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Das jüdische Echo · 1923-05-11 · 19 (11.5.1923) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
19 (11.5.1923)
Date
1923-05-11
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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225 Das Jüdische Echo Nr. 19 Körper. Und diese Unterordnung soll der jüdischen Jugend zur Selbstverständlichkeit werden, damit sie fähig ist, für ein gemeinsames großes Ziel zu arbeiten. Die freiwillig betriebenen Leibesübungen sollen uns Ersatz bieten für diejenigen positiven Aufgaben, welche bei anderen Völkern die Wehrhaftigkeit erfüllt. Unsere Vereine sollen die Sammelplätze der nationaljüdischen Jugend sein, einer Jugend, deren Hauptaufgabe der Aufbau von jüdischem Land und Volk ist. Uber die Wege zur Erreichung dieses Zieles läßt sich streiten, das Endziel ist gemeinsam. Wir haben die Leibesübungen gewählt, um jüdische Jugend zu erfassen und sie geistig wie körperlich für unsere Aufgabe zu ertüchtigen, das ist der Grund, der uns veranlaßt, Leibesübungen zu treiben. N. G. Der Jüdische Nationalfonds will seinen Bodenbesitz in Palästina bis zum diesjährigen Zionistenkongreß von 80 000 auf 100 000 Dunam erhöhen. Um dieses schöne Ziel zu erreichen, hat das Hauptbüro des Keren Kajemeth L’Israel alle Landessammelstellen angewiesen, mit Hilfe einer intensiven Sammeltätigkeit in der Zeit zwischen Pessach und Schewuoth diesen Bodenkauf zu ermöglichen. Den deutschen Juden ist nunmehr die Gelegenheit geboten, in Erez Israel eine eigene landsmannschaftliche Siedlung zu begründen. Die deutsche Landessammelstelle hat es nämlich übernommen, in der Zeit bis Dezember 1924 das 8000 Dunam umfassende Gebiet von Jadjur bei Haifa zur Kolonisierung zu erwerben. Das Judentum Deutschlands Lat immer ein zusammenhängendes Ganzes gebildet und darum ist bestimmt zu erwarten, daß der Plan, die nach Palästina ziehenden jüdischen Pioniere gemeinsam in einer Gartenstadt anzusiedeln, begeisterte Anhänger in all den jüdischen Kreisen finden wird, welche sich den Aufbau des jüdischen Palästina zum Lebensziel gemacht haben. Wir in München wollen diesen Plan mit Freuden unterstützen und bitten daher alle uns Nahestehenden, aus vollen Kräften dem Keren Kajemeth Spenden zuzuwenden. Leider ist infolge der ungeheuren Entwertung der deutschen Mark eine starke Verminderung der Eingänge des Nationalfonds eingetreten. Es steht jedoch in der Macht unserer Gesinnungsgenossen, bei gutem Willen, durch erhöhte Spenden diesen tiefbedauerlichen Rückgang wieder zu beheben. Die Büchse des Jüdischen Nationalfonds war in früherer Zeit dessen verbreitetstes Sammelmittel, und sie zierte jedes Haus, das wahrhafte Juden bewohnten. Sie soll durch unsere Hilfe ihren alten Ehrenplatz wieder einnehmen. Die Spende für den Nationalfonds ist für jeden Juden Pflicht und er sollte sie mit Freuden leisten. Denkt, daß in Palästina junge Juden in den Sümpfen arbeiten und daß all eure Leistungen für Erez Israel in keinem Verhältnis zu demjenigen stehen, das die Chaluzim begeistert opfern. Der Keren Kajemeth gibt den Chaluzim die Möglichkeit der Arbeit. Ihr aber spendet für den Jüdischen Nationalfonds! Gemeindenu. Vereins-Echo Zionistische Ortsgruppe München. Am 7. Mai fand der erste sehr gut besuchte Abend des von der Zionistischen Ortsgruppe veranstalteten Vortragszyklus statt. Es sprach Herr Jakob Reich über „Unsere Stellung zum Antisemitismus“. In durchaus sachlicher Weise legte der Referent die Gegensätzlichkeit unserer aus zionistischem Willen