Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- 1 (5.1.1923)
- Date
- 1923-01-05
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 Das Jüdische Echo 9 Ein Mensch: Zionist. Ein Mensch: Territorialist. Ein Mensch: Kapitalist. Ein Mensch: Orthodoxe. Ein Mensch: Atheist. Ein Mensch: Spezialist. Ein Mensch: Nationalist. Ein Mensch: Assimilant. Ein Mensch: Idealist. Ein Mensch: Materialist. Ein Mensch: Arbeiter. Ein Mensch: Weib. Ein Mensch: Schriftsteller — (der bin ich, der Verfasser dieser Erzählung). Im ganzen: Dreizehn Menschen — dreizehn Elemente. Plötzlich kam mir ein Gedanke. (Die besten Gedanken kommen immer plötzlich!) — Ich erhob mich von meinem Platz und bat um das Wort—: „Meine Damen und Herren! Erlaubt auch mir. meine Meinung über den Namen auszudrücken, den wir unserer Insel geben sollten. Da jeder von uns auf seinen Namen besteht und dem andern nicht nachgeben will und wohl auch recht hat, an seiner Meinung festzuhalten und sich fragt: Warum soll ich dem andern nachgeben? Warum soll jener nicht mir nachgeben?-so möchte ich euch Vorschlägen: Da wir dreizehn Personen mit dreizehn verschiedenen Meinungen sind, sollten wir unsere Insel vorläufig „Die Dreizehninsel“ nennen!“ Ich muß bemerken, daß kein Redner in der Welt, weder in Europa, noch in Amerika, nicht Bebel und auch nicht Jaurös solchen Beifall hatte, wie ich an jenem Tage. Ich sage es nicht, um mich zu rühmen. Ich will den Leser nur überzeugen, daß je kürzer die Rede ist, umso sicherer der Erfolg! Hiermit schließe ich dieses KapiteL (Fortsetzung folgt.) Gemeindenu.Verei ns-icho Der Palästinafilm des Jüdischen Nationalfonds wird Sonntag, den 14. Januar 1923 vormittags in einem Münchener Lichtspieltheater vor geführt werden. Seit seiner 1. Vorführung hier in München, im Oktober vorigen Jahres, ist er durch Aufnahmen in den neuentstandenen Siedlungen bedeutend erweitert worden. Das Münchener jüdische Publikum wird gerade diesen neuen Aufnahmen bedeutendes Interesse entgegenbringen. da sie die Arbeitsstätten unseren deutschen und speziell auch einigen Münchener Chaluzim zeigen. Der Film wird diesmal auch noch viel besser zur Geltung kommen als bei seinem ersten hiesigen Vorführung, da sich eine Reihe von damals unvermeidlichen technischen Mängeln werden vermeiden lassen. Wer einen Begriff von der jüdischen Aufbauarbeit in Palästina bekommen will, so wie sie sich deutlich vollzieht, der sollte den Besuch des Films unter keinen Umständen versäumen. Chaluzim-FürSorge. Mittwoch, den 27. Dez., passierte eine größere Gruppe Palästinafahrer München. Während ihrem Aufenthalt wurden sie von unserem Frauenkomitee erfrischt und fuhren mit voller Dankbarkeit mit dem Mittagzug nach Salzburg weiter. Für Spenden wird an dieser Stelle bestens gedankt. Jüdischer Gesangverein Mk. 2000.—. Chaluzim-Fürsorgestelle. Bar Kochba München. Der Turnbetrieb sämtlicher Abteilungen wird ab Montag, den 8. Januar wieder aufgenommen. Alle aktiven Mitglieder werden aufgefordert, regelmäßig zum Turnen zu kommen. Scbachklub „Lasker“. Ab nächsten Montag, 8. Januar, finden unsere Schachabende im neuen Spiellokal: Hotel-Restaurant „Herzog Heinrich“ (Ecke Landwehr- und Mathildenstr.) statt. Fortsetzung des Winterturniers. Jtid. Gesangverein! Die Generalversammlung ist Dienstag, 9. Januar 8 Uhr abends im Bibliotheksaale der Gemeinde, die Proben zum Frühjahrskonzert Dienstag. 16. Januar. Wir berichteten in der letzten Nummer von dem imerhörten Diebstahle, dem ein jüdischer Student in Heidelberg zum Opfer gefallen ist. Hiezu wird uns nun mitgeteilt, daß es der Polizei bereits gelungen ist, die Person des Täters zu. ermitteln. Es handelt sich um einen verkommenen jüdischen Studenten, namens Albert Kaufmann -aus Marsburg, der bis vor kurzem in Darmstadt Maschinenbau studierte. Er gibt sich als Redakteur einer illustrierten Zeitung aus, in der er mit Theo Matejko zu zeichnen vorgibt. Kaufmann hat auch in einer Reihe anderer Fälle gerade in Kreisen jüdischer Studenten Kleidungsdiebstähle verübt. Ein Steckbrief ist erlassen. Sachdienliche Mitteilungen werden an die Kriminalpolizei Heidelberg erbeten. Spendenausweis Jüdischer Nationalfonds Spenden aus München Türkei 20.—, 5 Mädels verabschieden sich von Dora Diamand 50.—, N. N. 1000.—, Schapiro Blumenfeld 600.—. ges. bei Versteigerung des Benschen b. Hochzeit Dr. Julius Schönmann-Eisenberg 5000.—, an der Hochzeit Fritz Sonder- Kitzingen gesammelt 6000.—, M. H. Jahrzeit 100.—, Familie Dr. Emil Fränkel grat. Jakob und Henny Reich zum Jungen 50.—, Rosl und Henny Feuchtwanger desgl. 100.—, Else Glaser desgl. 50.—, Michael Mahler und Frau desgl. 100.—, Farn. A. Schindler desgl. 50.—, Familie M. Fleischer dsgl. 100.—, Henny Niklas grat. Jakob Reich und Frau und allen, die sich im letzten Halbjahr verlobt und verheiratet haben 100.—, N. Kurzmantel und Frau grat. Jakob Reich und Frau zum Jungen, desgl. Dr. Bacharach und Frau 200.—. Heinrich Mendler grat. Jakob Reich und Frau zur Geburt des Sohnes, desgl. Dr. Bacharach und Frau 100.—, Familie A. Strumpf grat. Dr. Bacharach und Frau zum Jungen 50.—. Clara Fränkel-Garten: Apotheker Lewin und Frau grat. Dr. Siegel und Frau zur Geburt des Sohnes, desgl. Familie Jakob Reich 1 B. 300.—, Erlös für Wertzeichen 500.—. Bürobüchse 470.—. Aus dem Münchner Spendenbuch: Henny und Jakob Reich danken für die anl. der Geburt ihres zweiten Sohnes erwiesene Aufmerksamkeit 10 000.—, Nathan Nußbaum und Familie 1000.—, Paul Grünbaum und Familie 1000.—, Abraham Schindler und Familie 500.—, 'Arnold Marie und Familie 1000.—, Tobias Reich 1000.—, Fritz Feuchtwanger 1000.—, Dr. Elias Strauß 1000.—, Adolf Pilpel 1000.—, David Horn 1000.—, Louis Feuchtwanger 3000.—, Dr. Ludwig Feuchtwanger 1000.—. N. N. 1000.—, N. N. 100.—, Elieser Schindler wünscht Herrn Jakob Reich und Frau Maseltof zum Kores Bris 50.—, Isak Altmann grat. Jakob Reich und Frau zum Sohn 200.—.