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Das jüdische Echo · 1923-03-23 · 12 (23.3.1923) · p. Seite 144

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
12 (23.3.1923)
Date
1923-03-23
Page
Seite 144 (sequence 8)
Language
German
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144 Das Jüdische Echo Nr. 12 Absingen hebräischer Lieder in einem separaten Wagen nach Triest weiter. — Am Mittwoch, den 21. März, passierten München ungefähr 85 Palästinafahrer aus Kowno. meistens Touristen aus Litauen, welche hier bis Donnerstag früh Aufenthalt nahmen. — An dieser Stelle wird dem Frauenkomitee, Helfer und Helferinnen für ihre kräftige Mithilfe bestens gedankt; ebenso der Restauration Weiß für das freundliche Entgegenkommen. Für nachstehend eingegangene Spenden für die Chaluzim- Fürsorge wird herzlichst gedankt: Dch. Schachno b. Geburtstagsfeier Fr. Ella Petzall-Berlin 20000.—, Frau Saposchnik grat. ihr. Gatten zum Geburtstag 2000.—, durch S. Orlianski 5000.—. S. Orlianski 10 000.— N. N. 10 000.—, W. Feuer 5000.—, A. Blitz 5000.—, B. Hohenberger 5000.—, M. Königsberg 3000.—, Hebenstreit 4000.—, J. Sturm 5000.—, N. Sturm 5000.—, David Horn 3000—, David Eisenberg 2000.—, Sehmickler 10 000.—, Jakob Reich 10 000.—, Wuggmann 10 000.—, N. N. 5000.—, N. N. 1000.—, Frau Selma Eisen 3000.—, Frau Scheinmann 5000.—, Nathan Scheinmann 5000.—, Frau Wilschinsky 1000.—. (Weitere Spenden werden entgegengenommen Paul Grünbaum. Postscheckkonto 15 029.) Jüdische Arbeitsgemeinschaft. Unsere nächsten Abende fallen infolge Pesach aus. Siehe weitere Bekanntgabe in der nächsten Nummer. — Unsere Generalversammlung fand vor 14 Tagen statt. Nach einem Bericht wurden in die Vorstandschaft gewählt: Kapellmeister Josef Ziegler, Dr. Adolf Stiefelzieher, Fritz Silber, Elieser Schindler, David Goldberg, Milo Horn, Max Friedländer, Eva Hojda. Bar Kochba München. Während der Ferien turnen: Mädchen Mittwoch 28. März, 4. und 11. April von 6 bis halb 8 Uhr, Damen von halb 8 Uhr bis 9 Uhr im Bibliotheksaal der Kultusgemeinde. Sämtliche Herrenabteilungen kommen Montag, den 25. März pünktlich 8 Uhr im Turnverein Sendling, Plinganserstraße, zwecks Aufstellung des Festprogramms. Jüd. Sportverein München sucht für seine 1. u. 2. Fußballjugendmannschaft spielstarke Gegner. Anschriften an Falkenstein, Mathildenstr. 8/i. Nürnberg. Vortrag von Dr. Leo Baeck. Am 18. März sprach der bekannte Berliner Rabbiner Dr. Leo Baeck in der hiesigen Hauptsynagoge über das Thema: „Der romantische und der klassische Men sc h“. Er stellte zwei Formen von Religiosität einander gegenüber. Die eine sucht dem häßlichen Getriebe des gewöhnlichen Lebens zu entfliehen und jenseits aller Kämpfe und Nöte eine Sphäre der Stimmung, des Erlebnisses, der Gnade zu finden, in der die Beseligung der Hingabe an das Höhere für alles Leid des Daseins entschädige. Unterdrückung und Verelendung nimmt dieser Mensch schweigend hin, weil ihm Kampf dagegen wertlos dünkt vor der Herrlichkeit jener Stimmungen und Erlebnisse, in die zu flüchten ihn keine Not hindert. Dies ist die Religiosität des romantischen Menschen, der auf die Gnade wartet, auf die erlösende Erkenntnis, die ihm nicht das Resultat unbewußt weiter arbeitenden Denkens, sondern plötzliche Eingebung von oben bedeutet. Dies ist die Religiosität der Menschen Indiens und Persiens, des mittelalterlichen Christentums und auch des Chassidismus. Der „klassische“ Mensch hingegen weiche dem Leben nicht aus, er nimmt das Leben selbst als Aufgabe seiner religiösen Arbeit. Aber sie findet nicht in