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Das jüdische Echo · 1923-02-02 · 5 (2.2.1923) · p. Seite 59

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
5 (2.2.1923)
Date
1923-02-02
Page
Seite 59 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 5 Das Jüdische Echo 59 Dreizehn Personen — dreizehn Meinungen. Selbstverständlich war jeder überzeugt, daß seine Meinung die richtige war und verlangte, daß sie von den anderen anerkannt werde. Oft entstand dadurch Zank, es gab Verdruß. Man schmollte miteinander, traktierte sich mit spitzen Redensarten, warf sich giftige Witze oder Grobheiten an den Kopf und fühlte, daß man einander überdrüssig: war. Feindseligkeit schlich sich ein, man mied einander und überlegte, wie man sich trennen, sich über das ganze Land verstreuen könnte, damit jeder sein eigenes Heim hätte. Dreizehn Personen — dreizehn Heime. Der Gedanke, sich einzeln über das ganze Land zu zerstreuen, sagte allen zu. Zuerst wurde dieser Gedanke allgemein ausgesprochen und erörtert, erst später sprach man unverdeckt darüber, daß jeder ein besonderes Heim haben müsse. „Wenn ihr es mir nicht übelnehmt, will ich euch meine Ansicht sagen,“ begann unser Proletarier, wie immer mit einer Entschuldigung. „Der Berg, den wir besitzen, ist groß genug. Höhlen gibt es unendlich viele, Platz ist nicht nur für dreizehn Personen, sondern für dreizehn Familien. Wenn ihr gestattet, will ich vor jede Höhle einen besonderen Stein als Zeichen niederlegen, an dem man erkennen wird, wem die Höhle gehört...“ Nach einer Debatte, die kaum ein paar Stunden dauerte, wurde der Vorschlag des Proletariers zur allgemeinen Zufriedenheit angenommen; auch Gemelnden-ii-Vereins-Echo Aus dem Judentum ausgetreten ist der Spezialarzt für Hals- und Nasenkrankheiten Dr. Alfred Falk in München. Maximiliansstraße 2. Palästinaamt München. Mit Rücksicht auf die wachsende Zahl der jüdischen Auswanderer nach Palästina hat sich das von der zionistischen Organisation errichtete Palästinaamt Berlin entschlossen. für die Länder Bayern und Württemberg eine Zweigstelle in München zu schaffen. Das Palästinaamt München wird den Auswanderern in allen Paß- und Reiseangelegenheiten insbesondere im Verkehr mit den Behörden seine Dienste zur Verfügung stellen. Räumlich verbunden mit dem Palästinaamt, aber als gesonderte, rein gemeinnützige Organisation, besteht die C h a 1 u z i m - F ü r sorgestelle, die sich der in München durchreisenden Palästinawanderer annimmt, für deren Verpflegung und Weiterbeförderung tätig ist. Das Palästinaamt München befindet sich Rothmundstraße 6/1. r. (Fernsprech-Nr. 55574) und ist an Wochentagen täglich von 2—3 Uhr geöffnet. (Geldsendungen können auf das Postschekkonto Paul Griinbaum Nr. 15029 geleistet werden.) Jüd. Nationalfonds. Die erste heurige Nationalfonds-Büchsenleerung findet in der Zeit vom 5. bis 19. Februar statt, und wir ersuchen deshalb sämtliche Büchseninhaber hievon Kenntnis nehmen zu wollen. Der SprechSaal der jüd. Jugendorganisationen Münchens, der infolge der politischen Verhältnisse am 27. Januar ausfallen mußte, findet am 3. Febr. 8 Uhr abends im Bibliotheksaal der Gemeinde, Herzog Maxstraße 7, statt. Jüd. Arbeitsgemeinschaft. Sonntag, den 4. Februar, abends 8 Uhr spricht Herr L. Schindler über Bialik im Jagdzimmer des Restaurants Augustiner, Neuhauserstraße 16. Bar Kochba München. Montag