Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1922-12-08 · 49 (8.12.1922) · p. Seite 613

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
49 (8.12.1922)
Date
1922-12-08
Page
Seite 613 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9072829-9103027-9147355--05356-9078025
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

612 Dae Jüdische Echo Nr. 49 BERNHARD BAUCH Schäfflerstr. 3/5 Briennerstr. 8 Telephon 21540 Telephon 21541 ELEGANTE PELZE Von nah und fern strömen die Bauern und die Händler herbei. Es geht hoch her.. Es wird getrunken, gewettet und wieder getrunken, und schon am Nachmtitag fangen die Prügeleien an. Ein paar betrunkene Bauern haben sich auf einen alten Bettler gestürzt. Sie ziehen ihn am Bart, und gießen ihm Branntwein über den Kopf. Da kommt Aaron hinzu. „Laßt den Alten los“, schreit er, und nimmt ein paar Bauern beim Kragen. „Verdammter Jude!“ Sofort haben sich die Trunkenen auf ihn gestürzt. Peitschen fahren durch die Luft, und Messer blitzen auf. Mit Mühe gelingt es den Umstehenden. Aaron aus den Händen der wütenden Bauern zu befreien. Er ist arg zugerichtet und hat das Bewußtsein verloren. Er wird verbunden und nach Haus gebracht Es ist Freitag Abend. Langsam kommt Aaron zu sich. Er richtet sich auf und fährt mit der Hand über den schmerzenden Kopf. Was ist das? Wie sieht seine Hand aus? Um blaugefrorene Finger ist ein Verband gewickelt, der von Blut und Eiter starrt. Blutrot flammt das Mal eines Peitschenhiebes auf. Ist das seine Hand? „Allgütiger!“ Ein Leuchten geht über sein Gesicht. „Die Hand, die Deine Kerzen ausgelöscht hat, wird sie wieder entzünden,“ so sagte der Rabbi. Aaron hebt die Hände empor. „Allmächtiger, so hast Du mein Flehen erhört, und meine Reue kam vor Deinen Tron? Allerbarmer. Du nimmst mich wieder auf in die Reihen derer, die Dir dienen, Du lässest wieder den Sabbat in meinem Hause strahlen!“ Er nimmt die Leuchter vom Schrank. Hellauf flammen die Kerzen. Jüdischer Bodenbesitz in Palästina Der jüdische Bodenbesitz in Palästina ist bekanntlich in den beiden letzten Jahren durch große Käufe ländlicher und städtischer Terrains sehr wesentlich vermehrt worden, beträgt aber auch jetzt noch nicht mehr als 3% des gesamten Bodens von Palästina, sodaß seine weitere Vermehrung nach wie vor dringend notwendig ist, wenn wir uns überhaupt wieder einen wesentlichen Anteil am Besitz von Erez Israel sichern wollen. Zur Zeit wäre nun die Gelegenheit zum Ankauf von Grundbesitz in Palästina für den Jüdischen Nationalfonds besonders günstig, da die arabischen Großgrundbesitzer (Effendis) infolge der augenblicklichen Konjunktur Boden zu besonders billigen Preisen anbieten. Die Geldmittel des Jüdischen Nationalfonds sind aber durch die letzten Käufe aufgezehrt, sodaß er nur bei schnell eintreffenden und sehr beträchtlichen Spenden diese Gelegenheit wird ausnützen können. In der ganzen Welt wird infolgedessen zum diesjährigen Chanukkah-Fest eine großzügige Sammlung für den Jüdischen Nationalfonds durchgeführt werden; auch an die hiesigen Juden wird sich der Nationalfonds wenden mit der Aufforderung, daß jeder nach seinen Kräften zu dieser Spende beitrage, am Besten durch Spende des Preises eines bestimmten Bodenstücks. Gemeindenu.Vereins-Echo Zionist Ortsgruppe München. Donnerstag, den 21. Dezember, 8 Uhr abends findet im Bayerischen Hof die Makkabäer-Feier der Zionistischen Ortsgruppe zu Gunsten des Jüdischen Nationalfonds statt. Mitwirkung erster Künstler ist gesichert. — Zur diesjährigen Chanukkahaktion benötigen wir für die Haussammlungen noch dringend freiwillige Helfer, die wir bitten, sich anfangs der Woche, möglichst in den Nachmittagsstunden, im Büro zwecks Verteilung der Listen einzufinden. Chaluzim-FürSorge. Mittwoch, den 29. Nov., passierte eine größere Gruppe Palästinafahrer München. Sie nahmen voll Dankbarkeit für die erwiesene Hilfe den Anschluß nach Triest weiter. Für nachstehende ausgewiesene Spende wird bestens gedankt; Dr. M. J. Gutmann Mk. 3000.—, Schild 1000.—. Bar Kochba München. Wir laden Sie hiermit zu der am 14. Dezember abends 7.30 Uhr im Restaurant „Bauerngirgl“, Residenzstr., stattfindenden ordentlichen General- Versammlung dringend ein. Tagesordnung; 1. Aufnahme des Vereins Fußballring—Furim; 2. Jahresbericht des Vorstandes und der Abteilungsleiter; 3. Stellungnahme zu den polizeilichen Auflagen; 4. Stellungnahme zum Bauvertrag mit dem Turnverein Sendling; 5. Kassenbericht und Bericht der Kassenprüfer; 6. Entlastung; 7. Neuwahl; 8. Beitragserhöhung; 9. Wahl der Delegierten und Stellungnahme zum Turntag in Chemnitz; 10. Verschiedenes. Anträge sind schriftlich bis spätestens 10. Dez. an Masur, Kobellstr., einzureichen. Noch keine G.-V. des Bar Kochba war von so weittragender Bedeutung als obige Versammlung. In dieser Sitzung wird über den Fortbestand des Bar Kochba Grundlegendes zu beschließen sein. Jeder Bar Kochbaner möge sich der Verantwortung bewußt sein, die er durch Fernbleiben auf sich nimmt. Beweisen Sie ein einziges Mal Ihr aktives Interesse, indem Sie obige Punkte mitberaten helfen, um damit dem Bar Kochba die Grundlagen zu neuem Schaffen zu geben. Bei dieser Gelegenheit machen wir darauf aufmerksam, daß unser neuer Turnlehrer, Herr Schindlbeck, eine der allerersten Kräfte auf diesem Gebiet in München, seine Lehrtätigkeit bereits aufgenommen hat. Jeden Montag abends 7.30 Uhr turnt die Altherrenriege in der Schule an der Schellingstraße. Wir bitten dringend, daß sich alle Interessenten auf dem Turnboden einfinden. Für unsere Leichtathletikabteilung stehen wir in aussichtsreicher Unterhandlung mit einem vorzüglichen und bekannten Leichtathleten, zur Zeit Übungsleiter bei einem der größten Vereine.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.