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Das jüdische Echo · 1923-01-19 · 3 (19.1.1923) · p. Seite 37

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
3 (19.1.1923)
Date
1923-01-19
Page
Seite 37 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 3 Das Jüdische Echo 37 Dieses Problem, von dem die die Öffentlichkeit besonders beschäftigende sogenannte Ostjudenfrage nur einen' Ausschnitt darstelle, sei nur international zu meistern. Um Deutschland in die Lage zu versetzen, seine Verpflichtungen den ehemaligen Feinden gegenüber in möglichst weitgehendem Maße zu erfüllen, müßten ihm auf internationalem Wege die Lasten erleichtert werden, die es lediglich durch die politisch und wirtschaftliche Entwicklung anderer Länder und Völker, sowie durch seine eigene geographische Lage, also ohne Verschulden und ohne die Möglichkeit eigener Abwehr, übernommen habe. Insbesondere müßte sich der Völkerbund mit der Ostjudenfrage befassen. die ja ohnehin ein internationales Angesicht trage (Übertragung des Mandats über Palästina an England, Balfour- Deklaration). Weiter müsse durch Fühlungnahme mit Einwandeomgsgebieten, in denen noch Bedarf an Arbeitskräften bestehe, die Auswanderung der nach Deutschland gelangten Ausländer möglichst gefördert, vielleicht auch ihre Ansiedlung in fremden Ländern erwogen werden; die finanzielle Unterstützung der Auswanderungsbereiten (Herabsetzung der Fahrpreise nach Ubersee) sei ins Auge zu fassen. Der Reparationskommission sei nahezulegen, auf Mittel zu sinnen, daß wir durch diesen Zustrom ungebetener Gäste nicht an der Erfüllung unserer internationalen Verpflichtungen gehindert werden. Dazu trage die große Zahl der Russen bei, die durch die bekannten Verordnungen der russischen und ukrainischen Sowjetrepubliken ihr Heimatrecht und damit die rechtliche Möglichkeit der Rückkehr verloren hätten, aber nicht in die Heimat abgeschoben werden könnten. ebensowenig wie die zahlreichen, im Inlande befindlichen ehemaligen russischen Kriegsgefangenen, die hier geduldet werden müßten, weil kein fremder Staat sie zu übernehmen bereit oder verpflichtet sei; oder wie die polnischen Deserteure und Refraktäre, deren Abschiebung, solange nicht in Polen eine umfassende Amnestie für militärische Delikte erlassen ist, einer, jedenfalls unzulässigen Auslieferung gleichkommen würde. Durch die Umwälzungen im Osten und die Friedensschlüsse seien außerordentlich zahlreiche Ausländer staatlos geworden und könnten deshalb, selbst im Falle ihrer Lästigkeit, aus dem Inland mit Zwang nicht entfernt werden; die Regelung der Schicksale solcher Staatlosen könne ebenfalls nur international erfolgen. Deshalb sei schließlich auch der baldige Abschluß von Übernahmeverträgen mit unseren östlichen Nachbarn eine zwingende Notwendigkeit. Der preußische Innenminister gibt der Hoffnung Ausdruck, daß das Reich sich diesen Darlegungen nicht verschließen werde. Gemeindenu.Vereins-icho Verband jüd. Jugend-Organisationen Münchens. Samstag, den 27. Januar 1923 abends 8 Uhr im Bibliotheksaal Vortrag des Herrn Dr. Günzburg über: „Die heutige Lage des jüdischen Volkes“. Eingeladen ist die organisierte und vor allem auch die nichtorganisierte jüdische Jugend Münchens. Wir Juden und der Antisemitismus war das Thema einer außerordentlich gut besuchten Versammlung, die am 14. Januar im Bayerischen Hof stattfand. Ein ausführlicher Bericht folgt in unserer nächsten Nummer. Schachklub Lasker. Nächster Spielabend Montag, 22. Januar, wieder in unserem Spiellokai Hotel „Herzog Heinrich“ (Ecke Landwehr-Mathildenstraße). Fortsetzung des Turniers. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Erhöhungen in den Spendenzweigen Die Nationalfonds-Kommission für Deutschland hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, mit sofortiger Wirkung die Preise in den Spendenzweigen folgendermaßen zu erhöhen: Eine Goldene Bucheintragung kostet von jetzt ab 50 000.—, ein Baum 1000.—, ein Telegrammformular 150.—. Ratenweise Einzahlungen für Goldene Bucheintragungen können nur noch von 5000.— erfolgen und der namentliche Nachweis erfolgt erst von 500.— ab. — Aus naheliegenden Gründen sah sich die Nationalfonds-Kommission für Deutschland leider zu diesen starken Erhöhungen gezwungen. Entsprechend der Geldentwertung und der damit verbundenen Unkostensteigerung ist es unbedingt notwendig, größere Summen für den Nationalfonds zu fordern. Die bisherigen Erfahrungen lehren, daß die Spendensummen zirka ein Vierteljahr hinter der Geldentwertung Zurückbleiben. Wir müssen alles daransetzen, um zu erreichen, daß die Spender sich sobald wie möglich der Geldentwertung anpassen. Wir glauben, daß es unseren Vertrauensleuten durch Festsetzung von hohen Mindestspenden leichter möglich sein wird, die für die Palästinaarbeit so dringend erforderlichen größeren Summen zu erhalten. Palästinafilm. Wir verweisen auf das heutige Inserat und machen besonders darauf aufmerksam, daß die Vorstellung in die Karin Lichtspiele verlegt wurde. Bar Kochba München. Das für den 21. Januar angesetzte Ballfest fällt infolge der ernsten allgemeinen Lage aus. Spendenausweis Jüdischer Natlonalforids Spenden aus München Büchsen: Etienne Bach 1020.—. Bürobüchse 262.70, Karl Ettlinger 286.60. Büchsenleerung der Manja Sass; Ludwig Davidsohn 158.—, M. Minikes 417.25, Dr. A. Perlmutter 651.60, Spenden unter 100 Mk. 60.—. Summe: 1286.85. Büchsenleerung d. Gina Goldberg: Chary 200.—, Saposchnik 150.—, Ass 275.10, Schnapp 154.—, Neumann 707.—, Neumann (Gesch.) 250.—. Summe: 1866.25. Allgemeine Spenden: Paul Grünbaum grat. Dr. Günzburg 100.—, desgl. Jakob Reich 100.—, Dr. Dipl.-Ing. A. Stern aus Prejmar bei Kronstadt anl. seiner Vermählung mit Frl. Dipl.- Ing. Irma Weigl d. Rabb. Dr. Bärwald 25 000.—, Herr u. Frau Dr. Jul. Siegel danken herzl. f. alle Glückwünsche anl. der Geburt i. Sohnes 5000.—, J. Lichtenauer u. Frau grat. Herrn u. Frau Dr. Bacharach 100.—, Max Bensinger für eine gewonnene Mappe 500.—, Dr. Karl Bacharach für im Echo dargebrachte Glückwünsche 1000.—, Paul u. Fanny Grünbaum grat. Herrn u. Frau Dr. Alfred Fraenkel z. Töchterchen 100.—, Dr. M. J. Gutmann u. Frau grat. Dr. Günzburg u. Frau zur Tochter 100.—, dieselb. grat. Jakob Reich zum Sohne 100.—, Trude Kochmann-Mart. Goldschmidt danken herzi. allen, die ihnen grat. haben 500.—, Dr. M. J. Gutmann und Frau grat. Dr. Alfred Fraenkel u. Frau 100.—, der Gesamtausschuß der Ostjuden wünscht seinem Vorsitzenden Herrn Alt-

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