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Das jüdische Echo · 1924-08-08 · 32 (8.8.1924) · p. Seite 208

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
32 (8.8.1924)
Date
1924-08-08
Page
Seite 208 (sequence 4)
Language
German
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208 Das Jüdische Echo Nr. 32 Dr. Weizmann erklärt, er habe nicht die Absicht gehabt, irgend etwas gegen die Verfassung zu unternehmen. Die Exekutive beantragt, den Kongreß für Dezember einzuberufen, damit sie eine legale Basis hat, die Verhandlungen in Amerika zum Abschluß zu bringen. Einen weiteren Aufschub hält er für verhängnisvoll. Die einzige Möglichkeit wäre gewesen, daß das A. C. die Vorschläge der Exekutive in einer solchen Weise billigt, daß die Exekutive wenigstens die moralische Möglichkeit hat, die Verhandlungen weiterzuführen, da das A.C. als ein Ausschuß des Kongresses betrachtet werden kann. In der jetzigen Situation sei jedoch schwer ein Ausweg zu finden. Dr. Weizmann, der verreisen muß, verabschiedet sich hierauf vom Aktions-Komitee. Lipsky betont, es sei notwendig, daß das A. C. in klarer Form zum Ausdruck bringt, in welcher Richtung weiter verhandelt werden soll, sonst sei es für Weizmann unmöglich, nach Amerika zu kommen. Sokolow sagt, er halte es für falsch, den Kongreß vor ein fait accompli zu stellen, daher tritt er doch für einen Winterkongreß ein. Die Abstimmung wird auf die nächste Sitzung vertagt Am Dienstag, den 29. Juli, vormittags wird die Debatte weiter geführt und abgeschlossen. Die Abhaltung des XIV. Kongresses im Winter wird in namentlicher Abstimmung abgelehnt. Schluß der Budget-Debatte. Dr. Halpern erklärt, die Exekutive und der Finanz- und Wirtschaftsrat sind einvertanden mit dem Budget der Kommission, obwohl es den ursprünglichen Antrag überschreitet. Redner verweist darauf, daß der Punkt Hypothekenbank wahrscheinlich nicht realisiert werden wird, da die Hypothekenbank hofft, im kommenden Jahr Pfandbriefe für Pfund 10 000 und mehr zu verkaufen, so daß sie nicht Geld des Keren Hajessod in Anspruch nehmen muß. Die Zionisten aller Länder werden aufgefordert, für diese Pfandbriefe, die ein sicheres Anlagepapier mit 7 Prozent Verzinsung sind, eine große Propaganda einzuleiten. Ussischkin beantragt Erhöhung des Erziehungsbudgets um Pfund 5000, ferner Bewilligung von Pfund 2000 für das Judaistische Institut. Dr. Ruppin über die Kolonisation. Dr. Ruppin legt in einer großen Rede die Prinzipien der bisherigen Kolonisation dar. Er bezeichnet im Gegensatz zu den vielen Unzufriedenen unsere Kolonisation als eine Leistung erten Ranges, die nur dank des ausgezeichneten Menschenmaterials diese Stufe erreichen konnte. Wir müssen bedenken, daß wir in den Jahren 1908 bis 1914 nur etwa Pfund 20 000 für Kolonisation ausgegeben haben. Die Fortschritte der letzten 15 Jahre sind ungeheuer und wir bewegen uns weiter in der Richtung einer vollkommenen Wirtschaftlichkeit. Redner fordert, daß die P.L.D.C., die ein zionistisches Institut sei, von der Zionistischen Organisation als einzige Gesellschaft für den Kauf und Verkauf von Boden anerkannt wird. ^Hr1.Frr?