Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 34 (25.8.1922)
- Date
- 1922-08-25
- Page
- Seite 434 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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434 Das Jüdische Echo Nr.?4 der vilelen, vielen gemeuchelten Juden, die mit unzerstörbareni Idee auf den Lippen und im Herzen sich ab tun ließen wie Lewine. Wovor kniff das erlauchte Pack aus, das vier Jahre „che Verantwortung getragen“ hatte, nach Holland, nach Schweden? Vor der Kugel und der Handgranate. Wovor trat Walther Rathenau keinen Schritt zurück, auch er, wie jene anderen Juden? Vor der Kugel und der Handgranate. Und er war nicht der letzte Jude, der dem Pack die Stirne zeigte. Er hatte den Mut des Juden, einsam zu sterben und der viehischen Gewalt des ewigen Boche nicht zu achten. Er starb — in guter Verbundenheit. Ein Jude mittleren Formats. Und viel, viel, viel zu schade für diese Nation. Aber er starb ja auch nicht für diese Nation von Zeitungslesern, Stimmvieh, Geschäftemachern, Mördern, Abrückern, Operettenliebhabern und Amtskadavern. Er arbeitete für den metaphysischen Deutschen, für die plastischen und leidenschaftlichen Mächte der Seele und des Landes, die er sah, und die er liebte, und für sie auch starb er. Für die Möglichkeit, auf diesem Boden noch einmal Gesang aufsteigen zu machen wie Bachs, Gestalt wie Grünewalds, Religiosität wie Eckeharts, Politik wie Thomas Münzers, Weltbild wie Leibnizens, Erziehung wie Schillers und Füchtes, Gedicht wie Hölderlins und Claudius, Drama wie Kleists und Büchners, eines Lebens wie Beethovens, Wilhelm Humboldts und Goethes: für die zeugende und erhabene Seelenwanderung des ewigen Deutschen Raum schaffend ging er hin — und dafür zu sterben lohnte wie für: die viele Jugend von Vierzehn biis Achzehn, für all die Kameraden und Scharen von Kameraden, ja dafür zu sterben war gut auch für ihn. Eines von innen her bedrängten Lebens guter Schluß. Glücklich, wer seinen Tod so einfügen kann in seine zentrale Liebe. Ihm ist die Erde leicht und das Herz, gut ausruhend, sollte das unsere nicht noch immer schwer und grimmig schlagen machen. Gute Nacht, Walther Rahtenau... Gemeindenu.Verefns-Kcho Jüdischer Turn- und Sportverein Bar Kochba München. Leichtathletische Wettkämpfe am 3. September 1922, vorm. 9 Uhr und nachm. 3 Uhr auf dem Sportplatz des T.V.M. v. 1860, Grünwalderstr. Teilnahme von München, Frankfurt, Leipzig, Breslau, Teplitz, Linz, Innsbruck, Wien gesichert. Preise: vorm. 10 Mk., Schüler 3 Mk.; nachm.: Tribüne 25 Mk., Vortribüne und Sitzplatz 20 Mk., Stehplatz 15 Mk., Schüler 3 Mk. Begrüßungsabend, 2. September, abends 8 Uhr, Rokokosaal (Sendlingerstr.). Eintrittspreise: 1. Platz 25 Mk., 2. Platz 15 Mk. Festabend, 3. September, abends halb 8 Uhr, Tonhalle. Eintrittspreise: 1. Platz 60 Mk., 2. Platz 40 Mk., 3. Platz 30 Mk. Vorträge für Orgel, Klavier, Auftreten bekanntester Künstler, z. B. Arnold Marlee, Spiiwak (Stadtth. Nürnberg), Ambrunn usw. Rituelles Buffet. — Dauerkarten: 1. Platz 100 Mk., 2. Platz 80. Mk. — Vorverkauf: Gröger, Theresienstr. 70, T. 21245; Orljansky, Neuhauserstr. 29, T. 54561; Ewer-Buchh., Wagmüllerstr. 19, T. 22045. Schachklub „Lasker“. Nächster Spielabend: Montag, 28. August, 8 Uhr abends im Restaurant zum „Weißen Bären“ (Nebenzimmer), Josefspitalstraße 9. Voranzeige: Ab Montag, 4. September, finden unsere Spielabende im Kaffee „Filmhof“, Sonnenstraße, statt. Nürnberg. Am Dienstag, den 1. August, veranstaltete unsere Ortsgruppe anläßlich des Todestages von Theodor Herzl und der Bestätigung des Palästinamandats eine Feier, die auch von Nichtzionisten gut besucht war. In seinem Vortrag: „Von Theodor Herzl bis zum Palästinamandat“ gab Herr Marcel Lew eine eingehende Schilderung der Persönlichkeit Herzls und gab einen Überblick über die politische Entwicklung des Zionismus von Herzl bis zur Bestätigung des Mandates. Nach ihm sprach Herr Dr. Nußbaum über den Eindruck Herzls auf die jüdische Jugend seiner Zeit. Herr Dr. L. Frank beleuehete vom nichtzionistischen Standpunkt aus die Bedeutung des Palästinamandats, das seiner Ansicht nach für jeden Juden ein Ansporn zur Beteiligung am Keren Hajessod sein müsse. Zum Schluß las Herr Dr. Mayer einiges aus den Schriften von Theodor Herzl. Spendenausweis Münchner Spendenausweis Jüd. Nationalfonds: Meta u. Theo1 Harburger grat. Hans Machol zum Dipl. ing. 20.—, 3 Angehörige d. A. Z. V. im B. Z. K. Betharia München 25.—, Saly Philippson für gewonnene Wette 10.—, Kurt Bauchwitz gratul. Elisabeth Mahler und Robert Katz zur Vermählung 20.—, Dr. Günzburg desgl. 20.—, Dr. M. J. Gutmann desgl. 10.—, Willy Straus-Ulm desgl. 30.—, Hans Machol desgl. 10.—, Walter Markowilcz desgl. 20.—, Etienne und Irma Basch desgl. 20.—. Gold. Buch Frau Ester Ri! es er: Uberschuß von Zahlung Edgar Kaufmann an Sidney Rieser 25.—, zum 26. August schließen wir das Goldene Buch 25.—. Albert und Berta Brunner-Garten: Zum 5. Ellul 1 B. 50.—. Büchsen: V. J. St. Jordania 57.15, Walter Markowicz 56.—, Hans Machol 51.80, Kurt Bauchwitz 60.35, Artur Rosenbaum 28.30, E. Schuster 20.—■. Geleert durch Ester Ettinger: N. Herz 36.90, unter Mk. 20.— 25.35. Geleert durch das B. Z. K. B e t h a r i a : J. Lichtenauer 25.—, Gesehw. Cheikowsky 64.—, Emil Kleinhans 31.25, Frau Wolff 25.—, B. Löwenstein 24.65, unter Mk. 20.— 74.75. Wertzeichen : 25.—. Z”™"-" 1 1,11 .^ Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesene freundliche Aufmerksamkeit sagen wir unseren herzlichen Dank. MARKUS BIER und FRAU geb. BUCH L- V Möbelu.‘ ' ~ MttnchnerAusstattungshausfürWohnhedarf Rosenstr.3 Frei zugängliche Ausstellung „Das behagliche Heim“ Kauft bei den Inserenten des „Jüdischen Echo“. 9969546^062629