Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern
- Journal
- Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern
- Volume
- 1923
- Issue
- 2 (29.7.1923)
- Date
- 1923-07-29
- Page
- Seite 6 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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6 Mitteilungen des Israel. Lehrervereins für Bayern Nr. 2 vor der fürchterlichen Teuerung zu schützen. Die politischen Gemeinden folgen diesem Beispiele. Und unsere Kultusgemeinden? Haben auch sie alle ihre erste und dringendste Pflicht erfüllt? Es sind uns in den letzten Tagen bittere Notrufe aus den verschiedensten Teilen des Landes zugegangen. Wir hoffen jedoch, daß es nur einer Mahnung der zuständigen Stellen bedarf, damit auch die säumigen Gemeinden ihren Beamten erhöhte Gehälter gewähren. Wir wollen uns den Glauben nicht rauben lassen, daß die Glaubensgenossen in Stadt und Land alles aufbieten werden, um die Beamten vor dem Zusammenbruch, die Gemeinden und ihre Institutionen aber vor dem völligen Verfalle zu bewahren. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Nachschrift. Hierzu noch einige kurze Bemerkungen. Die Mehrzahl der Gemeinden halten sich für weit überlastet. Das ist nur zum Teil richtig. Es ist doch heute ein Unding, die Leistungen auf der Grundlage der Staatssteuern vom Jahre 1921, die zudem aus dem Einkommen pro 1920 gezahlt wurden, zu bemessen. 1920 stand der Dollar auf 60, heute steht er über 100 000. Wenn es auch nicht möglich sein wird, die Leistungen auf Friedensmark umzurechnen — dann würden sich in mancher Kleingemeinde nur noch wenige Pfennige hierfür ergeben — so muß doch eine Indexziffer oder ein Entwertungsfaktor als Maßstab für die Eigenleistung der Gemeinden aufgestellt werden. Einen bezüglichen Antrag hat übrigens Oberlehrer Stoll-Würzburg schon im Februar d. J. gestellt. Auch in den Gemeindestuben wird die Scheu vor den großen Zahlen, die ja heute im gesamten Geschäftsleben als selbstverständlich hingenommen werden, überwunden werden müssen. Wir werden auf diese Gedanken bei Gelegenheit ausführlich zurückkommen. Krankenkassen Versicherung Das Referat von Oberlehrer Stoll-Würzburg ist in Nr. 16 der „Freien Lehrerzeitung" veröffentlicht. Wir weisen die Mitglieder noch besonders darauf hin und bitten die Kollegen, welche etwa nicht im Besitze der „Freien" sind, die betreffende Nummer eigens zu beziehen. Von allen Mitgliedern wird erwartet, daß sie die vom Referenten angegebenen Versicherungsmöglichkeiten unverzüglich benützen. Sollten sich im Einzelfalle Schwierigkeiten ergeben, so wird um sofortige Mitteilung an die Vereinsleitung ersucht. Für die Krankenkassenbeihilfen des Vereins werden vom Referenten noch besondere Grundsätze aufgestellt und demnächst bekannt gegeben. Jüdischer Beamtenbund Der Beamtenbund ist in der Lage, notleidenden Beamten Beihilfen zu gewähren. Um eine genaue Übersicht über die Verhältnisse zu erhalten, benötigt er von allen Beamten folgende Angaben: 1. Name und Stand. 2. Familienstand. 3. Früheres monatliches Gehalt. 