Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1923-04-20 · 16 (20.4.1923) · p. Seite 192

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
16 (20.4.1923)
Date
1923-04-20
Page
Seite 192 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9072829-9103029-9147982--05597-9078266
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

192 Das Jüdische Echo Nr. 16 hiesigen Gemeinde und' Vorgänger unseres Herrn Oberkantor Kürschner, Max Löwenstamm, der zu seinen Lebzeiten schwer zu kämpfen hatte, um seine Reformpläne auf dem Gebiete des synagogalen Chorgesanges durchzusetzen, wenn die erste Programmnummer Werke dieses wirklich genialen Mannes enthält, nämlich Ma towu und Adaun olom. Als zweite Chornummer erscheint der 72. Psalm des Dirigenten des Synagogenchores und des konzertgebenden Vereines, Josef Ziegler. Das •Werk wurde anläßlich des 90. Geburtstages des Prinzregenten komponiert und bei dem von der israelitischen Gemeinde aus diesem Anlaß veranstalteten Festgottesdienst aufgeführt. Der Komponist hat darin mit viel Glück die alte Form des Psalmes (Soli und Chöre in wechselnder Folge mit abschließender Schlußfuge) in das Gewand der „modernen“ Musik gekleidet, wie wir sie ebenfalls in geistlichen Werken in vergrößerten Ausmaßen in den Werken Regers zur vollendeten Entwicklung gekommen sehen. Im Gegensatz hierzu bewegt sich Mendelsohn in dem zum Schluß zur Aufführung gelangendem 48. Psalm ganz in den Bahnen, die wir aus seinen bekannten Chorwerken, den Oratorien Elias und Paules, kennen und lieben. Neben diesen beiden dürfte wohl der 48. Psalm eines seiner schönsten Werke überhaupt sein. — Die Solopartien liegen in den Händen der Frau Maria Jerabek vom Nationaltheater und des Herrn Kantor Müller. Die Begleitung übernimmt Herr Organist Osenbrunner und ein Blasorchester aus Mitgliedern des Nationaltheaterorchesters. — Zwischen den einzelnen Werken wird die Violinistin Frl. Anni Betzak (Frankfurt a. M.), — eine eminente Geigerin von selten ursprünglicher Musikalität und bedeutenden musikalischen Qualitäten (Dr. A. Einstein, „Münchener Post“) — das „Kol Nidres“ von M. Bruch, sowie mehrere Stücke von Bach, Padre Martini und Pugnani-Kreisler spielen. — Angesichts des interessanten Programms und der mitwirkenden Kräfte, die eine hervorragende Interpretation desselben verbürgen, glauben wir einen Besuch des Konzertes dringend empfehlen zu können. B. Verband der iüd. Jugendorganisationen Münchens. Jüdischer Jugendverein. Der angekündigte Vortrag am Montag, den 23. April, findet bis auf weiteres nicht statt. Jüdische Arbeitsgemeinschaft. Die Jüd. Arbeitsgemeinschaft hat einen genußreichen Abend hinter sich. Vergangenen Sonntag las Edith, Ester Corten aus verschiedenen Schriften. Besonders hervorzuheben sind die mit wohlabgetönter Stimme gesprochenen Gedichte Else-Lasker-Sehülers, sowie die anmutig erzählte Novelle von Brunno Frank. Die Glanzleistung der jugendlichen Schauspielerin bildete jedoch die treffliche Wiedergabe des 9. Bildes aus Zweigs Jeremias, die in der rhythmischen und melodischen Akzentuierung der Chöre sowie der Einzelstimmen viel Wärme und Verständnis verriet. Reicher Beifall lohnte die künstlerische Leistung der Vortragenden. — Unser nächster Abend: Samstag, 21. IV. 8 Uhr im Bibliotheksaal der Gemeinde. Dieser Abend ist dem in der Ukraine grausam umgekommenen jungjüdischen Dichter Israel Wakser gewidmet. Gäste willkommen. Leichtathletik-Abteilung Bar Kochba München. Der Große Staffellauf wurde vom 5. Juni auf den 27. Mai vorverlegt. Dies bedeutet für uns, keinen Trainingstag mehr zu versäumen, um wohlgerüstet in den Kampf gehen zu können. Noch viel mehr gilt es für den Erstlingsneunkampf, der bereits am Sonntag, den 29. April, stattfindet. Die Trainingstage sind verlegt worden und1 sind: Sonntag, den 22. IV., 9.30 Uhr auf den Säbenerplatz (Trambahnlinie 25, Wettersteinplatz), sowie Montag und Mittwoch von abds. 6—8 Uhr auf dem Sportplatz Sendling, Plinganserstr. 