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Das jüdische Echo · 1924-08-08 · 32 (8.8.1924) · p. Seite 215

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
32 (8.8.1924)
Date
1924-08-08
Page
Seite 215 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 32 Das Jüdische Echo 215 Maurüber: Jerusalem / Alexander Chase h i n: M. J. Berdyczewski (Bin Gorion) /Ernst Simon: Zur Wertung des Alters im Judentum. — Bemerkungen: Rudolf Hallo: Juden in Europa. — Umschau: Leo Plaut: über Antisemitismus / Josef Maisl: Seew Wolf Jawitz / Leo Strauss: Bücherschau. Personalia Berlin. Am 26. Juli verstarb zu Berlin der als Schriftsteller und Übersetzer russischer und jiddischer Autoren bekannte Dr. Alexander E1 i a s b e r g. Wie erinnerlich, wurde Eliasberg seinerzeit aus München ausgewiesen und die damit verbundene Aufregung hatte zur Verschlimmerung seines Herzleidens beigetragen. Der Verlebte hat während der Kriegsjahre in den jungjüdischen Kreisen Münchens verdienstlich gewirkt; auch der Redaktion des „Jüd. Echo“ widmete er längere Zeit seine wertvollen Kräfte. Bremen. An Stelle des verstorbenen Rabbiners Dr. Rosenak wurde Dr. Felix Aber aus Breslau zum Rabbiner in Bremen gewählt. Der Gewählte bekleidet zur Zeit die Rabbinerstelle in Salzburg. Ichenhausen. Nun ist die schon längere Zeit erledigte Rabbinerstelle in Ichenhausen besetzt worden. Rabbiner Dr. N e u w i r t h , der mehr als 20 Jahre bei der orthodoxen Religionsgesellschaft in Bingen tätig war, ist der Erwählte. Sport-Echo Ein Werbesportfest der jüdischen Frontsoldaten. Berlin (J.T.A.). Zugunsten der Errichtung eilnes Sportplatzes für alle jüdischen Verbände veranstaltet der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Berlin, arm Sonntag, dem 31. August, nachmittags 3 Uhr. auf dem Platz des Berliner Sport-Klub 1895 E. V.. Kurfürstendamm- Cicero Straße ein Werbesportfest. Teilnahmeberechtigt sind alle jüdischen Vereine und Einzelpersonen. Die Ausschreibung enthält Lauf-, Sprung- und Wurfkonkurrenzen, sowie Turn-. Box- und Feehitwettkämpfe. Sämtliche jüdischen Sportvereine haben ihre Beteiligung zugesagt. Die Wiener Hakoah nach Südamerika Warschau (J.T.A). Herr Küpper aus Johannisburg hat die gegenwärtig in Polen weilende Wiener Fußballmannschaft Hakoah zu einem Besuch nach Südafrika aufgefordert. Die Hakoah wird wahrscheinlich in zwei Monaten die Reise antreten. Die Juden auf der Pariser Olympiade — Ein Jude gewinnt für Ungarn einen ersten Preis Budapest (J.T.A.). Die ungarische Gruppe hat in den Olympischen Spielen in Paris durch Dr. Julius Halasy den ersten Preis im Schießen davongetragen. Die ungarische Presse rühmt die Leistung des Preisträgers, aber an keiner Stelle wird erwähnt, daß er ein Jude und daß sein wirklicher Name Julius Fisch ist. (Fisch heißt auf ungarisch Halasy.) Fisch entstammt einer prominenten jüdischen Familie, aus der viele Rabbiner und Gelehrte hervorgegangen sind. Im Fechtspielwettbewerb erhielt Johann Garsi, ebenfalls ein Jude, den dritten Preis. Man hält es für sicher, daß ein Jude auch iU den Fechtspielen den ersten Platz behauptet hätte. Es ist Dr. Eugen Fuchs, der Preisträger in den beiden vorhergegangen em Olympiaden in London und Stockholm. Er durfte aber an den Fechtspielen der ungarischen Gruppe in Paris nicht teilnehmen, weil er zu sehr für das Judentum eingetreten war. Der dritte Platz im 100 Meter-Schwimmen wurde ebenfalls von einem ungarischen Juden, dem 17jährigen Karl Burta, behauptet. Spendenausweis Jüd. Nationalfonds Otto Hirsch, München s. A. Garten Die Eltern zum Geburtstag 10 B. M. 60.—. Dort, wo gewohnt deine Cherubim im innersten Raum, Dort, wo geruht, der entschwand, des Heiligtums Schrägen. Ich scher und werf meines Hauptes Schmuck hin; mein Fluch mag die Zeit, Die Hauptsgeweihte in unrein Land stieß, anklagen. Wie schmeckte Speis und Trank mir wohl, zur Stundr, da ich sah Hundegezücht deine Löwen zerren und plagen. Oder wie wär meinen Augen noch des Tags Leuchten süß, Muß sehn ich Raben an deiner Aare Fleisch nagen. Becher der Leiden, o laß! ein wenig Ruh! denn schon lang Ist deines Gifts schwer mein Herz, voll Galle mein Magen. Vom Schaum zur Hefe ausleer ich dich, wenn Schomrons ich schau Und Salems Los im Gewand prophetischer Sagen. Zion, du Prachtreif, von Huld und Liebe seit je umkragt, Sieh deine Treuen mit dir wie Wall sich umkragen. Die hell mit jubeln dem Wohlergehn, und tragen den Gram Deiner Verwüstung, und weinen deines Ends Plagen, 1 Hinfallen, sie, wo’s sei, dorthin gewandt, wo dein Tor sich hob, Und fliehn aus Kerkern zu dir auf Sehnsuchtstraums Wagen. Schar deiner Herden, vertriebene, irrend von Bergen zu Tal, Doch nie vergaß sie der Zeit in deinen Verschlagen; Die deinen Schleppsaum erfassen, die sich schwängen wie gern Auf deine Palmbäume, in des Astgezweigs Tragen. Euphrat- und Willand —i wie klein vor dir mit all ihrer Pracht! Wind ward ihr Wissen, wenn dein Recht, dein Licht weissagen, Wo fand dein König, dein Seher, wo dein Priester und wo Dein Sänger, wo fanden sie rings noch Sippen noch Magen? Wechsel und Wandel umdroht jedwedes heidnische Reich; Dein Schatz besteht, deine Kronen ewig-jung ragen. Dich gehrt zur Wohnstatt er selbst, dein Gott — und selig der Mensch, Der nah ihm ruhn darf auf deiner Höhe Steinlagen. Selig, wer harrt, und erlebts, und schaut, wie aufgeht dein Licht, Des Strahlgeschosse die nächtigen Schatten durchschlagen, Deine Erwählten zu schaun im Glück, zu jubeln mit dir, Die neu du jugendlich prangst wie einst in Urtagen. ¥

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