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Das jüdische Echo · 1923-06-29 · 26 (29.6.1923) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
26 (29.6.1923)
Date
1923-06-29
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nummer 26 29. Juni 1923 10. Jahrgang D. H. Z. Einer der Angeklagten im Machhausprozeß antwortete auf die an ihn gerichtete Frage, woher er denn die von ihm so reichlich ausgegebenen Gelder habe: „Sie sind mir von nationaler Seite zur Erforschung der Freimaurerei zur Verfügung gestellt worden.“ Eigentlich wäre das gar nicht notwendig gewesen und die betreffende „nationale Seite“ hätte ihr Geld viel besseren Zwecken zuführen können — wir erinnern nur an die immer noch schrecklich notleidende nationalsozialistische Partei selbst, deren Sturmtrupps beileibe noch nicht alle mit den unbedingt erforderlichen Stahlhelmen etc. ausgerüstet sind — denn es ist ja bereits alles sonnenklar ans Licht gekommen. Es ist heraus; die Freimaurerei ist nur der Deckmantel für „Juda“, das auf diesem Wege, „der zudem noch der billigere ist, die innere Revolutionierung“ durchgesetzt hätte, wenn nicht der „Völkische Beobachter“ und die „Deutsche Hochschulzeitung“ in geradezu verblüffendgenialer Weise kurz vor dem hereinbrechenden Unheil den Schleier gelüftet und durch die „Macht des Exorcismus“ hinter der scheinheiligen Maske des Freimaurertums das höhnisch-grinsende Gesicht Satans — Judas — bloßgelegt hätten. Bei einem Blatte von den Qualitäten des „Völkischen Beobachters“, das schon so häufig die Rolle der Gänse, die das Kapitol (nicht Kapital?) retteten, übernommen und in einwandfreier Weise durchgeführt hat, bedeutet diese Großtat eigentlich nichts weiter, als ein neues Ruhmesblatt in dem Kranze unbeschreiblicher Verdienste um die bajuvarische Heimat. Man ist von dem „Beobachter“ gewohnt, daß er in jeder Nummer ein oder mehrere Male derartige Heldenleistungen vollbringt. Um so viel größer ist unsere Freude, feststellen zu können, daß die „Deutsche Hochschulzeitung“ das amtliche Organ aller möglichen und unmöglichen Studentenverbände, das durch „Zusammenfassung der drei großen Zentren Berlin, München und Wien den großdeutschen Gedanken trotz aller Hemmnisse, die unsere Feinde uns in den Weg türmen, zur Tat gestaltete“, es aufgegeben hat, sich mit allgemeinen Dingen der Hochschule zu befassen und als stolzer Kämpfer in der Reihe der Germanenfront ihren Mann steht. Der wesentlichste Erfolg ist damit schon erzielt, wenn er auch von der D.H.Z. in echt arischer Bescheidenheit gar nicht besonders erwähnt wird. Die Kluft, die bis heute noch zwischen Akademiker und Handarbeiter offen schien und deren Überbrückung demokratische Wirrköpfe als unerläßliche Bedingung für eine Gesundung der Verhältnisse fordern zu müssen glaubten, existiert nicht mehr — dank der „Deutschen Hochschulzeitung“. Der dümmste Bauer aus Miesbach kann an Stelle seines Leibblattes die „Deutsche Hochschul- Zeitung“ lesen und er wird aus ihr genau denselben Trank der Belehrung und des Wissens schöpfen, den er bisher aus seinem Mies-Bach zu holen pflegte. „Völkischer Beobachter“, „Deutsche Hochschul- Zeitung“, „Miesbacher Anzeiger“ — die drei großen Zentren der garantiert unverjudeten deutschen Politik, fürwahr, ein erhebender Gedanke, — für jeden, der von der Mission des Deutschtums in der Welt überzeugt ist. Im Leitartikel der uns vorliegenden Nummer der „Deutschen Hochschul-Zeitung“ also beschäftigt sich ein Anonymus damit, die politische Seite der Freimaurerei aufzudecken. Und es ist wahrhaft grauenerregend, was da alles an den Tag kommt. Die ganze Freimaurerei ist nämlich nichts anderes, als ein verkappt zionistisches Unternehmen. Das könnte doch den Lesern einer auf arischem Geiste basierenden Zeitung nur angenehm sein, sollte man denken. In Europa will man die Juden nicht haben und nun sollen sie auf einmal auch nicht nach Asien gehen dürfen? Der Grund dafür ist sehr einfach. Die biederen Söhne Teuts wittern eben in allem, was die Juden tun und — nebenbei gesagt — was sie nicht tun, irgendwelche geheimnisvollen Ränke und so kann für sie gar kein Zweifel darüber bestehen, daß die Juden mit ihren Palästinaplänen ganz andere Hintergedanken haben, als sie öffentlich dartun. Das muß ja schon um dessentwillen so sein, weil sonst die „Protokolle der Weisen von Zion“, denen doch gegenüber allen jüdischen Schriften, insbesondere der Bibel, jenem ausgefeimten Machwerk jüdischer Verlogenheit, eine erhöhte Beweiskraft zukommt, am Ende unrichtig wären und das würde in manchen benebelten Köpfen zu unheilvollen und deshalb um jeden Preis zu vermeidenden Gewissenskonflikten führen. Im vorliegenden Falle erklärt man sich jene merkwürdige Rückwanderungsbewegung natürlich genug folgendermaßen: „Infolge der Ergebnisse des Weltkrieges hat sich eine vollkommene Änderung in den Verhältnissen vollzogen. Europa wird in Bälde von den Juden ausgeplündert sein, wie ein Feld vom Heuschreckenschwarm und die nächsten Zukunftsaussichten winken im Orient, für den Palästina ein geeignetes Ausfalltor abgibt. Besonders ist durch die steigende Wichtigkeit des Erdöls für die Gesamtindustrie der Erde und für alle Kriegführung . der orientalische Schauplatz von einer Bedeutung geworden, die man noch vor einigen Menschenaltern nicht ahnen konnte. Grund genug, um einen Rückfluß der Kinder Abrahams nach Westasien zu fördern“. Auf diesem „wirtschaftlichen Hintergrund“ wie der „Völkische Beobachter“ alias die „Deutsche Hochschul-Zeitung“ diesen Unsinn nennt, baut sich nun der jüdisch-freimaurerische Plan der Gewinnung von Palästina auf. Jakob Schiff in Amerika, „der heimliche Finanzminister des Königreichs der Juden“ hat bereits die Kleinigkeit von drei Milliarden Pfund Sterling für die Überlassung Palästinas an die Juden geboten (0 ahnungsvoller Engel, du). Da dies aber scheinbar nicht genügt hatte, ging man zur „inneren Revolutionierung“ der Türkei über. Und nun folgt eine Orgie in türkischen Namen, Namen, von denen man behauptet, daß sie alle Juden zu Trägern haben. Talat Pascha, Hussein Dschahid, Tani Bey, Fazli Bey, Nessim Russo, Mussa Kiassim, Muktar Bey, Halayan, Hakki Pascha, Dschawid Pascha und Jakob Menusche, lauter Juden und Freimaurer, die alle kein anderes Ziel hatten, als Palästina den Juden zu erobern. Damit ist die Liste der Namen noch lange nicht erschöpft. Wir

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