Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- 24 (15.6.1923)
- Date
- 1923-06-15
- Page
- Seite 289 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 24 Das Jüdische Echo 289 Es ist heute nicht mehr wie früher möglich, Bücher ganz nach Neigung zu kaufen. Dringliches muß zurückgestellt werden, um das Dringendste erreichbar zu machen. Wir hoffen, daß bei einem großen Teil unserer Leser jüdische Bücher von dieser Qualität in erster Linie nötig sein werden, -r. Sämtliche Bücher sind zu haben in der „Ewer“- Buchhandlung, Wagmüllerstr. 19. Personalia Nürnberg. Am 22. Mai wurde auf dem alten israelitischen Friedhof Herr Geheimer Justizrat Emil Josephthal, der nach schwerem Leiden kurz nach seinem 60. Geburtstage starb, zu Grabe getragen. Die Beteiligung war eine ganz enorme, wie man eine solche auf dem hiesigen israelitischen Friedhofe noch selten gesehen hat, darunter die Spitzen der städtischen und staatlichen Behörden, der Anwaltschaft und der Reichswehr. Ein Beweis, welcher hohen Wertschätzung sich der Verlebte in der hiesigen Stadt bei den Angehörigen aller Konfessionen zu erfreuen hatte. Geheimrat Josephthal bekleidete im öffentlichen wie im jüdischen Leben jahrelang die höchsten Ehrenstellen, wobei sein Rat besonders geschätzt und begehrt war. Er war 6 Jahre Mitglied des städtischen Gemeindekollegiums und Schriftführer, späterhin stellvertretender Vorsitzender der Anwaltskammer von Mittelfranken. Als Anwalt war der Verlebte besonders gesucht und begehrt, insbesondere war er auch Vorsitzender von zahlreichen industriellen Aufsichtsräten. Ebenso wie seinem verstorbenen Vater, dem unvergeßlichen Führer Geheimen Hofrat Gustav Josephthal, lagen ihm die Angelegenheiten des Judentums besonders am Herzen. Emil Josephthal gehörte 14 Jahre lang der israelitischen Kultusverwaltung, in den letzten zwei Jahren als Vorstandsmitglied, an und war jahrelang erster Vorsitzender der Nürnberger Ortsgruppe des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, dessem Hauptvorstand er auch angehörte. Bei den Hauptversammlungen des Centralvereins in Berlin hat der Genannte durch seine geistvollen, von aufrechtem Judentum erfüllten Ausführungen stets die größte Aufmerksamkeit bei seinen Zuhörern gefunden. Die hohe Verehrung für den Verstorbenen kam in zahlreichen Nachrufen zur Geltung, ganz besonders in der bedeutsamen Trauerrede des Herrn Rabbiner Dr. Freudenthal. Im Namen der israelitischen Gemeindeverwaltung sprach Herr Ludwig Rosenzweig, der dem Verstorbenen als Freund besonders nahe stand, für die Anwaltskammer von Mittelfranken Herr Geheimrat Dr. Held, für den Anwaltsverein Nürnberg Herr Justizrat Dormitzer, für das Korps Onoldia, dem Josephthal angehörte, Herr Oberlandesgerichtspräsident Ziegler, für den Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Herr Syndikus Dr. Holländer, für die Nürnberger Ortsgruppe dieses Vereins Herr Justizrat Gallinger, für die Freimaurerloge „Joseph zur Einigkeit“ Herr Oberpostsekretär Schmidt. Der Name Emil Josephthal wird in der Geschichte der israelitischen Kultusgemeinde Nürnbergs allezeit in ehrender Erinnerung bleiben. Sport-Echo Ernst Simon II (Bar Kochba, Berlin) gewann bei den Ausscheidungskämpfen für Hannover den 800 m-Lauf in der sehr guten Zeit von 2 Min. 03,5 Sek. In Hannover werden nämlich die besten Leichtathleten Deutschlands gegeneinander starten und aus diesen Kämpfen sollen die Vertreter Deutschlands bei den internationalen olympischen Spielen in Göteborg hervorgehen. Berlin kann heute als ein Zentrum des Leichtathletiksportes angesehen werden und da es Simon gelang, gegen die besten Leichtathleten Berlins zu siegen, können wir hoffen, daß er auch in Hannover den jüdischen Sport mit Erfolg vertreten wird. Simon war einige Jahre beim Münchener Bar Kochba und wirkte hier unermüdlich für die körperliche Ertüchtigung der jüdischen Jugend, u. a. begründete er 1920 die Jugendabteilung des Bar Kochba. Die jüdischen Sportler Münchens haben also alle Veranlassung, diesen Erfolg Ernst Simons mit Freuden zu begrüßen und ihm für fernerhin recht viel Glück zu wünschen. Sport-Echo. Wir haben als Mitarbeiter für unser Sport-Echo Herrn Norbert Goldstein, Widenmayerstraße 46, gewonnen und bitten sämtliche, den Sport betreffende Mitteilungen und Berichte an obige Adresse zu senden. Gemeindenu. Vereins-Echo Fußball-Abteilung Bar Kochba. F.C. Ammerland 5:1, Halbzeit 4:1, Eckenverhältnis 7:0. Ein bemerkenswerter Sieg der jungen Fußballabteilung des Bar Kochba, bei dem schon ganz bedeutende Fortschritte bezüglich Technik und Kombination zu ersehen waren. Der Platz verhinderte durch seine Enge und schlechten Bodenverhältnisse eine noch größere Auflage und ging B.K. nach der Halbzeit bei einem Stand von 4:1 nicht mehr ganz aus sich heraus. Die Leute waren im Vergleich zu den letzten Spielen, welche auch der erste Anfang waren, wie umgewandelt, und lieferten ein flottes, faires Spiel. Ganz hervorragend war Harry Engel, die treibende Kraft der Mannschaft, der als Center-Half unermüdlich am Ball war und den gegnerischen POBZELLAN-l»IEDEBL16K MÜNCHEN THEATINERSTRASSE »} gegenüber dkr Ftldhtrmhmtii «BASST« AUSWAHL IM 8*BKiijCISPBBKELLAS TÄGLICHE LAGEKEKGÄMZUMG