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Das jüdische Echo · 1922-10-20 · 42 (20.10.1922) · p. Seite 527

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
42 (20.10.1922)
Date
1922-10-20
Page
Seite 527 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 42 Das Jüdische Echo 527 SS*RDB“™rH« ELEGANTE PELZE Telephon 21540 Telephon 21541 ten abbrechen, und es gab einen solchen Lärm, -daß sich der Ohrenstuhl die Ohren zuhielt. „Ich werde eine Broschüre in Ihrem Sinne schreiben,“ verhieß der Spiegel großartig. Er war ja gewöhnt, die Physiognomien anderer wiederzugeben. Das Sofakissen weinte direkt vor Rührung. „Verzeihen Sie meine Tränen, aber ich bin so weich,“ sagte es gefühlvoll, denn es nahm jede Gelegenheit wahr, um darauf hinzuweisen, daß es Daunenfüllung hatte. Eine besonders erregte Stimme kam vom Schreibtisch her, wo die Brille lag. Sie behauptete, die ganze Angelegenheit wäre von unübersehbarer Bedeutung — fast eitn kosmisches Ereignis. Die Brille war für sehr kurzsichtige Augen geschliffen. In der ganzen Wohnung schien man Anteil an dem Konflikt zu nehmen, sogar das Wasserklosett schickte einen Sympathiebeweis durch eine gefällige Fliege: ... es wäre außer sich, ließ es sagen, und es wäre durchaus für den Ausschluß des Empirestuhls — aus Reinlichkeitsgründen. Nur der Teppich mahnte zur Versöhnung. Aber auf den hörte man nicht. Er war ja gewöhnt, mit Füßen getreten zu werden. Auch munkelte man, daß er Ausländer sei. So standen die Dinge. Und es ist gar nicht abzusehen, was noch gekommen wäre, wenn nicht den nächsten Tag der Herr Professor gekommen wäre. Der Herr Professor ist ungeheuer gelehrt. Er trägt nicht nur eine Brille — eine große Brille mit gelber Hornfassung —. er trägt sogar noch manchmal einen Kneifer vor der Brille. 1,1TB IIIWI II IITTIliWafgWttfgUIHliWIBMHBWWaMBMW——————K* Diesen Kneifer hatte er sich gerade aufgesetzt, denn die Hausfrau fragte ihn, wie ihm denn ihre schönen, alten Möbel gefallen. Der Professor beäugte sie ganz genau mit seinen sechs Augen Er beklopfte sogar das Holz, und befühlte den Bezug. „Imitiert, alles imitiert“, brummte er schließlich ingrimmig, „kein echtes Möbelstück ist in dem ganzen Zimmer.“ „Imitiert...“ Des Professors Auge zielte noch einmal durch Brille und Kneifer. „Allerdings, Gnädigste, es sind alles Imitationen, die Biedermeiermöbel ebenso sehr, wie der Empirestuhl,“ er lachte bissig, „es scheint sogar, als ob alles aus derselben Fabrik wäre.“-— Im Zimmer herrschte von nun an Frieden. Die Zeitung auf dem Schreibtisch versuchte zwar noch etwas zu hetzen, aber da es die Zeitung von gestern war, so hörte man nicht auf sie. Man bemühte sich im Gegenteil, die fatale Angelegenheit aus der Welt zu schaffen, denn wenn man nur eine Imitation ist, so ist es am besten, nicht so viel von Stilen und Holzunterschieden zu reden. „Wenn man nur ein anständiges Möbel ist,“ erklärte das Sofa verbindlich, „wenn man sich nur frei von Motten bewahrt hat, und fest und ohne zu wackeln auf seinen vier Beinen steht — darauf kommt es an.“ Am versöhnlichsten gestimmt aber war das Sofakissen. Der Professor hatte nämlich auf ihm gesessen, und den Abdruck seines breiten Hinterteils nannte es nun — seine Weltanschauung. B. T. Vw_ h . . sKRELL-UCKO AS HAU SgnkrMBBBflfe W%ra^4rTHEATINERSTR„16 TELEFON 27831 — 32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGMÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN-GARDINEN-DECKEN POBZELLM-NIEDEBLAGI MÜNCHEN THEATINERSTRASSE »j gegenüber der FeldhermhalU SB0S8TB AUSWAHL IN G®BKAUCHSFORZELLAN TÄGLICHE LAGERERGÄNZUNG

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