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Das jüdische Echo · 1922-09-08 · 36 (8.9.1922) · p. Seite 454

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
36 (8.9.1922)
Date
1922-09-08
Page
Seite 454 (sequence 6)
Language
German
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454 Das Jüdische Echo Nr. 36 BERNHARD BAUCH Schäfflerstr. 3 j$ Briennerstr. 8 Telephon 21540 Telephon 21541 ELEGANTE PELZE ziehen. Es ist ungefähr der Aufgabenkreis und das Programm des Keren Hajessod, das ich unterschrieben habe. Daß es neutral sein muß, ist selbstverständlich; daß es neutral sein kann, durchaus denkbar und ausführbar. Wenn gegen einzelne Bestimmungen noch Einwendungen erhoben werden könnten, so erscheint uns doch seine Verfassung die Möglichkeit zu geben, allen Wünschen gerecht zu sein, und alle Bedenken zu überwinden. Die jüdische Einheitsfront wird dadurch über die Grenzen Deutschlands ausgedehnt. Das deutsche Judentum erhält die Möglichkeit, sich einzuordnen in den Aufgabenkreis der jüdischen Gesamtheit. Daß etwa Mittel dadurch verloren gehen, die sonst denn sozialen Hilfswerk, dem Abwehrkampf zur Verfügung ständen, ist kaum anzunehmen. Denn die Not (die unserer Lehrer und kulturellen Institutionen usw.) ist letzten Endes nicht so sehr begründet in einem Manko des jüdischen Beutels als in einem Manko des jüdischen Willens. Der Herd der Krankheit ist nicht im jüdischen Portemonnaie, sondern im jüdischen Herzen zu suchen. Das jüdische Interesse ist erlahmt, der Wille zu jüdischer Arbeit ist ermattet. Dafür der beste Beweis. daß in den Kreisen, wo ein jüdisches Leben noch pulsiert — in dem zionistischen und orthodoxen Lager — alle notwendigem Summen ohne Schwierigkeit herbeigeschafft werden. Diesen Willen neu beleben kann nur eine neue Idee. Sie wird von neuem das Interesse schon entfremdeter Kreise, die Liebe der Jugend der jüdischen Gemeinschaft zuführen und so die Voraussetzung schaffen, auch den anderen Aufgaben gerecht zu werden. Wir konnten hier den Aufgabenkreis der Einheitsfront nur in kurzen Strichen umreißen. Daß sie sicherlich dazu beitragen wird, den politischen Kampf zu entgiften, wird nicht der kleinste Gewinn in dieser Rechnung sein. Schwierigkeiten genug sind noch zu überwinden. Notwendig ist ein fester Wille, ein klarer Blick und politischer Takt. Wenn wir die Einheitsfront wollen, so werden wir sie schaffen, und wir müssen sie wollen, weil bittere Not uns zwingt. Mus der jüdischen Welt Palästina Eine neue große Druckerei in Jerusalem Wie bereits seinerzeit gemeldet, ist in Jerusalem eine große Druckerei' „Hamadfis“ in Bildung begriffen. Nunmehr wird berichtet, daß die Maschinen und vor allem erstklassige Typen bereits aus Europa eingetroffen sind. Für diese Druckerei wird jetzt ein besonderes Gebäude im Zentrum der Stadt gegenüber dem Kino „Zion“ errichtet. Durch die erstklassige Anlage wird diese mit hebräischer und lateinischer Schrift ausgestattete Druckerei einem bisher sich sehr fühlbar machenden Mangel abhelfen und sowohl, was Ausführung als auch Preis betrifft, jede Konkurrenz mit dem Auslande aufnehmen können. (Z.K.) Fortdauernde Einschränkungen der jüdischen Einwanderung Jerusalem. (J.C.B.) Aus den hier veröffentlichten Einwanderungsziffern geht hervor, daß die Immigrationsvorschriften noch immer mit äußerster Schärfe gehandhabt werden. Es scheint vorläufig noch keinerlei Aussicht auf die Wiederherstellung der freien Einwanderung in irgend einem Ausmaße vorhanden zu sein. In der letztem Zeit wurden 125 jüdische Einwanderer, die im Besitze von Visen waren, aber einigen Bedingungen nicht entsprechen konnten, an der Landung verhindert und zur Rückreise gezwungen. Im Juli sind im ganzen 450 Juden nach Palästina eingewandert Die jüdische Einwanderung zeigt also seit Monaten eine absteigende Kurve. Der Waad Leumi bemüht sich dauernd bei der paläsinensischen Regierung um Milderung der Einwanderungsbestimmungen. Beduineneinfall Jerusalem. (J. C. B.) Südlich vom Toten Meer zeigte sich ein großer Trupp beduinischer Reiterei aus Transjordanien, die in die Distrikte von Gasa und Ber-Scheba eingefallen sind. Die neuformierte britische Gendarmerie hat die Verfolgung der Beduinen aufgenommen und wechselte bereits die ersten Schüsse mit ihnen. Blutige Kämpfe unter Arabern in Transjordanien Jerusalem. (J. C. B.) Amtlich wird mitgeteilt: Angehörige der Wahabistämme südlich von Mesopotamien überfielen den Beni Sakhr-Stamm südlich der Stadt Ammon in Transjordanien. Sie fielen in Dörfer ein und töteten 35 Einwohner, darunter Frauen und Kinder. Englische Aeroplane und Panzerautomobile unternahmen auf dlie Wahabi einen Gegenangriff und fügten ihnen große Verluste zu. Die Wahabi zogen sich zurück. Bienenzucht und Gemüsebau in Kiriath Anawim In der letzten Zeit widmen sich die Kolonisten in Kirjath Anawim in besonderem Maße der Bienenzucht und dem Gemüsebau. Sie haben damit großen Erfolg zu verzeichnen und die Araber aus den Nachbardörfern beziehen zum größten Teil ihre Erzeugnisse zu dem Jerusalemer Marktpreise. Tomaten, die bis jetzt auf einem unbearbeiteten und nicht bewässerten Boden gebaut wurden, brachten bereits eine Einnahme von 5 Pfund pro Dunam (920 qm). Nunmehr hat der Jüdische Nationalfonds, dem bekanntlich die ganze Kolonie gehört, eine Quelle erworben, durch die das Tal bewässert werden kann, sodaß die Bedingungen für den Gemüsebau sich für die Zukunft noch erheblich verbessern werden. Ein BücheLgsschenk der französischen Regierung an die Nationalbibliothek in Jerusalem Das französische Auswärtige Amt hat der Nationalbibliothek durch den französischen Generalkonsul in Jerusalem das wertvolle Geschenk von 2 Kisten, welche mehr als 500 Bücher enthalten, Di® ll9ss!i>Haschanah<Ablösunsjen für den Jüdischen hlationalfonds dienen unmittelbar dem Bodenkauf in Eres Israel.

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