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Das jüdische Echo · 1923-08-10 · 32 (10.8.1923) · p. Seite 386

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
32 (10.8.1923)
Date
1923-08-10
Page
Seite 386 (sequence 8)
Language
German
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Nr* 32 Des JNMtofo Ecio 386 rühmliche jüdische Mitleid zur jüdischen Gebefreudigkeit verhält.... Keiner trägt schuld, aber alle. * Solchen bitteren Erwägungen gegenüber däs Herrliche, dem sich keiner entziehen kann, der hierher kam. Auch der Abgebrühte nicht, der seit dem ersten Weckruf Theodor Herzls in der Bewegung steht und viele, viele Tagungen mitgemacht hat: Sie sind alle da, die vor 20 Jahren da wären, bis auf diejenigen, die eben leider nicht mehr sind. Und mit derselben jugendlichen Kraft, und mit derselben Zähigkeit sitzen sie Tag und Nacht bei ihren Konferenzen, nicht Neulinge, nicht Neugierige, sondern die alten, abgekämpften, hundertmal enttäuschten und beim hundertsten Maie wieder arbeitsbereiten Zionisten, Hier die Landsmannschaften, dort die Konferenzen der. Fonds, hier die Tagungen der Fraktionen und dort der Bienenfleiß in den Ärbeitskammern des Schützenhauses — welche Partei im Judentum, ich bin kühner: welche nationale Bewegung bringt solche selbstlose Energien auf? Diese Summe von Hingabe, von Liebe, von unsagbar starker Treue! Man lasse nur die Schwere der Verantwortung das Bewußtsein der Ohnmacht gegenüber schier Unmöglichem über dieser Tagung walten! Keine war so mit Aktivität geladen, keine konnte solches schaffen, als es diese vermag, die sich soeben zur Eröffnungssitzung rüstet. Otto Abeies. Wien. Mrgztg. Aus der Jüdischen Welt König Hussein muß die Balfourdeklaratlon anerkennen London. Die von der englischen Regierung zur Prüfung der Palästina-Frage eingesetzte ministerielle Kommission hat beschlossen, daß in der bisherigen Palästina-Politik keine Änderung vorzunehmen ist. Wie in politischen Kreisen bekannt, hat die englische Regierung dem König Hussein nütgeteilt, daß von einem definitiven Vertragsabschluß keine Rede sein kann, ehe nicht die Balfour-Dekiaration seinerseits in formeller Form akzeptiert ist. England Bankett zu Ehren Herbert Samuels. Eine Rede des Oberkommissars über seine Politik. London. Die' englische Presse bringt ausführliche Berichte über ein von den Maccabeans zu Ehren Sir Herbert Samuels veranstaltetes Dinner. Auf die Begrüßung des Vorsitzenden, Lord Rothschild, antwortete Sir Herbert Samuel mit einer längeren Ansprache, in der er die Lage in Palästina erörterte. Wenn auch die Last des Amtes schwer ist, sagte Sir Herbert Samuel, so bieten doch die Resultate der in Palästina geleisteten konstruktiven Arbeit eine Befriedigung. Viel wichtiger aber als die Tätigkeit des Staates sei die immer wachsende Zahl der privaten Unternehmungen, die in Palästina gegründet werden. Es entstehen neue Siedlungen in den verschiedensten Teilen des Landes und Tausende von Häusern werden gebaut. Das seien Anzeichen eines wirtschaftlichen Fortschrittes. Auch der Zustand der öffentlichen Sicherheit sei gut und Palästina sei im allgemeinen ruhig. Die Verwaltung deckte ihre Ausgaben im Lande selbst und die Kosten der Garnison seien von 4 Millionen Pfund auf 2 Millionen und zuletzt auf eine Million reduziert worden. Im nächsten Jahre sollen die löstet! titif eine Million: und später noch, weniger beträgen. Sir Herbert. Sattitiel benjejrkfe, dsu» ,Pie sehe Organisation zum Wöhle ,des , Landes beigetragen habe.,,,Durch die von ihr Keren Hajessod zur Verfügung .gestellten Mittel konnten viele notige Arbeiten durchgeführt werden. Der mächtigen und überzeugenden Persönlichkeit Dr. Weizmanns sei es gelungen, niehr als eine halbe Million Pfund für palästinensische Zwecke aufzubringen. Sir Herbert Samuel stellt fest, daß die Entwicklung Palästinas von einer Bedingung abhänge, und das sei die Sicherheit. Es müsse eine stabile Politik betrieben werden. Er habe sich bestrebt, ein Einvernehmen zwischen den Arabern und Juden herbeizuführen. Während die Araber viele Länder haben, findet das jüdische Gefühl nur in Palästina seinen Ausdruck. Den Arabern sei Wiederholt feierlich Versichert worden, daß die Befriedigung der jüdischen Gefühle nicht zu ihretri Schaden gereichen werde. Die Leistungen der jüdischen Kolonisten und der Chaluzim nötigen jeden zur Bewunderung. Sir Herbert Samuei sagte zürn Schluß, er sei überzeugt, daß die Kombination England, Palästina und das jüdische. Volk eirt geistiges Produkt von höchstem Werte für die Menschheit hervorbringen werde. In der Antwort auf den Toast Sir Israel Göllanees erklärte Sir Wyndham Deedes, Palästina sei nicht nur palästinensisches und kein britisches Problem, sondern Weitproblem. Palästina sei unvollständig gewesen ohne deh Zionismus. Der antizionistische Lord Raglan sagte, er sei zwar nicht mit allem, was gesagt wurde, einverstanden, er müsse aber seiner Bewunderung für Herbert Samuel, mit dem er zusammen gearbeitet habe, Ausdruck geben. In seinem Toast auf den Vorsitzenden, Lord Rothschild, sagte Mr. Philip Guadalla, kein Zionist könne bei der Nennung des Namens Rothschild gleichgültig bleiben, wenn auch manche Rothschilds bei der Nennung des Zionismus gleichgültig blieben. In seiner Antwort sagte Lord Rothschild, der erste Mann, der Palästina als das jüdische Nationalheim anerkannt hat, sei sein Vetter Baron Edmond Rothschild. Er selbst aber könne das ihm zugedachte Lob nicht annehmen. Er sei nie in dem, unglücklicherweise sogenannten, politischen Zionismus tätig gewesen, er habe sich nur bestrebt, daß Palästina, wenn nicht das wirkliche Heim für die Juden, so doch das Zentrum einer jüdischen großen Zivilisation und wenigstens das geistige Heim der Juden werde. Wien. Vom 16.—25. August tagt in Wien die Kenessio-Gedaulo der Agudas Jsroel. Die Eröffnungssitzung findet Mittwoch, den 16. August nachmittags 5 Uhr statt. Die Stellungnahme zur praktischen Palästinaarbeit wird mit Spannung erwartet. Es wäre zu wünschen, daß die „organisierte Orthodoxie“ an die Stelle der bisherigen Phrasen Anstrengung für wirkliche Arbeit in Palästina machen wird. Vom natlonaldeutsehen Judentum Zu unserer Charakteristik der nationaldeutschen Juden haben die Herrschaften wohl mangels einer besseren Möglichkeit vorgezogen zu schweigen. Dem Verband der nationaldeutschen Juden, dessen Empfindlichkeit auch nicht allzu groß ist, war die Sache aber doch zu peinlich, um nicht einen Rechtfertigungsversuch zu unternehmen. Derselbe wurde an die Jüdische Rundschau, welche unsere Nachricht übernahm, berichtet, und von dieser mit Folgendem behandelt:

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