Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- 13 (30.3.1923)
- Date
- 1923-03-30
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jüdische Echo Nummer 13 30. März 1923 10. Jahrgang Eine neue Siedlung in Palästina I An die Zionisten in Deutschland! In 21 jähriger mühevoller Arbeit hat sich der Keren Kajemeth als Träger der jüdischen Bodenpolitik in Erez Israel erwiesen. Blühende jüdische Siedlungen verdanken ihre Entstehung und Entwicklung dem Keren Kajemeth. Leider bilden die bisherigen Bodenerwerbungen noch keineswegs eine ausreichende Grundlage unseres großen Aufbauwerkes. Erst 3% palästinensischen Bodens sind ausgelöst! Der Aufbau von Erez Israel ist jedoch von schnellstem Bodenerwerb abhängig: Großer nationaler Bodenbesitz bildet die beste politische Sicherung für jetzt und immer. In wirtschaftlicher Hinsicht müssen wir auf Grund der Erfahrungen bei Kolonisationsbewegungen anderer Völker für die Schaffung einer bodenständigen Landbevölkerung sorgen. Der Keren Kajemeth hat die bedeutungsvolle sozialpolitische Aufgabe, den palästinensischen Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben und damit gleichzeitig unsere meist unbemittelten Ansiedler von der Sorge des Bodenkaufes zu befreien. Wir benötigen eine große Landreserve, um jederzeit auf eine starke Einwanderung vorbereitet zu sein. Der Boden muß vor allem sofort erworben werden, weil die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas eine dauernde Steigerung der Bodenpreise zur Folge hat! Angesichts dieser Tatsache muß das Sinken der Keren Kajemeth-Spenden um nahezu ein Drittel gegen das Vorjahr uns alle mit tiefer Sorge erfüllen, gleichzeitig aber uns die Pflicht auferlegen, mit allen Kräften für eine Steigerung der Einnahmen zu sorgen. Die Leitung des Nationalfonds in Deutschland hat daher nach Verhandlungen mit dem Hauptbüro des Keren Kajemeth in Jerusalem beschlossen, der Sammelarbeit in Deutschland ein konkretes Ziel zu geben, indem sie sich verpflichtete, bis zum 31. Dezember 1924 den Gegenwert für zunächst 1000 Dunam Land in Jadjur aufzubringen. Die Nationalfondskommission hat diese Verpflichtung in der festen Überzeugung übernommen, daß alle Freunde und Mitarbeiter des Keren Kajemeth sie mit allen Kräften hierbei unterstützen werden! Jadjur ist nach der Ansicht von Palästina-Fachleuten seiner Bodenbeschaffenheit und Lage nach für eine gartenstädtische Siedlung äußerst geeignet; es bietet gute Möglichkeit für Futterbau, Geflügelzucht, Gemüsebau. Milchwirtschaft und eignet sich infolge seiner günstigen Lage am Karmelgebirge für die Anpflanzung von Tafeltrauben, Oliven und Johannisbrotbäumen. Die Produkte Jadjurs werden in dem nur 6 km entfernten Haifa einen aufnahmefähigen Markt finden. Durch Jadjur führt heute bereits ein starker Verkehr nach den neuen Siedlungen in Emek; die Jadjur durchkreuzende Eisenbahnstrecke Haifa—Samach—Damaskus und die nach dem Tiberiassee führende Chaussee werden die Entwicklung der neuen Siedlung erheblich fördern. Wir zweifeln nicht daran, daß dieses konkrete Ziel nicht nur die restlose Unterstützung aller deutschen Zionisten finden, sondern auch neue Energien innerhalb des gesamten deutschen Judentums auslösen wird. Jeder Zionist muß Geld und Arbeit für dieses große Ziel einsetzen. damit es uns gelingt, die Grundlage> für eine neue Siedlung in Erez Israel zu Schaffen. Berlin, im März 1923. Der Landesverband der Zionistischen Vereinigung in Deutschland Felix Rosenblfith Siegfried Moses Chaitn Arlosoroff, Erich Cohn, Isaac Feuerring, Sammy Gronemann, Sigmund Katznelson, Max Kober, Georg Landauer, Fritz Löwenstein, Arthur Rau, Egon Rosenberg, Ahron Sandler, Moses Waldmann, Max Wolisteiner Die Nationaliondskomniission für Deutschland Max Wollsteiner Albert Baer, Alfred Cassirer,Walter Erhard, B.Karpln, Julius Loewenheim, Henrik Manasse,Wolf- Joachim Meyer, ErwlnMlchel,Hans Oppenheim, Wolf Scheps, Alfred Schwarz,SiegfriedWeitzmann.