4. Monatliche Nebeneinnahmen aus dem Amt. Stichtag 1. Juni. Die Mitglieder werden ersucht, soweit es noch nicht geschehen ist, die gewünschten Mitteilungen bis längstens 3. Juli an Hellmann, Würzburg, Neubergstraße 10, einzusenden. Personalien Hauptlehren Louis Uhlfelder in Wilhermsdorf wurde an die jüdische Volksschule in Nürnberg berufen. Die Volksschule in Wilhermsdorf ist aufgelöst worden. Von der Kultusgemeinde Ansbach ist als Nachfolger des in den Ruhestand versetzten Kantors Simon Krämer Lehrer Leo Reiter in Gerolzhofen gewählt worden. Dort soll eine jüdische Volksschule errichtet werden. Lehrer Simon Blumenthal in Rimpar feierte sein 25jähriges Ortsjubiläum. In Zeilitzheim starb im Alter von 71 Jahren Lehrer Naphtali Hirsch. Viele Jahre hat er seiner Gemeinde gedient und auf weltverlorenem Posten die Ideale des Lehrerberufes hochgehalten. Teuerungszulagen Nach dem „Bayerischen Staatsanzeiger" vom 6. Juni 1923 beträgt mit Wirkung vom 1. Juni an der Teuerungszuschlag 2900%, die Frauenzulage monatlich 32000 Mk. Inzwischen ist eine neue Regelung in Kraft getreten, indem mit Wirkung vom 16. Juni ab der Teuerungszuschlag auf 6000%, die Frauenzulage auf monatlich 64000 Mk. erhöht wurde. In München kommen noch jeweils die Ortssonderzulagen mit 300 bezw. 610% hinzu. Die ab 1. Juli geltenden neuen Gehälter sind uns bis Redaktionsschluß nicht mitgeteilt worden. Wissensehaftl. Fortbildungskurs Der Lehrerverein München veranstaltet zusammen mit dem psychologischen Institut hier in der Zeit vom 22. Juli bis 4. August 1923 einen wissenschaftlichen Ferienkurs, auf den wir die Mitglieder besonders aufmerksam machen. Einzahlungen seit 29. V. 1923 Von: Lehmann, Eschau 2100.—; Senger, Würzburg 1118.—; Frank, Würzburg 1000.—; Strauß, Eichstätt 4000.—; Baracker, Odenbach 2000.—; Strauß, Weiden 3400.—; Oppenheimer, Bamberg 3400.—; Fulder, Treuchtlingen 6400.—; Sulzbacher, Großbiberau 5000.—; Stein, Regensburg 3400.—; Winter, Regensburg 5000.—; Adler, Marktbreit 1200.—; Ehrenreich, Langenselbold 3400.—; Massenbacher, Niederwerrn 1200.—; Dorf zäun, Fischach 3400.—; Wolf, Lendershausen 1250.—; Kurzmann, Schweinfurt 1200.—; Kurzmann, Kleinbardorf 1500.—; Goldstein, Oberlauringen 1200.—; Fuchs, Cronheim 3400.—; Rau, Hirscheid 3400.—; Reinhold, Demmelsdorf 1000.—; Pollack, Marktbreit 1200.—; Grünfeld, Leutershausen 3400.—; Rosenstein, Schopf loch 1400.—; Bernheim, Nürnberg 3400.—; Wetzler, Ludwigshafen 1400.—; Hubert, Windsbach 3400.—; Dr. Fränkl, Augsburg 3400.—; Heimann, Augsburg 3400.—; Steinfeld, Augsburg 3400.—; Mayer, Niederhochstadt 3000.—; Lion, Landstuhl 3000.—; Freudenberger, Thüngen 4400.—; Heß, Nürnberg 3400.—; Dr. Mandelbaum, Schweinfurt 10000.—; Blumenthal, Rimpar 5000.—; Hammelburger, Würzburg 1000.—; Eisfeld, Mün-? chen 3000.—; Glaser, München 2000.—; Kirschner, München 3000.—; Dr. Klugmann, München 5000.—. Durch: Lehmann,Eschau 1000.—; Dr. Bamberger, Nürnberg 10000.—; Krämer, Rockenhausen 15000.—; Dr. Baerwald, München 30000.—; Weichselbaum, Adelsberg 35000.—; Hammelburger, Burghaslach 40000.—; Rosenwald, Winnweiler 10000.—; Massenbacher, Niederwerrn 1420.—; Hubert, Windsbach 1600.—; Ottensoser, Würzburg 20000.—; Strauß, Uffenheim 30000.—; Hof mann, Rothenburg 1000.—; Blum, Ichenhausen 100000.—; Hellmann, Würzburg 155000.—; Blumenthal, Rimpar 6000.—; Frl. Edelstein, Sugenheim 8500.—; Rosenfeld, München 225000.—; Kirschner, München 100000.—. M. Hellmann, Kassier.