Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 22 (30.5.1924)
- Date
- 1924-05-30
- Page
- Seite 94 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9072829-9103074-9148131--06021-9078720- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 22 Das Jüdische Echo 97 trägen hervorragender Mitarbeiter behandeln. Das Blatt will eine Plattform zur Verständigung zwischen rechts und links über die großen Lebensfragen des Judentums sein. Die erste Nummer -soll Anfang Juni in Ingolstadt in Bayern im Verlag „Graphia“ erscheinen. Wir erfahren von dieser Meldung von zuständiger Stelle, daß dieselbe insofern den Tatsachen widerspricht, als der Verband Bayer. Israel. Gemeinden der neuen Zeitungsgründung vollständig fernsteht. Die „Ita“ wird klar zu stellen haben, wie sie zu dieser merkwürdigen Meldung kommt. Im übrigen wünschen wir, daß das neue Unternehmen eine Belebung des Interesses an jüdischen Angelegenheiten in weiten Kreisen erzielen möge. (Redaktion des Jüd. Echo) Gemeindenu.Vereins-Echo Jüd. Gesangverein München. Im großen Odeonsaale veranstaltete am 21. Mai der Jüdische Gesangverein München sein diesjähriges Konzert. Auch dieses ließ deutlich erkennen die vorwärts und aufwärts führende Linie, auf der der ‘begeisterte und begeisternde Stabführer, Kapellmeister Josef Ziegler, in rastloser, unermüdlicher Arbeit wagemutig bemüht ist, seine Sängerschar zu befähigen, auch vor höchst anspruchsvollen künstlerischen Darbietungen nicht zurückzuschrecken. Der errungene und ersungene Erfolg darf den Jüdischen Gesangverein und seinen rührigen, zielbewußten* Dirigenten mit Befriedigung erfüllen, mag ihnen Lohn sein für die bewiesene hingebungsvolle Sangesfreudigkeit in den vielen, aber notwendigen, anstrengenden Proben. Das Konzert wurde eröffnet mit einem Orgelpräludium von E. Kirschner, gebaut auf einem synagogalen Thema aus der Liturgie des Freitagabend-Gottesdienstes, wirkungsvoll zum Vortrag gebracht vom Organisten der Hauptsynagoge R. Ossenbrunner. Mit dem folgenden Teka beschofor godol aus der Liturgie der hohen Feiertage kam Altmeister Salomon Sulzer in unserem Verein erstmalig zum Wort. In verhältnismäßig engem Rahmen — die Chorkomposition umfaßt 38 Takte — offenbart sich in charakteristischer Weise Sulzers schöpferische Eigenart. Religiöse Inbrunst singt aus der Tiefe jüdischen Gemüts sehnsuchtsvolle Töne und schließt mit freudigem Ausblick auf eine trostreiche Zukunft. So sehr anerkennenswert der Chor seiner, namentlich in rhythmischer Beziehung, schwierigen Aufgabe sicn entledigt hat, so bleibt es dennoch fraglich, ob das mitunter filigranartige Tongewebe sich nicht besser eignen würde für den Vortrag durch ein einfach oder mehrfach besetztes Soloquartett. Der erste Teil des Konzerts fand seinen Abschluß mit Kirschners Lecho dodi für Solo, Chor und Orgel. Die Absichten des Komponisten gelangten durch die sinngemäße, schwungvolle Wiedergabe zu restloser Ausdeutung. Der wirksamen Ausführung des Kantorsolos lieh der gottbegnadete Kammersänger Benno Ziegler von der Berliner Staatsoper seine, von Herzen kommende und ans Herz greifende, hohe Sangeskunst. Der zweite Teil der Darbietungen wurde ausgefüllt durch den meisterhaften, virtuosen Vortrag des Andante und Finale aus dem Konzert in E-moll für Violine von Felix Mendelssohn-Bartholdy durch Anni Betzak aus Frankfurt a. M., am Klavier vortrefflich unterstützt durch ihren Bruder, Dr. Kurt Bettsack, den derzeitigen 1. Vorstand des J. G.-V. Reicher Beifall lohnte diese hervorragende Kunstleistung. Von demselben Komponisten erklang nun, das Konzert abschließend, der 1. Teil seines genialen Oratoriums Elias. Mit Erfolg war der Chor bemüht den Intentionen seines umsichtigen, energischen Dirigenten gerecht zu werden, den hohen Anforderungen zu genügen, die in diesem Werke mit seinen verschiedenartigsten Stimmungen, mit seiner Rhythmik und Dynamik, an die Musikalität, Einfühlungsfähigkeit, Intelligenz und Ausdauer gestellt werden. Gleicherweise erwarben sich die Solisten ein überaus dankenswertes, hohes Verdienst um die Wiedergabe des unsterblichen Werkes. Allen voran der bereits genannte Kammersänger Benno Ziegler, der den zornigen, ironisierenden Eiferer Elias ebenso überzeugend zu Gehör brachte wie den gütigen, tröstenden Berater und Helfer. Ihm zunächst stand Sonja Fleischer mit ihrer ganz hervorragend gesungenen Witwe, sodann mit bestem Gelingen Adele Jochsberger im Duett und als Knabe, Regina Peisach im Duett und als Engel, Willi Wolff als Obadja und König und Robert Ossenbrunner als Beherrscher der Orgel. Ganz besonders verdient um die Ausführung machte sich Dr. Kurt Bettsack durch sein das Orchester ersetzendes, den Chor erfolgreich unterstützendes Klavierspiel. Zu den Mitwirkenden zählen aüch die anwesenden Zuhörer, die durch die Lebhaftigkeit ihrer Beifallsbezeugungen ihren Dank und ihre Anerkennung für die gebotenen künstlerischen Leistungen bekundeten. Aber an die Allzuvielen, insbesondere unter der schulentwachsenen jüdischen Jugend, sei der dringende Appell gerichtet, mehr als bisher den Bestrebungen des jüdischen Gesangvereins ideelles und materielles Interesse entgegenzubringen. E. Kirschner. Zionistische Ortsgruppe München. Montag, den 2. Juni im Klubzimmer, Ottostraße 2, gemütliches Beisammensein. Vorträge. iiiuiiuiifiniiiiiiiiiiiitiiiiiitnniintfniniiniiiniiniitiitifniHKiitHüiintiiiHiiiiiiiiinniiBniHniR Sprechsaal: Zuschriften aus dem Leserkreis veröffentlichen wir grundsätzlich nur mit voller Namensnennung im Sprechsaal, anonyme Zuschriften können nicht berücksichtigt werden. MANIA STIEFELZIEHER JOSEF ANMUT Verlobte München Columbusstraße 2 Kellerstraße 37 22. Mai 1924 Y'EHP löiyn Y'b Empfangstag, Samstag, den 3t. Mai FANNY ALTMANN JAKOB SCHÖNBERG cand. phil. Verlobte Nürnberg 31. Mai 1924 Fürth i. B. Blumenstr. 24 ExlslenzgrinAmg Für einen jungen Mann - auch Witwer -- bietet sich selten günstige Gelegenheit, in einer größeren Stadt Bayerns eine Kurz- und WollWarengroßhandlung zu äußerst coulanten Bedingungen zu übernehmen, beziehungsweise sich zu verehelichen. Angebote mit Angabe des Lebenslaufes und der bisherigen Tätigkeit unter R.G. a. d. Exped. d. Blattes. 534848534848534848482323232323534848535348484848485353532348232348485323482353