einmaliger Tat ihre Lösung, sondern ist unendlich, indem das sittliche Streben seiner Natur nach niemals ein Ende, ein Sich-beruhigen erreichen kann und darf. Der Mensch des Judentums ist der klassische. Es ist seine Eigenart, daß er sich mit dem Bestehenden nicht abfinden kann, weil es eben besteht, daß er immer das Bessere sucht. Der jüdische Gedanke in der Welt ist ein zu immerwährender Umgestaltung und Erneuerung treibender in dem Sinne, daß alles Bestehende auf seinen sittlichen Wert geprüft und um dieses willen geändert werde. Dies ist der Sinn von dem Wort Mommsens, daß die Juden den Sauerteig in der Menschheit bilden. Aber der klassische Mensch habe die Gefahr, daß sein Sittlichsein, sein Gutestun etwas Mechanisches werde, daß er den Sinn verliert für das Geheimnis, das über ihm, steht. Dies Suchen nach dem Letzten, das Erlebnis des Höchsten darf jedoch nur Sache des Individuums sein, im Vordergründe des Lebens, alle Menschen verbindend, müsse das sittliche Handeln stehen, das Leben selbst höchstes Gebot sein. M. B. Spendenausweis Jüdischer Nationalfonds Spenden aus München für die Zeit vom 14.—21. März 1923 Allgemeine Spenden: Leopold Gittler u. Frau grat. Norbert Gittler u. Frau zum Sohne u. Familie Davidsohn u. Gittler zum Enkel 2000.—, die Jüd. Arbeitsgemeinschaft grat. ihr. Vorstandsmitglied Stiefelzieher zum Doktor 1000.—, Herr Wolf-Augsburg anl. d. Hochzeit s. Tochter 2000.—, Dr. L. Günzburg dankt für alle Glückwünsche zur Geburt s. Tochter und verabschied, sich von allen Freunden .u. Bekannten 5000.—, Eva Hoyda kond. Jako-b Reich 1000.—, Theo u. Meta, Harburger desgl. 1000.—, Dr. Eli Straus u. Fr. desgl. 1000.—, Sehlojme Monheit desgl. 1000.—, Regina Gutter, Dora Fränkel. Fanny Herlinger desgl. 2000.—, Faim. David Horn grat. z. Barmizwah Hauser u. kond. Jakob Reich 1000.—, Aron Kohn u. Fr. grat. herzl. Hrn. Spielmann u. Kluger z. Enkel, Herrn Stiefelzieher zum Doktor, Herrn u. Frau David Misch zum Stammhalter, Farn. Naß zur Verlobung ihrer Tochter 5000.—, dieselben sprechen Herrn Jakob Fränkel u. Farn. Jakob Reich ihr inniges Beileid aus 3000.—, Dr. M. J. Gutmann und Frau desgl. 2000.—, A. Mysliborski desgleichen 2000.—, N. N. 15 000.—, Paul u. Fanny Grünbaum, kond. Familie Jakob Reich u. Pilpel, dieselben grat. z. Doktor- Examen Abraham Stiefelzieher, zur Verlob. Friedei Goldfarb-Krausz, Isaak Sturm-Blasbalg 1000.—, Jakob u. Eda Kalter grat. Farn. Goldfarb zur Verlobung ihrer Tochter Friedl 3000.—. Aus dem Münchener ö1b a u m h ain : Lore u. Karl Ettlinger kond. Farn. Albert Ellern 1 B. 3000.—, Aron Kohn u. Frau grat. Herrn Dr. Katz herzl. zum Geburtstag 1 B. 3000.—. Esra Elijahu Ben Mose Le, Königsberg, Garten: Sammlung anl. d. 1. Geburtstagsfeier 27 B. 81 000.—. Anl. d. Britmiloh des kleinen Fritz Misch eröffnen die Freunde und Gäste einen Garten auf den Namen Fritz Misch: David Misch 10 B. 30 000.—, Gustav Nathan 3 B. 9000.—. Selig Mysliborsky 1 B. 3000.—:, Josef Mysliborsky 5 B. 15 000.—, Hermann Misehlibursky 1 B. 3000.—, S. Orljansky 3 B. 9000.—:, N.N. 3 B. 9000.—, Adolf Mischliborsky 3 B. 9000.—, A. Lindheimer 3 B. 9000.—. A. Almasi 1 B. 3000.—, M. Bryn u. Frau 2 B. 6000.—, Jakob Wilczinsky u. Frau 1 B. 3000.—, Jakob Mlsehliborsky 2 B. 6000.—, H. Schorr u. Frau 2 B. 6000.—, D. Wilschinsky u. Frau 1 B. 3000.—, Moritz Eisenberg 1 B. 3000.—, Hermann Tenzer 1 B. 3000.—, Nathan Blumenfeld 1 B. 3000.—. Summe: 132 000.—. Aus dem Münchener Spendenbuch. Sim. Goldfarb anl. & Genesung s. Gemahlin Cerline

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