausführungen dieses Redners, denen sich eine längere Aussprache anschloß, wurden dankbar aufgenommen. B. Spendenausweis Spendeneingänge vom 9.—16. August: Allgemeine Spenden: Max N. 50.—. Gitel Saslawsky s. A. - Garten: S. Saslawsky Glückwunschablösung 2 B. 12.—, Adolf Broido 1 B. 6.—, David Saslawsky dankt für Geburtstagsglückwünsche 1 B. 6.—. Gitel u. Benzion Goldberg -Garten: Eltern u. Geschwister zur Verlobung ihrer Helene 2 B. 12.—. Münchner Ölbaumhain: Willy u. Mirjam Feuer anl. der Geburt ihres Sohnes Gabriel Elias 1 B, 6.—.

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