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Das jüdische Echo · 1923-07-13 · 28 (13.7.1923) · p. Seite 337

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
28 (13.7.1923)
Date
1923-07-13
Page
Seite 337 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 28 Das Jüdische Echo 337 Neben ihren dichterischen und menschlichen Werten, gewinnen Rosenfelds Gedichte, die leben werden, solange Verständnis für unbefriedigte Sehnsucht in jüdischen Herzen wohnt, auch eine wesentliche, sprachliche Bedeutung: sie haben den Kulturwert der jiddischen Sprache neuerdings erwiesen, für deren feinnüancierte Ausdrucksfähigkeit gerade Rosenfelds Gedichte einen Beweis liefern. Wir erwähnten anfangs, daß Rosenfelds Gedichte Eingang in die Literatur aller Völker gefunden haben. Speziell dort, wo eine verwandte Situation des Volkes vorlag, fand seine brennende Sehnsucht ein lebendiges Echo. Eine der ersten Übersetzungen der Gedichte Rosenfelds ist die von Jaroslav Vrchlicky ins Tschechische besorgte. Vrchlicky widmete dem nun Dahingestorbenen auch ein Gedicht, das wir hier in einer Übertragung Marek Scherlags wiedergeben: Es sitzt ein Mann mit Duldermiene In sonnenarmer Einsamkeit Und tritt, gebückt, die Nähmaschine. Er kennt nur Kampf und Müh und Leid, Die er seit Kindheit tragen muß. Der Faden reißt, die Nadel geht, Er näht und näht Von früh bis spät — Und hinter ihm der Genius. Er trat aus einer niedern Hütte In diesen schweren Kampf ums Brot, Früh hemmten seine Wanderschritte, Entbehrung, Elend, Qual und Not, Bedrückung, Kränkung und Verdruß; Doch sein Gefühl ist nicht verweht — Er näht und näht Von früh bis spät — Ihm folgte stets der Genius. Von Londons Nebelgrau umgeben, Im Städtestaub Amerikas, Durch Tränen blickte er ins Leben: Das Leid auf allen Wegen saß. Da weckt’ in ihm der Musen Kuß Sein Seelenlied wie ein Gebet... Er näht und näht Von früh bis spät — Es half ihm nichts der Genius. So näht er bei des Tages Helle Und näht und näht in Schweiß und Glut, Doch nächtlich schlürft er an der Quelle Mit frommer Gier der Schönheit Flut. Da scheucht ihn jäh aus dem Genuß Ein Schatten, der aus Schreck entsteht... Und ist’s auch spät, Er näht und näht — Verstummen muß der Genius. Das Rauschen auf des Karmels Hängen, Der Väter Träume, süß und bang Der Brüder Tränen, Zorn und Drängen, Er webt’s zu himmlischem Gesang. Da schlägt die Uhr und mahnt zum Schluß, Daß er zur Arbeit wieder geht. Und wieder näht Von früh bis spät — Nicht rasten darf der Genius. Und keucht er auch im Joch des Lebens, Er hielt doch heldenmütig stand, Und kämpfte wahrlich nicht vergebens, Da er das Lied des Volkes fand, Und sank auch oft im Schlamm sein Fuß, Zur Höhe, klar und sternbesät, Wo Äther weht Von früh bis spät Erhob sich stolz sein Genius. (Aus der „Selbstwehr“, Prag.) Büro des XIII. Zionistenkongresses Karlsbad 1925. Aufforderung zum Abonnement auf die Kongreßzeitung. Anläßlich des XIII. Zionistenkongresses, der am 6. August d. J. in Karlsbad zur Eröffnung gelangen wird, erscheint eine Kongreßzeitung als offizielles Organ, die eine ausführliche Wiedergabe der gesamten Kongreßverhandlungen bieten, und eine Auflage von 10000 Exemplaren haben wird. Die in der ganzen Welt zur Verbreitung gelangende Kongreßzeitung, für die bei täglichem Erscheinen etwa 10 bis 12 Nummern in einem Umfange von 6 bis 8 Seiten vorgesehen sind, wird täglich vom Karlsbader Kongreßbüro direkt expediert und bietet somit eine hervorragende Gelegenheit, alle am Kongreß interessierten Kreise auf dem schnellsten W'ege über den Fortgang der Verhandlungen zu unterrichten. Das Kongreßbüro (Karlsbad, Grand Hotel Schützenhaus) nimmt bereits jetzt Bestellungen auf die Kongreßzeitung gegen eine Abonnementsgebühr von K. 20.— entgegen. Die Gebühr, die zur vorherigen Einzahlung gelangen muß, kann dem Kongreßbüro direkt übersendet oder auf das Konto des Kongreßbüros bei der Böhmischen Unionbank, Filiale Karlsbad, eingezahlt werden. — Die Expedition des „Jüd. Echo“ ist bereit, Bestellungen zu übermitteln. Anläßlich des XIII. Zionistenkongresses veranstaltet das zionistische Tagblatt, die „Wiener Morgenzeitung“ in Wien Kongreßausgaben, welche POBmLAN-iriEDBBMCIB MÜNCHEN THEATINERSTRASSE $} tigennbtr dir FildktrrnhaHi »tSITI AUSWAHL IX 8XBBAX€lIBr»>ZKIiLAX TifiliICBE LAUEBEKGÄHZUKC»

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