Abend punkt 7.30 Uhr Training im Turnverein Sendling (Plinder Proletarier war zufrieden. Das war ein Zeichen, daß auch er unserer Gesellschaft überdrüßig war. Kein Wunder, daß es dahin gekommen war, weil jeder von uns seinen eigenen Geschmack, seine Gewohnheiten und Launen hatte. So liebte der eine viel Sonne, der andere viel Schatten; der eine trinkt die Milch gern frisch gemolken, der andere zog sie abgestanden und abgekühlt vor; dieser wünschte die Bananen geschält, daß man sie sogleich essen konnte, jener wollte sie in der Schale haben, wie sie die Natur geschaffen hat. Auch hatte jeder seinen besonderen Wunsch für das Lager: der wollte viel Gras, das ihm ein Federbett ersetzen sollte, der andere lag gern hart, aber mit dem Kopf hoch. Die Frau erwähne ich erst gar nicht. Dem Weib gestattete Gott sogar, launenhaft zu sein, und wenn sie das Maß nich überschreitet, erhöht das noch ihren Reiz. Bei unserer „Dame“ mußte jeden Morgen ein Strauß von frischen Blumen auf den Stein stehen. Sonst sprach sie mit keinem Menschen. Wenn aber die Frau traurig war, schaute auch der Himmel düster drein, war sie verstimmt, so war auch die Sonne verstimmt, blähte sie sich auf, dann tat die Erde dasselbe, und der Wald grollte, die Vöglein im Wald und wir alle wurden mürrisch und einander noch überdrüßiger als vorher, — wir mochten uns überhaupt nicht mehr ansehen. (Fortsetzung folgt.) ganserstraße 16, eine Haltestelle über den Harras). Interessenten, Freunde und Mitglieder ersuchen wir im Sportdreß zu kommen. Wir bitten sämtliche Mitglieder, auch die der Fußballabteilung, vollzählig am Turnboden zu erscheinen. — Bericht: In die Hauptvorstandschaft kommen folgende Herren zur Besetzung der Posten: 1. Schriftführer Harry Läufer, Auenstraße 74/1, Tel. 26162: 1. Beisitzer Reis, Marienplatz 28; 2. Kassier Jacowitz, Kapellenstraße 1. Die Jugendabteilung übernimmt Herr Karl Glaser. Jahnstr. 3. Technischer Leiter der Jugend- und Knabenabteilung ist unser Turnlehrer Herr Schindlbeck. Bar Kochba München. In der letzten Generalversammlung vom 14. Dezember 1922 wurde der Beschluß gefaßt, jedes Mitglied, das dreimal nacheinander unentschuldigt dem Turnen oder irgendeiner leichtathletischen oder Übungsabteilung fernbleibt, als aktives Mitglied zu streichen. Wir bitten sämtliche Mitglieder, davon Vormerkung zu nehmen. Unser nächster Vortragsabend findet am 17. Februar 1923 im K. J. V., Bayerstr., statt. Referent: Ernst Simon II (Würzburg). Alles Nähere in der nächsten Nummer des „Jüd. Echo“. Die Vorstandschaft. Schachklub LaSkeU Spielabende Montag und Mittwoch „Herzog Heinrich“ (Landwehr-Mathildenstraße). Zuschriften, Beiträge und Spenden an den Kassier Fritz Silber, Bürkleinstraße 16/o. Nürnberg. Durch einen günstigen Umstand war es möglich. Herrn Dr. Max Hirsch aus Palästina am Sonntag, den 21. Januar, hier in einer Jugendversammlung über das Leben in Palästina sprechen zu lassen. Leider erfuhren wir erst einen Tag vorher von dem Kommen von Hrn. Dr. Hirsch, so daß die Einladungen recht unvollständig ausfielen. Trotzdem hatte sich eine große Anzahl von Jungens und Mädels eingefunden, die es alle als notwendig empfanden, mehr über das Land zu erfahren, als man in Zeitungen und Büchern lesen kann, denen es darum zu tun war, den papierenen durch einen lebendigen Konnex zu ersetzen. Dr.

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