Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- 51 (21.12.1923)
- Date
- 1923-12-21
- Page
- Seite 519 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 51 Das jüdische Echo Kaum hat Moses Mendelssohn das gesagt, als ihm das Mädchen um den Hals fiel — und sie ward seine Frau, und sie wurden glücklich miteinander, und hatten schöne und brave Kinder, von denen noch Nachkommen leben. — Die palästinensische Flora Gespräch mit Ephraim Rubinovitsch Ein feiner schlichter Gelehrter, allen Äußerlichkeiten abhold, aber geladen mit Energie für sein Werk und für die jüdische Erneuerung in Palästina. Der rühmliche Forscher widmet sich dem Studium der Pflanzenwelt Palästinas. Er hat mit seiner Gattin ein botanisches Museum in Jerusalem eingerichtet und, um seinen Forscherernst zu kennzeichnen, genügt ein kurzes Zitat aus der „Revue biblique“: „Rubinovitsch sagt nicht nur, was er weiß, er teilt freimütig mit, was er bezweifelt.“ Der Geist aber, der seine Arbeit lenkt, spricht aus den Sätzen, mit denen er unsere Unterhaltung er* öffnete. „In jeder Kolonie haben wir Bibliotheken und unsere Pioniere lesen in den Erholungsstunden eifrig, was schwarz auf weiß steht. Ich aber will, daß sie schleunigst auch in der Natur lesen lernen, und vor allem das, was auf dem Felde ihrer Ar beit von der Natur geschrieben ist. Jeder neue palästinensische Jude muß das Leben der Pflanzenwelt seines Wirkungskreises kennen. Und darüber hinaus: Das Volk der Bibel, allzu vergeistigt, muß die Kinder der Natur vor Augen haben, die Kräuter und Blumen, die in der Bibel genannt sind und deren Namen der Jude mechanisch, ohne jede Vorstellung, ausspricht. So wird das verkümmerte Gefühl für die Natur wieder gefunden.“ Rubinovitsch und seine kongeniale Frau betrachten es als ihre Lebensaufgabe, die Pflanzenbiologie, die botanische Geographie Palästinas, die besondere Vergesellschaftung der Pflanzen, die schädlichen Pflanzen und die nützlichen, ferner die Frage der Dünenpflanzen zu erforschen, vielmehr die Erforschung dieser weiten wissenschaftlichen Gebiete, die noch fast unerschlossen sind, vorwärts zu bringen. „Mit Zauberfäden“, meint er, „fesseln diese Studien den in Palästina arbeitenden Botaniker. Er vergißt alle Schwierigkeiten und überwindet alle Gefahren, welche die Forscherarbeit im Lande mit sich bringt.“ Die Ergebnisse seiner bisherigen Forschungen will nun der Gelehrte in einem großen Werk niederlegen. Auf dem Karlsbader Kongreß sah man die herrlichen, künstlerisch vollendeten, lebensvollen, farbenfrohen Blätter aus der Pflanzenwelt Palästinas. Seine Vorträge in Prag und insbesondere die Ausstellung im jüdischen Rathaus zu Prag brachten Gelehrten und Laien Anregung und Freude, und es wird sich in den nächsten Tagen auch in Wien Gelegenheit finden, Dr. Rubinovitsch zu hören. Er hat treffliche Lichtbilder in seinem Reisekoffer. Kein geringerer als Prof. Geddes schrieb in einem englischen Fachblatt, daß das botanische Museum des Ehepaares Rubinovitsch „einzig in seiner Art sei“, ein offenes Buch der Natur, künstlerisch und wissenschaftlich bedeutsam und von großer Wichtigkeit auch durch Forschung der arabischen Folklore. Dr. Erwin Bayer, der Direktor der botanischen Abteilung des Prager Nationalmuseums, schrieb nach dem Studium der Ausstellung im jüdischen Rathaus: „Das Werk des Botanikers Rubinovitsch wird in den biblischen Erzählungen manches in einem feenhaft reinem Lichte der Wahrheit aufklären.“ Seit Wochen stehen wir in eifrigster Arbeit für "den Palästina-Aufbau. In vielen jüdischen Wiener Privathäusern und in Versammlungen wird von der Erneuerung des Judentums in Palästina und von der Bedeutung des Aufbauwerkes für uns alle gesprochen. Der feine palästinensische Forscher, der begeisterte Verehrer der palästinensischen Scholle, Rubinovitsch, dem der Ehrentitel eines „Vaters der palästinensischen Pflanze“ gebührt, kommt gerade zurecht. Gemeinden-u.Vereins-Scho Wir machen darauf aufmerksam, daß diejenigen Gemeindemitglieder, die ihre Kultusumlagen für 1922 (Nacherhebung in Höhe von 5U Goldpfennig für jede angefangenen Mk. 1000.— der Reichseinkommensteuer 1922) noch nicht bezahlt haben, dies bis längstens 31. Dez. 1923 beim Steuerbüro der Gemeinde, Herzog Maxstr. 7/II, nachzuholen haben. Nach dieser Frist werden erhebliche Verzugsentschädigungen und Mahnzinsen anfallen. Der Vorstand der Isr. Kultusgemeinde München. Hille für Sozial- und Kleinrentner, Mittelstandspersonen etc. Auf Veranlassung des Sozialen Ausschusses der Kultusgemeinde findet jeden Mittwoch, V*3 —■ Vs4 Uhr (erstmals am 26. XII.) im Verwaltungsgebäude der Israelitischen Kultusgemeinde, Herzog Maxstraße 7, eine regelmäßige Beratung für Personen des Mittelstandes, Sozial- und Kleinrentner etc. statt. Die Beratung wird durch geeignete, vom Sozialen Ausschuß ausgewählte Vertrauenspersonen vorgenommen. Es wird Rat und Hilfe in wirtschaftlichen und Rechtsangelegenheiten gewährt. Es wird dringend empfohlen, von dieser Einrichtung Gebrauch zu machen, bei der vollste Diskretion gewährleistet ist. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde München Zionistische Ortsgruppe München. Die Ereignisse der letzten Wochen und Monate haben die wenigen, zur Arbeit verfügbaren Kräfte der Ortsgruppe in einer Weise in Anspruch genommen, daß die eigentliche Ortsgruppenarbeit durchzuführen unmöglich war. Nach einiger Klärung der Verhältnisse soll die Arbeit neuerdings mit aller Energie aufgenomme werden. Das Büro der Ortsgruppe ist nach Weihnachten wieder täglich von 3—6 Uhr genöffet. Zur Deckung der Unkosten werden in den nächsten Tagen Nachnahmen über die Monatsbeiträge für November und Dezember in Höhe von zwei Goldmark den Mitgliedern zugehen. Es wird dringend gebeten, diese Nachnahme einzulösen. Ein Teil der Mitglieder ist leider in den letzten Monaten noch nicht einmal seinen finanziellen Verpflichtungen nachgekommen. Die Vorstandschaft ist nicht gewillt, derartige Mitglieder weiterhin als ordentliche Mitglieder der Ortsgruppe anzuerkennen. Die Durchführung der geplanten Chanukka-Aktion für den N.-F. und anläßlich des 50. Geburtstages von Weizmann mußte leider auch unterbleiben. Es müssen aber unbedingt noch in diesem Jahre für den N.-F. größere Spenden aufgebracht werden. Wir bitten daher