^e der Reorganisation der Verwaltung in Palästina schlägt der Redner vor, es mögen die /ein wirtschaftlichen Angelegenheiten aus der I atigkeit der Exekutive ausgeschaltet werden. Jeder Wirtschaftszweig soll durch eine eigene Körperschaft verwaltet werden, jede dieser Körperschaften soll einen Leiter haben, der Mitglied der Exekutive ist. Redner schließt mit einem Appell, das eigene Werk nicht zu unterschätzen, gerade in dem Moment, wo es bei anderen sich Respekt erzwingt. Hierauf wird das vorgeschlagene Budget en bloc angenommen. Die Jewish-Agency-Abstimmung. Der Vorsitzende stellt fest, daß zwei Anträge vorliegen. Ein Antrag Gruenbaums, daß sich die Verhandlungen im Rahmen der Beschlüsse des XIII. Kongresses bewegen müssen und ein Antrag Blumenfelds, der folgendermaßen lautet: Das Aktions-Komitee nimmt mit Befriedigung von den Verhandlungen Kenntnis, die der Präsident der Organisation in Amerika zur Erweiterung der Jewish Agency geführt hat. Das Aktions-Komitee beauftragt die Exekutive der Zionistischen Organisation auf Grund der vorgelegten Pläne und der Aussprache über die organisatorische Neugestaltung der Jewish Agency die Verhandlungen so weit zu fördern, daß der Kongreß zu einer endgültigen Beschlußfassung kommen kann. Herr Sokolow erklärt namens der Exekutive, daß der Antrag Gruenbaums für die Exekutive unannehmbar ist. Bei der Abstimmung wird der Antrag Blumenfelds in seinem ersten Teile mit 21 gegen 4 Stimmen bei 4 Enthaltungen angenommen. Der zweite Teil wird ohne Widerspruch angenommen. Das Londoner Budget. Lipsky legte ein Budget vor, betreffend die Ausgaben der Exekutive in London. Der Gesamtbetrag beläuft sich auf Pfund 30 000. Herr Lipsky erklärte, daß die Llerausgabe einer Halbmonatsschrift in englischer Sprache geplant sei, neben dem bereits existierenden Zentralorgan „Haolam“. Die Exekutive beabsichtigt, ihre Tätigkeit auf dem Gebiete der Organisation und Propaganda wesentlich zu verstärken. Blumenfeld fordert die Schaffung einer Propaganda-Abteilung in London. Eine besondere Debatte entspinnt sich über die Unterstützung des Komitees der jüdichen Delegation in Paris. In der Abstimmung wird beschlosen, den Budgetposten in der bisherigen Höhe aufrecht zu erhalten. Ferner wird beschlossen, das Londoner Budget provisorisch anzunehmen und der nächsten Sitzung einen detaillierten Budgetentwurf vorzulegen. Waad Leumi und Palästina-Exekutive. Herr Yellin beantragt, daß dem Waad Leumi so wie im vorigen Jahre zwei Sitze in der Exekutive eingeräumt werden. Sprinzak erklärt, die Majorität der Palästina- Exekutive sei für den Antrag. Schließlich wird der Antrag Yellin abgelehnt, und ein Antrag Mereminsky angenommen, demzufolge die Exekutive in Palästina ermächtigt wird, mit dem Waad Leumi wegen einer Regelung dieser Angelegenheit bis zum nächsten Kongresse auf folgender Basis zu verhandeln: Das Aktions-Komitee ist prinzipiell bereit, das Recht der Entsendung von zwei Vertretern in die Exekutive anzuerkennen, vorausgesetzt, daß diese zwei Vertreter vom Aktions-Komitee in einer seiner nächsten Sitzungen auf Grund von Vorschlägen des Waad Leumi namentlich gewählt werden. Bis dahin sollen die Vertreter mit Beratungsrecht teilnehmen. Der zukünftige Sitz der Exekutive. — Der Finanz- und Wirtschaftsrat übersiedelt schon jetzt nach Palästina Herr Sokolow teilt mit, daß die Exekutive beschlossen hat, im Prinzip sich für die Verlegung der zionistischen Zentrale nach Palästina einzusetzen. Inzwischen beschloß die Exekutive einen wichtigen Schritt in dieser Richtung: Finanz- und Wirtschaftsrat werden nach Palästina verlegt. Dr. Halpcon und Kaplanski übersiedeln nach Palästina. Dr. Ruppin verbleibt in der Exekutive.

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