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Das jüdische Echo · 1924-06-20 · 25 (20.6.1924) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
25 (20.6.1924)
Date
1924-06-20
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nummer 25 20. Juni 1924 11. Jahrgang Die direkten Bezieher unserer Zeitschrift machen wir darauf aufmerksam, daß noch nicht bezahlte Abonnementsbeträge im Laufe der nächsten Zeit durch Boten ein gehoben werden. Wir bitten alle Abonnenten, die mit den Bezugsgebühren im Rückstand sind, zu veranlassen, daß die vorgezeigten Quittungen eingelöst werden, damit keine unnötigen Kosten entstehen. Verlag des „Jüd. Echo“. Die zweite jüdische Welthilfs-Konferenz Ein „Jüdischer Weltverband für soziale Hilfe“ Berlin. (J.T.A.) Der Generalsekretär der Jüdischen Welthilfskonferenz, Herr J. Efroikin aus Paris, hat sich am 2. Juni vor einer Gesellschaft jüdischer Journalisten in Berlin über den Plan eines „Jüdischen Weltverbandes für soziale Hilfe“ ausgesprochen, dessen Gründung von der Jüdischen Welthilfskonferenz vorbereitet wird. Bekanntlich wird am 21. August d. J. die zweite Jüdische Welthilfskonferenz in Karlsbad zusammentreten. Die Leitung der Welthilfskonferenz beabsichtigt, den Delegierten vorzuschlagen, daß die Jüdische Welthilfskonferenz in der bisherigen Form zu existieren aufhört und in eine auf eine breitere Grundlage gestellte, möglichst das ganze Judentum umfassende Hilfsorganisation, in den von der Konferenz zu gründenden Weltverband für soziale Hilfe, aufgeht. Über die Konstitution und die Ziele des neuen Verbandes sprach sich Herr Efroikin in der folgenden Weise aus: Jeder Eingeweihte weiß, daß das jüdische Volk die während des Weltkrieges, ferner während der Pogrome, der Bürgerkriege, des Hungers und der Epidemien in Rußland durchgemachten Katastrophen noch keineswegs überwunden hat, sondern daß diese Katastrophen in ein organisches Stadium getreten sind. Bei der jetzigen Lage in Osteuropa, zum Teil auch in Mitteleuropa, kann man täglich eine neue jüdische Katastrophe erwarten. Insbesondere aber in Rußland, wo die jüdische Bevölkerung als das erste Opfer einer neuen politischen oder sozialen Umwälzung fallen kann. Bis jetzt kam die Hilfe immer erst nach dem Ruin. Nunmehr aber soll die Hilfstätigkeit so organisiert werden, daß Katastrophen möglichst vermieden, oder wenn sie eingetreten, durch sofort einsetzende Hilfe möglichst paralysiert wer- Rudolf Eucken Die j.T.A. meldet: Der bekannte Philosoph Professor Rudolf Eucken, der Begründer des Eucken-Bundes, nimmt in dem Juni-Heft dieses Bundes Stellung zur Judenfrage. Er führt aus: „Es sind nach meiner Ansicht heute drei Arten jüdischen Denkens zu unterscheiden. Am einfachsten liegt die Sache bei den Zionisten. Diese fühlen sich als nationale Juden, ihre Heimat ist Palästina, niemand sollte ihnen den Besitz einer solchen eigenen Heimat verwehren.: Nur dürfen wir ihnen nicht das deutsche Staatsbürgerrecfrt verleihen und ihnen Ämter und Wahlrecht übertragen,. noch ' verlangen, daß sie über deutsche- Angelegenheiten mitentscheiden. Auf der entgegengesetzten Seite stehen die Juden, welche ihre geistige * Heimat im deutschen Leben finden den. Es soll ein jüdischer Rettungsfonds geschaffen werden, der nicht durch zufällige milde Gaben und Sammlungen, sondern durch eine ständige Steuerleistung seitens der jüdischen Institutionen, der Kehilloth usw. erhalten wird. Die Summe der jüdischen Wohlfahrtsaktionen in den verschiedenen Ländern übersteigt zuweilen das Budget manches kleinen Staates. „Joint“ allein hat bisher 60 Millionen Dollar ausgegsben. In allen Ländern werden ungefähr 200 Millionen Dollar jährlich für jüdische Wohltätigkeitszwecke verwendet. Indem sich aber die jüdischen Kohilloth und philantropischen Vereinigungen in einem interterritorialen jüdischen Verband für soziale Hilfe vereinigen und demselben wenn auch nur 1 bis 2% ihrer Einnahmen zuwenden, könnte ein großartiger Fonds für allgemeine nationale Aufgaben auf dem Gebiet der sozialen Hilfe geschaffen werden. Die jüdische Wohltätigkeit wird dadurch auf die höhere Stufe eines allgemeinen nationalen Faktors emporgehoben werden. Die vornehmste Aufgabe der zweiten jüdischen Welthilfskonferenz wird eben die Schaffung eines solchen interterritorialen Verbandes sein, der alle jüdischen Gemeinden und Gemeindeverbände, sowie alle jüdischen philantropischen Gesellschaften vereinigen soll. Der Verband wird den Volksrettungsfonds verwalten, einen gewissen Prozentsatz seiner Einnahmen für fortlaufende Hilfe verwenden, in der Hauptsache wird er aber die Aufgabe haben, im Falle von Katastrophen sofort mit den größten Mitteln einzugreifen. Der Verband wird auch im ständigen Kontakt mit den internationalen humanitären Organisationen, wie Rotes Kreuz, Internationale Vereinigung für Kinderhilfe usw., stehen. Er soll de facto als die jüdische Abteilung. des Roten Kreuzes anerkannt werden, um in Zeiten von Verfolgungen und Unglücksfällen autoritativ auftreten zu können. und die Juden und diesem Leben aus voller Seele dienen. Derartig innerlich deutsch gewordene Juden kenne ich genügend aus eigener Erfahrung, einen Mann wie z. B. Dr. Michael Singer in Chicago, der' unter großen Mühen und Opfern geistig soviel für das deutsche Leben in Amerika getan hat, rechne ich zu meinen besten Freunden. Aber zwischen diesen Gegensätzenstehen heute viele Juden, die sich halb als Juden, halb als Deutsche betrachten, und die bei solcher Mittelstellung keine rechte Heimat besitzen, weder eine deutsche, noch eine jüdische; hier gilt das. Wort: „Niemand kann zwei Herren .dienen,“ Das Wir- . ken dieser Heimatlosen , kann - man /nicht ohne Bedauern, aber, „auch nicht ohne Sorgen ansehen. Es entsteht daraus-oft eine freischwebende, auf

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