84. Unser Trainer, der sich über das vorhandene Material sehr lobend ausgesprochen hat, wünscht nur noch die gesamte Mannschaft vollzählig beim Training zu sehen, wodurch seine Arbeit bedeutend erleichtert werde. Es liegt für jeden im eigensten Interesse, regelmäßig und pünktlich zu erscheinen. Die Vorstandschaft. Unter der Überschrift: „Lebensrettung auf der Zugspitze“ entnehmen wir den „M. N. N.“, daß unserem langjährigen Mitgliede Fritz Finkei (Startmann beim Staffellauf Grünwald-München in den Jahren 1919, 1920, 1921, 1922 und voraussichtlich auch 1923) für die Errettung, von 9 Touristen unter eigener Lebensgefahr die öffentliche Anerkennung der Regierung von Oberbayern ausgesprochen wurde. Es wurde hervorgehoben, daß die Tat mit hervorragendem Mut und großer Opferwilligkeit ausgeführt wurde. Wir gratulieren herzliehst. Leichtathletik-Abt. Bar Kochba München. Jüd. Sportverein München. Sonntag 2.15 Uhr Fußballtraining. Schwimmabteilung: Jeden Dienstag 6 Uhr Volksbad. Sonntag, den 29. April, Wandergruppe und Radfahrabteilung Ausflug. Näheres im; nächsten „Echo“. ISr. Lehrerverein für Bayern. Die Mitgliederversammlung findet am 10. Mai um 9 Uhr in Würzburg, Hotel Goldschmidt, statt. Dingfelder, Vorsitzender. Schachklub Lasker. Die Sieger unseres nunmehr beendeten Wintertourniers sind: in Gruppe I: Friedrich Abeies, zugleich Klubmeister; Mama- Manhardt; Niessen Alster; Ziegler; in Gruppe II: Josef Abeies; Moritz Goldberg; Moritz Blumenfeld; Arnold Goldberg; in Gruppe III: Sehapiro; Abeles Otto. Im ganzen nahmen am Tournier 33 Mitglieder teil. — Beginn des Sommertourniers am 7. Mai, Anmeldungen bis zum 30. April beim Spielabend oder an den Schriftführer Fritz Silber, Böcklinstraße 16/0. Zahlreiche Beteiligung erwünscht'. — Am Montag, den 30. April gibt unser Klubmeister, Herr Friedrich Abeles, eine Simultanvorstellung. Gäste willkommen. — Spielabend jeden Montag abends 8 Uhr im „Herzog Heinrich“ (Ecke Landwehr-Mathildenstraße). Nürnberg. Wir weisen nochmals darauf hin, daß der Film „Das neue jüdische Palästina“ am 29. April in der „Neuen Bilderbühne“, Bucherstr. 5, aufgeführt werden wird. Wir laden zu recht zahlreichem Besuch, auch aus den Nachbargemeinden ein. Kartenvorverkauf: Büro des Jüd. Nationalfonds, Fürtherstr. 87; Buchhandlung Sippel, Königstr. 1 und Neue Bilderbühne, Bucherstraße 5. Stuttgart. Im Rahmen der Nationalfonds-Aktion für Jadjur in Württemberg gelangt am Sonntag, den 22. d. Mts., vormittags 11 Uhr im U. T. im Königsbau der Palästinafilm in Stuttgart zur Aufführung. Eine Wiederholung der bereits im Februar in Stuttgart erfolgten Aufführung ist notwendig, da bei dem starken Interesse, das dem Film bei der ersten Aufführung seitens der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung Stuttgarts entgegengebracht wurde, nicht allen Nachfragen nach Karten entsprochen werden konnte. Wir verweisen deshalb zwecks rechtzeitiger Besorgung von Eintrittskarten auf den bereits begonnenen Vorverkauf bei nachstehenden Stellen: Sülze & Galler, Kanzleistr. 10; Bücherstube Max Kahn, Rothebühlstr. 21 und an der Kasse des U. T. im Königsbau.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.