und Wissen um jüdische Dinge sich ergebenden Stellung zu der anderer Organisationen dar. Wenn früher Blumenfeld und zuletzt Krojanker uns das innere Wesen des Antisemitismus erkennen und die für uns dadurch gegebenen inneren Folgen ziehen lehrten, so verstand es Herr Reich, den Zuhörern in großzügiger Linie die sich für die zionistische Einstellung praktisch ergebenden Konsequenzen auseinander zu setzen. Leider verließ die Diskussion die vorgezeichnete Linie, um sich in Einzelheiten zu verlieren. Mit Recht wurde deshalb am Schluß des Abends darauf hingewiesen, daß dieser Mangel einer ungenügenden Information über die Ereignisse der zionistischen Bewegung entsprang und daß man deshalb von unseren Gesinnungsgenossen einen noch stärkeren und regelmäßigeren Besuch der zionistischen Veranstaltungen erwarten müsse. Die beste Gelegenheit ist dazu durch die weiteren folgenden Vorträge gegeben, deren nächster von Herrn Hans Nißl „Uber das Leben des Blau-Weiß- Bundes“ Aufschluß über den Stand der zionististischen Jugendbewegung und Gelegenheit zur prinzipiellen Stellungnahme zu ihr geben wird. Jüd. Arbeitsgemeinschaft. Sonntag, den 13. Mai 1923, unser nächster Abend im Bibliotheksaal der Gemeinde, Herzog Maxstraße* präzis 8 Uhr. (Vorlesung aus Perez.) Holländer-Zucker aus Karlsruhe —* ein in jiddischen Leserkreisen als glänzender Stilist und Kritiker bekannter und geschätzter Schriftsteller — sprach am 27. April in der jüdischen Arbeitsgemeinschaft über J. L. Perez. Aus dem Bild, das er vom Schaffen dieses jüdischen Klassikers entwarf, leuchtete vor allem der Entdecker der erhabenen, schönen und so lange mißverstandenen Welt des Chassidismus hervor. Mit besonderem Interesse folgte man den temperamentvoll gesprochenen Ausführungen, als man hören konnte, wie Perez es verstand, in das Seelenleben der jüdischen Frauen und des jüdischen Proletariats — die beiden Stiefkinder der jüdischen Gasse des 19. Jahrhunderts — einzudringen, und es in den farbenreichsten Bildern in einer meisterlichen Sprache, die er erst selbst schaffen mußte, wiederzugeben. — Herr Holländer hat unserer Gemeinschaft einen sehr wertvollen Abend geboten. Hoffentlich werden wir ihn recht bald wieder in unserer Mitte willkommen heißen dürfen. Leichtathletik-Abteil. Bar Kochba München. Der 7. große Staffellauf Grünwald- München steht vor der Türe. Nur mehr 14 Tage trennen uns von dem Tage, an dem wir vor der großen Öffentlichkeit im Kampfe mit stärkster Konkufrenz siegen müssen. Die letzten Trainingstage müssen nun dazu benützt werden, die tatsächlich besten Läufer für unsere Hauptmannschaft zu ermitteln und dieselben auf den Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit zu bringen. Der 27. Mai muß ein Ehrentag für den Bar Kochba und den jüdischen Sport werden. Wir verweisen auf das Inserat in der heutigen Nummer, an dem die sehr zahlreichen Trainingstage bekanntgegeben sind. Die Knaben- und Jugendabteilung turnt Montag von 6.30—9 Uhr in der Schwindschule, Schellingstraße, unter der Leitung von Turnlehrer Schindlbeck. Pünktliches Erscheinen ist dringend geboten. Die Vorstandschaft. Fußballwettspiel. Am Sonntag, den 13. ds. nachmittags halb 4 Uhr findet auf dem Platze des T. u. Sp.-V. Sendling an der Marbaohistraße (Mittersendling) ein Wettspiel unserer I. Mannschaft gegen die I. Mannschaft des T.V. Tutzing statt. Unsere Mannschaft, die das erste Spiel gegen Tutzing mit 2:4 verlor, wird diesmal in stärkster Aufstellung antreten und! den jüdischen

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