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Das jüdische Echo · 1924-04-11 · 15 (11.4.1924) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
15 (11.4.1924)
Date
1924-04-11
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nummer 15 15. April 1924 11. Jahrgang Henry Ford von Dr. Max Prager Henry Ford ist gegenwärtig: einer der meistgelesenen und meistumstrittenen Schriftsteller in Deutschland. Sein Buch: „Mein Leben und mein Werk“ ist bereits in über 100 000 Exemplaren (Ladenpreis 3 Goldimark) verbreitet. Der „Internationale Jude“, von dem das CS.—37. Tausend eben gedruckt wird, erscheint (gleichfalls zu etwa 8 Goldmark) demnächst sogar in einer „Vorzugsausgabe“. Dies sind Rekordziffern, wie sie sonst kaum durch okkultistische Werke und Schundromane erzielt werden'. Dabei war vor nicht allzu ferner Zeit der Name Henry Ford selbst in deutschen Automobilistenkreisen fast unbekannt. Erst 1916 hörte man ihn häufiger nennen. Damals in Verbindung mit dem Dampfer „Oskar II.“ Dieses Schiff lief von New-York im Dezember 1916 mit der Bestimmung aus, durch seine christliche Tat das Massenmorden in Europa zu beendigen. Die von ihm ausstrahlende Weihnachtsstimmung sollte die Krieger aus den Schützengräben treiben. Henry Ford hatte das Friedensschiff ausgerüstet. Die Kunde, daß er die größte Automobilfabrik der Welt besitzt, drang bei dieser Gelegenheit zum erstenmal bis in die entferntesten Winkel der Erde. Sonst war sein Schiff wenig glückhaft. Es fuhr zwar unbeschädigt durch die englische Minensperre, scheiterte aber an den harten Köpfen und ebenso harten Herzen der kriegführenden Europäer. Deutschland schwur damals noch auf das böse Fontane-Wort von den internationalen Anglo-Saxonen: „Sie sagen Christus und meinen Kattun.“ Das gute Fontane-Wort: „Wenn sie nur geben beim Liebeverkünden, forsche nicht nach den letzten Gründen“ war vergessen. Uncle .Sam wurde in der unliebenswürdigen Gestalt gesehen, wie ihn der Simplizissimus dargestellt hatte: Als Schacherjude, der dem Tod um Gold' ganze Sortimente von Sensen liefert. Ostjuden, die riefen: „Hoch der Keyser!“ waren damals beliebter, als Hundertprozentamerikaner, die predigten: „Friede auf Erden“. Henry Ford versichert, daß er bis zu dem Augenblick, wo Amerika selbst Mitkämpfer wurde, keine Kriegslieferungen gehabt hat. Dann freilich kam auch für ihn „Großkonjunkturzeit“. Seine Fabriken haben vom April 1917 bis November 1918 eigentlich nur noch im Dienste des Krieges gearbeitet. Uber den Erfolg dieser Dienstleistung berichtet er selbst: „Allgemein ist wenig bekannt, daß unser Schlepper, den wir Fordson nennen, im Krieg infolge der Lebensmittelnot der Alliierten ein Jahr früher als ursprünglich beabsichtigt, der Produktion übergeben wurde, und daß unsere gesamte Produktion anfangs direkt nach England1 versandt wurde. Alles in allem schickten wir in dein kritischen Jahr 1917—1918, als die U-Boote den Höhepunkt ihrer Tätigkeit erreicht hatten, 5000 Schlepper über das Meer. Sämtliche Maschinen sind gut angekommen, und die Offiziere der britischen Regierung hatten die Güte, zu erklären, daß England ohne sie die Lebensmittelkrise kaum hätte bekämpfen k önn en.“ Welchen Erfolg Henry Ford selber bei diesem Geschäft erzielt hat, verschweigt er. Er teilt nur mit. daß sich sein Nettobargewinn „der letzten Jahre i n der Regel auf über 50Millionen Dollars belief.“ Die Öffentlichkeit hat aber durch I. G. Pipp, der einige Jahre hindurch seine rechte Hand war, folgendes erfahren: „Ford hatte für mehrere hundert Millionen Dollars Kriegskontrakte. Seine Gewinne waren so enorm, daß er von 1917 bis 1919 seine Aktiven verdoppeln konnte. Sie betrugen 1917: 165.975.002 Dollars, gegen 332.99S221.—Dollars im Jahre 1919.“ Dabei hat die deutsche Niederlage für Henry Ford u. a. noch die Nebenwirkung gehabt, seine gefährlichste Konkurrenz unschädlich zu machen und sie sogar zur Dienstleistung für ihn zu zwingen. In seinem Werke zu Dearborn arbeiten heute zahlreiche deutsche Ingenieure und Techniker, und der deutsche Buchhandel leistet ihm bei der publizistischen Vorbereitung des von ihm beabsichtigten Sturmangriffs auf den europäischen Markt, ohne es zu merken, im buchstäblichsten Sinne des Wortes Schlepperdienste. —■ Den aufrichtigen Freund des Friedens kann kein härteres Schicksal treffen, als sein Glück in solchem Maße dem Krieg verdanken zu müssen. Henry Ford trägt dieses Geschick mit der Seelengröße des internationalen Juden Hiob. Kein noch so gewaltiger Kriegsgewinn hat seinen pazifistischen Glauben erschüttern können. Als Amerika die allgemeine Wehrpflicht einführte, verweigerte sein Sohn Edsel den Heeresdienst. Er selbst ließ öffentlich bekanntgeben, er werde keinen Cent seines Kriegsgewinnes für sich behalten, vielmehr alles der Allgemeinheit wieder zuführen. Nach der glaubwürdigen Versicherung des anscheinend wohlunterrichteten Mr. Pipp hat er seinen Kriegsgewinn heute nochi im Sack. Die Allgemeinheit wird sich wohl auch in Zukunft damit begnügen müssen, ihren Anteil daran durch Ankauf von „Fords“ und „Fordsons“ zu realisieren. Ford garantiert, daß sie glänzend dabei fahren wird. „Jeder, der mit uns in Verbindung steht, sei er Leiter, Arbeiter oder Käufer gewinnt durch unsere Existenz“, versichert er mit der ihm eigenen unjiidischen Bescheidenheit. Ein anderer Weg, auf dem Henry Ford seine Kriegsgewinne der Allgemeinheit wieder zuftihrt, ist die Bekämpfung des „internationalen Juden“. Sobald der Krieg auf hörte, hat er diesem den Frieden gekündigt. Der „internationale“ Jude hat ja bekanntlich alles verschuldet: jeden Kriegsgewinn und jeden Kriegsverlust. Er ist in einigen Ländern so unpopulär, daß, wer sich dort selbst populär machen will, nur in der Öffentlichkeit laut auf ihn zu schimpfen braucht. Schon im Herbst 1915, als noch die Mehrzahl seiner Landsleute in Wilhelm II., dem „War Lord'4, das Karnikel sah, hat Ford gegenüber der Pazifistin Rosika Schwimmer erklärt: „Die deutsch-jüdi,- sehen Bankiers haben den Krieg verursacht“. Drei Jahre später hat er I. G. Pipp das Geheimnis anvertraut, „es bestehe zwischen den Juden eine internationale Verschwörung, die Kriege aus Gewinnsucht anzettelt.“ Um diese jüdische Propaganda der Tat durch eine christliche Tat der Propaganda zu bekämpfen, hat Ford im November 1918 ein neues Friedensschiff vom Stapel gelassen, den „Dearborn Independent“. Dieser amerikanische Handelskreuzer führt unter neutraler

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