Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 52 (29.12.1922)
- Date
- 1922-12-29
- Page
- Seite 633 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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644 Das Jüdische Echo s r. 52 auf sich nehmen müssen. Die nur ins jüdische Volk hineingeborenen, die nicht aus sich heraus die freudige Bejahung zu diesem Volk gefunden haben. Sie sind höchstens bedauernswerte Opfer — keine Helden! — Aber auch wir sind noch keine Makkabäer, weil wir einige ihrer Tugenden hatten. Das, was die Makkabäer zu Helden machte, war nicht ihre Treue zum Volk — nicht ihr Bekennermut, auch nicht allein, daß ein Ideal ihr Leben erfüllte, es war die Tat, die sie zu Helden machte. Tausend andere hatten gefühlt wie sie. Man sah’s ja, kaum hatten sie die Tat getan, da sammelten sich Scharen von Gleichgesinnten um sie, die allein nie den Weg zur Tat gefunden hätten.— Jede Zeit braucht anderes Heldentum. Heute ist’s nicht das Schwert, das unser Volk frei macht. Heute ist’s Spaten und Schaufel, Pickel und Meissei, heute ist’s mühselige tägliche Arbeit, Schweiß und Herzblut, ja wir haben Makkabäer, ja wir haben Makkabäer die die Idee ihres und unseres Lebens in die Tat umsetzen. Unsere Chaluzim, sind unsere Makkabäer. Kein Lorbeer winkt ihnen, nicht in lodernder Begeisterung im Ansturm der Schlacht wird ihr Sieg errungen., die Geschichte wird nicht viel von ihnen erzählen, aber im Herzen ihres Volkes leben sie, unser Stolz sind sie, die erste Generation, die durch Geist und Tat den Namen Makkabäer wieder verdient. Jede Zeit braucht anderes Heldentum, ein Volk, das immer wieder heldenmütige Jugend hervorbringt, ist wert, zu neuem Leben zu erstehen. Aus der indischen Welt Palästina Verhandlungen mit der Regierung — Araber für eine Verständigung Der Korrespondent des „Jewish Chronicle“ berichtet aus Jerusalem: Dr. Wefzmann wird Ende Dezember Palästina verlassen und zunächst nach England zurückkehren. In Jerusalem fand eine Konferenz führender zionistischer Persönlichkeiten statt, in der Dr. Weizmann referierte. Col. Kisch hat dem Oberkommissär offiziell die jüdischen Forderungen nach Erleichterung der Einwan d( erungsbeschrä in; kungen und wegen eines Regierungsbeitrages zu den jüdischen Gemeindeausgaben vorgelegt. Darin wird verlangt, daß die Regierung und der Jischuw die Ausgaben zu gleichen Teilen tragen sollen. Der Oberkommissär erklärte seine Bereitschaft, den Beitrag der Regierung zum jüdischen Erziehungs- Aeuhcrusers/r. 15, gegenüber der alten Akademie werk zu erhöhen. Er hat ferner zugestimmt, daß die Möglichkeiten der Einwanderung bis zur endgültigen Regelung der Bestimmungen vergrößert werden. Die Regierung erklärte ferner ihr Einverständnis, in jüdischen Angelegenheiten mit der Jewish Agency zusammenzuarbeiten. Es hat sich nunmehr bestätigt, daß mehrere der palästinensischen Delegierten zum arabischen Kongreß, der ursprünglich, am 15.Dezember in Kairo eröffnet werden sollte, jedoch bis nach Schluß der Lausanner Konferenz aufgeschoben wurde, sich bemühen, zu einem Einvernehmen mit den Zionisten zu gelangen. Die öffentliche Sicherheit Jerusalem. (J. C. B.) Der Oberkommissär von Palästina, Sir Herbert Samuel, hat eine spezielle Kommission eingesetzt, welche die Frage der öffentlichen Sicherheit in Palästina zu regeln haben wird. Den Vorsitz in dieser Kommission führt Sir Wyndham D e e d s. Die jüdische Arbeiterschaft Die von der Arbeiterorganisation veranstaltete Zählung der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina ergab folgendes Resultat: In Jerusalem 4597 jüdische Arbeiter, Tel-Awiw 3757, Jaffa 1308, Haifa 1851, Tiberias 365 Arbeiter. Die Zahl der Arbeiterschaft in den Kolonien ist folgende: Petach Tikwah 452, Rischon le Zion 253, Chederah 149, Sichron Jacob 140. Die Gesamtzahl der jüdischen. Arbeiter im Palästina beträgt 16 554. Jerusalem. (Tel. der „Wr. Morgenzeitg.“) Der bekannte jüdische Gelehrte Elieser ben Je hu da ist gestorben. Der Verstorbene ist der Verfasser der berühmten hebräischen philologischen Enzyklopädie „Thesaurus linguae hebraicae“ und zählt zu den ersten Pionieren der Wiederbelebung der hebräischen Sprache in Erez Israel und im Galuth, Am Leichenbegängnis nahm ein offizieller Vertreter der Regierung teil. * Elieser ben Jehuda ist in den 60er Jahren in Rußland geboren und nahm in seiner Jugend bereits in der hebräischen Literatur einen hervorragenden Platz ein. Er zählte zum Kreise P e r e z Sm ölen skis. In den 80er Jahren begab er sich nach Palästina, um seiner Lebensaufgabe, der Wiederbelebung der hebräischen Sprache, zu dienen. Er gehörte zu den ersten in Palästina, die die hebräische Umgangssprache in ihrer Familie eingeführt haben. In Palästina war er als Lehrer, Schriftsteller und Journalist tätig. Unter anderem begründete er die erste hebräische Tageszeitung in Palästina. Sein Lebenswerk bildete die Enzyklopädie der hebräischen Sprache, an der er seit Jahrzehnten arbeitete. Jüdisch-ukrainische Waisen nach Palästina Dank den Bemühungen des Rabbiners Kuk übernahm eine Gruppe jüdischer Kaufleute in Jerusalem die Bestreitung des Unterhaltes für hundert Pogrom-Waisen aus der Ukraine. Einer der Jerusalemer Rabbiner begibt sich demnächst nach der Ukraine, um die hundert Waisenkinder von dort nach Palästina zu begleiten. Der Umfang des jüdischen Besitzes in Palästina Jerusalem. (J. C. B.) Nach einer offiziellen Mitteilung der zionistischen Exekutive in Palästina befinden sich im Lande 775 000 Dunam Kolonisationsland in jüdischen Händen, darunter 180 000 Dunam in Judäa, 170 000 Dunam in Samaria, 335 000 Dunam in Galiläa und 90 000 Du-