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Das jüdische Echo · 1923-11-30 · 48 (30.11.1923) · p. Seite 499

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
48 (30.11.1923)
Date
1923-11-30
Page
Seite 499 (sequence 12)
Language
German
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Nr. 41 Das Jüdische Echo 499 zwischen Budapest und Wien, beziehungsweise München gemacht wundem, hielt ich es für meine Pflicht, bei den maßgebenden Faktoren Ungarns anzufragen, ob und inwieweit die journalistischen Berichte zutreffem. Ich sandte vor allem eine Depesche ab, und ließ dieser dann — auf Grund weiterer Preßmeldungen — eine Note folgen. Die Antwort erfolgte bald. Vorerst kam die Entgegnung auf die telegrapische Anfrage, und in dieser wurde bereits konstatiert daß eine Verbindung der ungarischen Rassenschützler mit den sogenannten Hakenkreuzlern Österreichs nicht festgestellt werden konnte. Gestern traf nun auch1 die Antwort auf unsere Note ein, und wir ebhiielfen ein detaillierte Schilderung der Machenschaften der ungarischen Rassenschützler. bezw. der Gruppe Ulaim. Aus dieser Antwortnote geht hervor, daß eine Verbindung zwischen München und Budapest seit längerer Zeit besteht, daß diese Verbindung zu gefährlichen Vereinbarungen führte und daß Wien bei den Verhandlungen gewissermaßen eiine Relaisstation bildete. Man hat mir zum Vorwurf gemacht, daß Ich eine Versammlung der Juden in der Rathaushalle gestattete, und doch ist es meine Überzeugung, daß ebenso wie Versammlungen genehmigt werden, in denen die Antisemiten gegen diie Juden Stellung nehmen, auch Versammlungen genehmigt werden müssen, in denen die Juden gegen ihre Angreifer Stellung nehmen. Mehr als das: die Polizei muß mit ihrer ganzen Kraft dafür sorgen, daß die Versammlungen, die eigentlich bloß dile Folgen „von aggressiven Aktionen sind, in Ruhe und CHctoüng verlaufen können. Bei der erwähnten Versammlung in der Rathaushalle wurde der Versuch gemacht Skandale herbeizuführen. Es kam zu Streitigkeiten*, aber der geplante Protest wurde durchgeführt, und ich habe mich deshalb auf den Schauplatz begeben, um dafür zu sorgen, daß den jüdischen Mitbürgern voller Schutz von seiten der Polizei werde. Mit der größten Kraftanstrengung gelang es den verschiedenen Fraktionen (Monarchisten, Deutschnationalen usw.) nach wochenlanger Werbearbeit sechstausend bis siebentausend Menschen zu einer Demonstration auf die Straße zu bringen, was in einer Zweimillionenstadt sicherlich kein Kunststück ist, ebenso wie es wieder keiner sonderlichen polizeilichen Vorkehrungen bedarf, um solcher Bewegungen Herr zu werden. Gewiß, wenn es sich in Wien um starke Organisationen handeln würde, die auf dem Umsturz hinarbeiten, wenn weiter eine feste Verbindung zwischen den Exaltados in München und Budapest bestünde, dann müßte man energische Maßnahmen ergreifen. Doch ich habe konstatiert, daß unsere Hakenkreuzler — um das falsche Wort zu gebrauchen, das indes gang und gäbe ist — von dem Putsch in München vorher keine Kenntnis hatten und erst aus den Zeitungen diie Tatsachen erfuhren. Ferner habe ich, die wohlfundierte Überzeugung, daß heute zwischen dein Wiener Hakenkreuzlern und den Budapester Rassenschützlern keine ernste Verbindung besteht. Doch muß ich hinzufügen, daß vor einem Jahre manche Wiener Exaltados sich mit bis in hohle ungarische Kreise reichenden