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Das jüdische Echo · 1924-07-04 · 27 (4.7.1924) · p. Seite 155

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
27 (4.7.1924)
Date
1924-07-04
Page
Seite 155 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 27 Das Jüdische Echo 155 soziale und jüdisch-kulturelle Tätigkeit fortzusetzen:, bald erreichen möge. Frau Sokolow gestorben. London (J.T.A.). Am 29. Juni verschied die Gattin des Präsidenten der Zionistischen Executive. Herrn Nahum Sokolo-w in London nach einer mehrmonatigen Krankheit. Dr. De Haan in Jerusalem erschossen. — Die Mörder unerkannt entwichen. Jerusalem (J.T.A.). Am 30. Juni1 abends wurden gegen den bekannten Aguidisten Dr. De Haan, als er nach dem Mariw-Gebet die Synagoge verließ, von unbekannten Tätern aus Revolvern Schlüsse abgegeben. Herr Dr. De Haan wurde getroffen und war sofort tot. Die Mörder entkamen. Der Vorfall hat in Jerusalem ungeheure Erregung hervorgerufen. — Eine Würdigung der Persönlichkeit des Toten behalten wir uns vor. München. In der letzten Sitzung der Gemeindeverwaltung wurde Herr Louis S e - 1 i n g e r an Stelle des verstorbenen Herrn Nußbaum in den Vorstand gewählt. Herr Selinger ist seit vielen Jahren in der Wohlfahrtspflege der Gemeinde außerordentlich tätig und hat sich; auch um das Beerdigungswesen sehr verdient gemacht. Sport-Echo Jüdische Boxer. Berlin (J.T.A.). In der in Berlin erscheinenden Zeitschrift „Boxsport“ veröffentlicht der bekannte Sportkritiker Kurt Doerry einen Artikel über das jüdische Element im Boxsport, in welchm er an die Tatsachen anknüpft, daß in dem denkwürdigen Boxkampf zwischen Ted Kid Lewis und dem französischen Mittelgewichtsmeister Francis Charles, wobei Kid Lewis seinen Partner über 15 Runden nach Punkten schlug, nicht allein die beiden Kämpfer, sondern auch der Ringrichter und schließlich auch der Veranstalter Monsieur David Selal Juden waren. Anknüpfend hieran wird erzählt, daß es in London und in ganz England zahlreiche jüdische Boxer gibt, ebenso in anderen Teilen der Welt das jüdische Element unter den Boxern verhältnismäßig stark vertreten. Die beiden Bloomfield;;, der nordenglische Schwergewichtsmeister Jack Bloomfield und sein Bruder Joe Bloomfield sind jüdischer Abstammung, und es gibt in der englischen Metropole sogar einen jüdischen Boxklub, den „Judean Club“ in Ostend, in dem kein geringerer als Ted Kid Lewis seine ersten Lorbeeren pflückte. Die Geschichte des Boxsports weist eine ganze Anzahl von Boxern jüdischer Abstammung auf. Vor allen anderen ist da Daniel Mandoza zu nennen, der im Jahre 1762 Meister von England wurde und von seinen Zeitgenossen nicht anders als „Mendoza, the Jew“ genannt wurde. Der bekannte englische Autor Trevor C. Wignall widmet ihm in seinem Buche „The story of Boxing“ ein umfangreiches Kapitel. Mendoza wird dort als ein Genie geschildert. Ein Vetter Mandozas, Aron Mandoza, war gleichfalls ein bekannter Pugilist. Ebenso Dutch Sam (1801—1814), dessen eigentlicher Name Samuel Elias war und der das „Israelitische Phänomen“ genannt wurde. In derselben Zeit, lebte Isaac Bitton, spater Aby Belasco. Von jüdischen Boxern, die sich in neuerer Zeit hervorgetan haben, sind zu nennen: Der ehemalige Weltmeister im Leichtgewicht Battling Levinsky, Benny Loonard, der jetzige Leichtgewichtsmeister der Welt, ferner Tommy Burns, der ehemalige Weltmeister im Schwergewicht, der französischkanadischer Abstammung ist und mit richtigem Namen Noah Brusso heißt. Beim Durchblättern der Rekordlisten findet man zahlreiche Namen, die auf jüdische Abkunft hinweisen. Gemeindenu. Vereins-Echo Arbeitsrecht in der Bibel. Über dieses Thema sprach) am 25. ds. Mts. im Rahmen der gemeinverständlichen Abendvorlesungen an der Münchner Universität Herr Prof. W. Silberschmidt, indem er für einen verhinderten Kollegen aus der' theologischen Fakultät mit dankenswerter Bereitwilligkeit eimsprang. Der Vortragende führte aus, daß man' das Ärbeitsrecht der Bibel nicht aus dem Arbeitsrecht der anderen antiken Völker herauslösen darf, wenn man seine hohe Bedeutung würdigen will. Wenn wir zunächst das Arbeitsrecht des Unfreien, des Sklaven betrachten, so sehen wir, daß alle alten Völker den Sklaven als Sache werten und sich nur in der größeren oder geringeren Härte ihm gegenüber unterscheiden. Am strengsten verfahren die Inder und die Römer haben in ihrem Recht die Betrachtung des Sklaven als Sache am konsequentesten durchgeführt. Das biblische Ärbeitsrecht ist am meisten mit dem der alten Babylonier verwandt wie die oft wörtliche Übereinstimmung von einschlägigen Gesetzesbestimmungen lehrt. Es unterscheidet sich aber in seinem Geist vollkommen von dem babylonischen Recht in dreifacher Hinsicht: durch den Monotheismus, seine Humanität und1 durch me Sabbatruhe. Der Glaube an den einen Gott der den Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen hat, verlangte, daß man auch im Sklaven das Ebenbild Gottes ehrte. Der menschliche Charakter des jüdischen Religionsgesetzes bewirkte eine Milderung der Schuldsklaverei, so daß der Schuldner nach 6 Dienstjahren frei gelassen und mit allem zu selbständigem Leben Notwendigen versehen werden mußte. Die Pflicht zur Sabbatruhe wird endlich ausdrücklich auf alle abhängigen Geschöpfe ausgedehnt. Beim1 Arbeitsrecht der Freien griff der Vortragende wiederum auf die Schöpfungsgeschichte zurück und führte aus. daß die Arbeit im Schweiße des Angesichts zum Ausdruck bringen will, daß kein Mensch ein Anrecht auf paradiesische Untätigkeit habe. Ferner ergebe sich aus der späteren traditionellen Auslegung des Bibelwortes, daß die Israeliten Knechte Gottes sind, aber nicht „Knechte der Knechte“ sein sollen, eine unvergängliche Feststellung der' Würde des Menschen. Dieser humane Geist des biblischen Arbeitsrechts, so waren die abschließenden Gedanken des Redners, sollten auch in der Gegenwart bei der Schaffung eines neuen deutschen Arbeitsrechtes wirksam werden, um eine dauernde Aussöhnung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer herbeizuführen. Der Vortrag fand lebhaften Beifall bei den Zuhörern. Zionistische Ortsgruppe München. Montag, den 7. Julli im Klubzimmer, Ottostr. 2, gemütliches Beisammensein. Gäste willkommen. Silbenrätsel Auflösung „Wenn ihr wollt ist es kein Märchen“. 1. Weitzmann, 2. Exekutive, 3. Nablus. 4. Numismatik, 5. Idee. 6. Haggai. 7. Rischon de Zion. 8. Wunderbaum. 9. Okka. 10. Levite. 11. Luther. 12. Teppich, 13. Infanterie. 14. Salomon.

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