Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- 20 (18.5.1923)
- Date
- 1923-05-18
- Page
- Seite 239 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20 Das Jüdische Echo 239 BERNHARD BAUCH Schäfflerstr. 3/5 Briennerstr. 8 Telephon 21540 Telephon 21541 ELEGANTE PELZE Das Bedeutendste dieses Jahres war jedoch die Begründung der Jugendabteilung durch Ernst Simon II. Wiederum der beste Verein seiner Klasse, kam der „Bar Kochba“ 1922 in die A-Klasse. Hier hatte er einen sehr schweren Stand, denn gegen die größten Vereine Münchens anzukämpfen, war aussichtslos, umsomehr als noch das Mißgeschick den Kampf erschwerte. Im Stafettenlauf Grünwald-München lief der „Bar Kochba“ als sechster Verein der A-Klasse durchs Ziel und errang damit einen schönen Erfolg. In den Vereinsmeisterschaften war sein Antreten unmöglich, denn gerade zu dieser Zeit waren seine Besten nicht sportfähig. Dieses Jahr sieht den „Bar Kochba“ wiederum in der C-Klasse, da er ungerechterweise gezwungen wurde, in dieser zu starten. Die jüdische Jugend wird daher gerade in diesem Jahre alle Kräfte anspornen müssen, um zu beweisen, daß sie auch gegen Mißgeschick und Ungerechtigkeit kämpfen und siegen kann. Der „Bar Kochba“ zählt heute gutgehende Turnabtei'lungen, eine Leichtathletikabteilung, eine Fußballabteilung, eine Jiu-Jitsuabteüung und eine Tennis ab teilung. Sein Stolz aber ist die Jugend ab teilung. Diese umfaßt heute zirka 20 Jugendliche und 40 Zöglinge und ist sportlich wie auch zionistisch rege und erfolgreich tätig. Der „Bar Kochba“ wird immer wieder durch das Fehlen einer eigenen Turn- und Sportanlage in seiner Tätigkeit behindert. Es ist jedoch zu hoffen, daß die nächste Zeit auch in dieser Hinsicht eine Besserung bringen wird. Der „Bar Kochba“ bietet heute jedem national gesinnten Juden die Möglichkeit, Leibesübungen zu betreiben, und kann und soll der Sammelpunkt der jüdischen Jugend Münchens werden. Sportberichte München. Sonntag, 6. Mai, nahm der Bar Kochba an den leichtathletischen Veranstaltungen des Vereins Turnerschaft teil. Er startete in der 4X100 m-Staffel der B- und C-Klasse und wurde Zweiter in 47 :7 hinter T.Sp.V. Schwabing, der in 47 Sekunden siegte. In der 3X1000 m-Staffel war das Resultat: 1. Bajuwaren 8:40, 2. Schwabing, 3. Bar Kochba 8:50, 4. S. C. Sendling. Der Bar Kochba wurde nur knapp geschlagen und man merkte das mangelnde Training. — Die Fußballabteilung des Bar Kochba verlor gegen T. V. Tutzing I 2:3. Bei Bar Kochba machte sich unliebsam bemerkbar, daß Leute im letzten Augenblick eingestellt wurden, die weder mit den anderen eingespielt noch besser waren, als die ursprünglich vorgesehenen Spieler. Mangel an Technik wie auch schlechte Organisation waren zu beobachten. Jedoch sind die vorhandenen Kräfte gut und werden, bei entsprechender Ausbildung anders in Wirksamkeit treten. Zu beachten. ist, daß Bar Kochba zwei Elfmeter verschoß und sich somit zweier sicherer Chancen selbst beraubte. Halbzeit 0:3. — Die erfolgreichsten jüdischen Fußballmannschaften sind derzeit Hakoah (Wien), V. A. C. (Budapest) und Makkabi (Brünn). Nachstehend eifrige Resultate der letzten Zeit. April: Hakoah gegen Amateure 2:1, F.T.C. (Budapest) 2:0, Vasas (Budapest) 2:1. Mai: Hakoah gegen Rapid 1:1, Limmerung 2:1. April: V.A.O. gegen U.T.E. 1:0, F.T.C. 0:0, Wisla (Krakau) 1:0, Jutrzenka (Krakau) 5:1; Mai : M. A. F. C. 3:0. Makkabi (Brünn) gegen Wacker (Wien) 3:1, Vorwärts (Berlin) 1:1, Rapid (Wien) 2:1, F. C. Barcelona 0:2 und 1:4, gegen F. C. Reale (Madrid) 3:1 am 12. Mai und 3:2 im Retourspiel am 13. Mai. Gemeindenu. Vereins-Echo L.-A. Bar Kochba München. Wir machen auf die in heutiger Nummer des „Echo“ bekanntgegebenen letzten Veranstaltungen für den 7. großen Stafettenlauf Grünwald-München am 27. Mai 1923 aufmerksam. Von der unbedingten Beteiligung an demselben hängt der Stafettenlauf ab, sowohl seine Möglichkeit als besonders der .Erfolg. Deshalb machen wir die Beteiligung an sämtlichen Veranstaltungen allen Läufern zur Pflicht. Nur eine rechtzeitig abgegebene triftige Entschuldigung entbindet von dieser Pflicht: Für die Hauptmannschaften nimmt dieselbe entgegen M. Mahler, St. Paulstr. 9/1, Tel. 55197; für die Jugendmannschaften Josef Orljansky, Neuhauserstraße 29, Tel. 54561. Den größten Wert legen wir auf eine ordentliche einheitliche Sportkleidung. Dieselbe besteht aus einem weißen Trikot mit Mögen David, einer weißen Hose mit einem 2 cm breiten Seiten- und Querstreifen und Turnschuhen. Mögen David und Streifen sind ab Sonntag auf dem Sportplatz erhältlich. Die Vorstandschaft. Jüdischer Gesangverein München. Ein ausführlicher Bericht über das am 3. Mai stattgefundene Konzert kann infolge von Raummangel erst in der nächsten Nummer des „Echo“ erscheinen. Gesamtausschuß der Ostjuden. M. Fleischer dankt L. Greif für seine Bemühungen b. Versteigern des Benschen bei Verlob. Heilmann- Faktorowitsch 1000.—, ges. b. Verlob. Heilmann- Faktorowitsch 40 000—, L. Iram u. Frau grat. herzlich zur Verlobung Sufrin-Holländer u. nachträglich zur Barmizwah Hauser 2000.—, Familie Tuchmann u. Brunnengraber grat. zur Verlobung Sufrin-Holländer 3000.—. Schachklub Lasker. Vergangenen Montag konnte unser Klub auf ein einjähriges Bestehen zurückblicken. Aus kleinen Anfängen heraus hat er sich zu einer stattlichen Mitgliederzahl entwickelt. — Nächste Woche ist der Spielabend ausnahmsweise am Mittwoch abends 8 Uhr, „Herzog Heinrich“ (Ecke Landwehr-Mathildenstraße). — Gäste und neue Mitglieder stets willkommen. Anfänger erhalten kostenlos Schachunterricht. M ti n c h e n. Unsere Gemeinde; die für ihre Gefallenen einen Ehrenplatz vor der Trauerhalle des neuen Friedhofes hat anlegen lassen, sieht sich unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen zu ihrem Leidwesen außerstande, das auf diesem Ehrenplätze zu errichtende Denkmal aus Etatmitteln zu beschaffen. Sie beabsichtigt deshalb, die notwendigen Gelder durch eine Sammlung aufzubringen, die von den Frauen und Mädchen der Gemeinde in die Wege geleitet werden soll.