Beziehungen brüsteten und in der Tat Pläne hatten, die in gemeinsamen Aktionen mit München und Budapest gipfelten. Diese alten Beziehungen scheinen die Basils jener Kombinationen gebildet zu haben, die auch jetzt beim Münchener Putsch und bei den Enthüllungen der Ulainschen Machenschaften auf eine bestehende Verbindung und eine gemeinsame Aktion schlossen. Wenn aber eine solche Verbindung, wie erwähnt, ehedem bestand, seit einigen Monaten ist der Draht zwischen österreichischen Hakenkreuzlem und ungarischen Rassenschützlern zerrissen, und dieser Draht wird nicht neu geknüpft werden. Dafür sorgt schon die Wiener Polizei. Ernst — Heiteres »Die Juden haben den deutschen Kriegsverlust herbeigeführt.“ General Ludendorff gewährt einem Engländer eine Audienz. Im Verlaufe des Gesprächs werden auch die Ursachen erörtert, die zuim Verlust des Krieges geführt haben. Dabei verweist Ludendorff auf die Stelle in seinem Buche, die dieses Kapitel behandelt. Der Engländer liest die Stelle im Buche aufmerksam durch. Es heißt da: „Die Juden haben den Kriegsverlust herbeigeführt.“ Der Engländer schaut dem General erstaunt ins Gesicht und sagt: „Exzellenz, ich habe gar nicht gewußt, daß Sie ein Jude sind.“ (M. Post.) Gemeindenu. Vereins-Echo Die Verwaltung der Kultusgemeinde bittet wiederholt Verwandte und Freunde von Gefallenen aus unserer Gemeinde, die Liste der Gefallenen zu vervollständigen, bezw. im Sekretariat, Herzog Maxstraße 7, sich zu vergewissern, ob die betreffenden Namen bekannt sind, damit auf dem nunmehr in Arbeit befindlichen Denkmal im nördlichen Friedhof die Namen unserer Gefallenen vollzählig und richtig erscheinen. Jüd. Arbeitsgemeinschaft. Samstag, den 1. Dezember, abends 8 Uhr, im Bibliotheksaal der Gemeinde. Schachklub Lasker. Unser Schachabend findet auch weiterhin jeden Montag abend ab 8 Uhr im „Herzog Heinrich“ (Ecke Landwehr-Mathildenstraße) statt. Unsere Mitglieder werden ersucht, regelmäßig vollzählig zu erscheinen. Neueinführungen erwünscht. Gäste willkommen. Der Vorstand. Jüdischer Gesangverein. Wir teilen unseren aktiven Mitgliedern mit, daß unsere Proben nach wie vor jeden Dienstag abends 8 Uhr im Bibliotheksaal der Gemeinde stattfinden. Wir richten an sämtliche aktiven Mitglieder die dringende Aufforderung, von nun an wieder regelmäßig und pünktlich zu erscheinen, da sonst das Fortbestehen des Vereins ernstlich in Frage gestellt wäre. Wir erwarten, daß dieser Apell an das Pflichtbewußtsein und Vereinsinteresse unserer Mitglieder genügt Dienstag, 4. Dezember, Chanukaprobe mit gemütlichem Beisammensein der aktiven Mitglieder. Die Vorstandschaft. Spendenausweis Spenden aus Nürnberg. R.-A. Dr. Thalmann: Aus München, Goldmark —.50, kleine Spende —.22/3, Tellersammlung bei Ortsgruppemabend am 18. X. 1.09, Berditschewsky, Fürth —.11, M. Starkhaus, Fürth —.11, Dr. Oppenheimer, Fürth —.01 Vs. Dr. Herrmann Liebstädter s. A. Garten. Zion. Ortsgr. u. Gruppenverb. Vorstände kond. Farn. Dr. Liebstädter herzl. 3 B., Herr Lion anläßl. d. Abi. 1 B., Farn. Schönwalter. Farn. Dr. Löb u. Herr Kraus, Farn. M. Katz je 1 B., Farn. Birnbaum Fürth —.35 Goldmark, Farn. Leiter —.70, Farn. Weitz 1.—, Dr. Friedmann u. Frau 1.—, J. Blumenfeld 1.—, Farn. Engel —.15, N. N. —.35, Farn. Hamburger —.70, Farn. Jakoby —.70, Herr Ordenstein u. Herr Kornreich 1.—\ Der

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