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Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern · 1924-03-26 · 7 (26.3.1924) · p. [Seite]

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Journal
Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1924
Issue
7 (26.3.1924)
Date
1924-03-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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MITTE ILUN G E N des Israelitischen Lehrervereins für Bayern Schriltleitung: M. Rosenfeld, München Nr. 7 München, 26. März 1924 Hhraham Frank Einer unserer besten ist von uns gegangen. Am Erev Rosch chodesch Adar haben wir Herrn Lehrer a. D. Abraham Frank zu Grabe getragen. Ein echt jüdisches Lehrerleben hat damit seinen Abschluß gefunden. Hochbetagt mußte er vor einigen Monaten das Israelitische Krankenhaus in Würzburg aufsuchen; dort ist er seinen Leiden erlegen. Die Beisetzung erfolgte auf dem uralten Zentralfriedhof in Rödelsee bei Kitzingen. In Rödelsee hatte Frank 40 Jahre lang als Lehrer amtiert. Fast als letzter Jude verließ Frank die ihm. lieb gewordene Stätte, auf die er 1869 \iach seinem Seminaraustritt berufen wurde. 1910 Wie er in Rödelsee tatsächlich nur für Thora, Abodah und Gemiluth chesed gelebt und gewirkt hatte, so setzte der Greis in Würzburg es fort, fung und Alt scharte er um sich zum „Lernen", m der Chebrah Kadischah war er eines der eifrigsten aktiven Mitglieder; ja, selbst dem Vereinsleben opferte er noch Kraft und Zeit, indem er nach dem Tode Dr. Braunschweigers s. A. das verantwortungsvolle und arbeitsreiche Amt des Kassiers im „Israelit. Lehrervereiii für Bayern" übernahm. Gar vieles und Schweres mußte er im Leben ertragen. Die treue ,Gattin wurde ihm noch in Rödelsee vom Tode weggerafft. Ein hoffnungsvoller Sohn, Dr. med. und Augenarzt, dabei frommer Jehudi, erlag vor einem Jahr einem tückischen Leiden. Aber Franks Gottvertrauen und echte Frömmigkeit überwand alle Anfechtungen. Mit Recht konnte Herr Rabbiner Dr. Hanover bei der Ueberführung, an der sich eine selten große Zahl von Trauernden beteiligte, in gehaltvollen Trauerworten den Lebensgang des Verblichenen mit dem Geschicke Hiobs in Parallele stellen. Herr Hauptlehrer und Schuldirektor Mandelbaum widmete Worte des Dankes und ehrenden Gedenkens im Namen des Isr. Lehrervereins, desgleichen Herr Moritz Rindskopf als Vereinsvorstaud für die Chebrah Kadischah. Die Israelitische Lehrerbildungsanstalt Würzburg, zu deren ältesten Schülern Frank gehört hatte, war bei der Beerdigung in Rödelsee durch Herrn Seminaroberlehrer Stoll vertreten. Am Grabe entwarf Herr Rabbiner Dr. Wohlgemuth-Kitzingen ein Bild von der Lehrertätigkeit des Entschlafenen; Generationen hat er herangebildet, die seiner in Liebe und Treue gedenken und fast alle in Treue und Liebe dein überlieferten Väterglauben dienen. Herr Lehrer Bamberger-Kitzingen sprach als Nachbarkollege und zeichnete am Bilde Erzvater Abrahams das Bild Abraham Franks. Kultusvorstand H. Engel- Würzburg dankte namens der Würzburger Lernvereine Ez-chaiim und Ohave Emeth für die hingebungsvolle Lehrtätigkeit in Würzburg, des Verewigten Wesen und Wirken darstellend an den Geräten des Heiligtums: Schulchan, Menorah, Misbeach. Herr Stiebel-Kitzingen sprach im Auftrage der Chebrah Kadischah der Stadt und des Bezirkes. Ueber 50 Jahre hindurch hatte Frank jährlich zweimal am Erev Rosch chodesch die Glaubensbrüder in Rödelsee zum Chebrah-Gottesdienste zusammengerufen; auch im Tode noch hat er sie diesmal um sich gesammelt und sie kamen, zahlreicher als je, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Möge er nun in lichten Höhen den wahren Lohn empfangen, möge er uns allen ein rechter Fürsprecher an Gottes Thron sein. J. St. Diesem Nachrufe von Freundeshand fügt die Verwaltung den Ausdruck besonderer Trauer und herzlichsten Dankes über das Grab hinaus an für alles, was Abraham Frank dem Verein in jahrelanger treuester Hingabe geleistet hat. Der Verstorbene gehörte zu den Gründungsmitgliedern unseres Vereins. Von 1893—1896 war er Beisitzer der Verwaltung, das Amt des Kassiers versah er von 1913—1918 in vorbildlicher Weise. Den dienstunfähigen Kollegen, Witwen und Waisen war er ein unermüdlicher Anwalt und auch nach Rücktritt aus seinem Ehrenamt hat er trotz körperlichen Leidens und der schweren Schicksalsschläge, von denen er heimgesucht ward, die Aufgaben des Vereins aufs eifrigste gefördert. In seiner anspruchslosen Treue bleibt er ein Vorbild allen Mitgliedern des Vereins. Sein Andenken wird von uns stets in Ehren gehalten werden).

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