Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 31 (4.8.1922)
- Date
- 1922-08-04
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 51_4. August 1922_9. Jahrgang An das jüdische Volk! Der erste Zionistenkongreß hat vor 25 Jahren der Zionistischen Organisation Programm und Ziel gegeben: „Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina.“ Am 24. Juli 1922, am 28. Tamus 5682, hat der Rat des Völkerbundes durch einstimmigen Beschluß das Recht des jüdischen Volkes auf Wiedererrichtung seiner nationalen Heimstätte in Palästina anerkannt und die Mandatarsmacht zur Verwirklichung der Balfour-Deklaration verpflichtet. Durch diesen für das jüdische Volk und di Völkergemeinschaft gleich bedeutsamen völkerrechtlichem Akt ist das im Baseler Programm formulierte politische Ziel — die öffentlich-rechtliche Sicherung der Heimstätte — zur Erfüllung gebracht. Nim mehr ist dem jüdischen Volk in seiner Gesamtheit die gewaltige und erhabene Aufgabe gestellt, die Schaffung der jüdischen nationalen Heimstätte aus eigener Kraft durchzuführen, zum eigenen Wohl, aber auch zum Segen des Landes und zur Wohlfahrt seiner nichtjüdischen Einwohner und zur Bereicherung der ganzen Menschheit. Als jüdische Vertretung, als Jewish Agency, die die Kräfte des jüdischen Volkes für diese Aufgabe sammeln und nutzbar machen soll, ist die Zionistische Organisation anerkannt. Artikel 4 des Mandates lautet: „Eine angemessene jüdische Vertretung („Jewish Agency“) soll als eine öffentliche Körperschaft anerkannt werden für die Aufgabe, der Verwaltung Palästinas in solchen wirtschaftlichen, sozialen und anderen Angelegenheiten Rat und Mitarbeit zu gewähren, die die Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte und dile Interessen der jüdischen Bevölkerung in Palästina betreffen und immer, vorbehaltlich der Kontrolle durch die Verwaltung, bei der Entwicklung des Landes zu helfen und teilzunehmen. Die Zionistische Organisation soll, solange ihre Organisation und Verfassung nach der Meinung des Mandatars angemessen sind, als solche Vertretung anerkannt werden. Sie soll, im Einvernehmen mit Seiner Britischen Majestät Regierung, Schritte unternehmen, um die Mitarbeit aller Juden zu sichern, die gewillt sind1, bei der Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte zu helfen.“ Juden! Eine große und verantwortungsvolle Aufgabe ist uns gesetzt. In dieser Stunde ergeht an euch alle der Ruf, euch der Zionistischen Organisation anzuschließen, die von dem ernsten Wunsch beseelt ist, alle jüdischen Kräfte zur Verwirklichung des Aufbauwerkes in Erz Jsrael zu sammeln. Dieses große Werk muß von der Mitarbeit der gesamten Judenheit getragen werden. Zionisten! An euch ergeht der Ruf, die 4 Wochen, die uns von der Jahreskonferenz trennen, zur höchsten Anspannung aller Kräfte zu nützen. Tat und Opfer sollen zeigen, daß der große Moment der Mandatarerteilung die Zionisten gerüstet fand. Die Zionistische Jahreskonferenz, die am 25. Jahrestag des ersten Zionistenkongresses Zusammentritt, wird dem Willen der Zionistischen Organisation Ausdruck geben, alle lebendigen jüdischen Kräfte für das große gemeinsame Werk des Gesamtjudentums zu vereinen. Sammelt alle eure Kräfte, werbet neue Anhänger der zionistischen Sache, gebet eurer Leitung die Mittel zur Aufrechterhaltung und zum Ausbau der Zionistischen Organisation und führet in euren Reihen und in allen jüdischen Kreisen die Mandatsaktion durch, zu der das Gesamtjudentum aufgerufen wird, damit der Aufbau der jüdischen nationalen Heimstätte mächtig vorwärts schreitet. Zionisten! Wilr bauen auf eurem Enthusiasmus, auf euer Pflichtgefühl, auf euer organisatorisches und politisches Verständnis, auf den Ernst eurer Arbeit und die Raschheit eures Handelns. Juden! An die Arbeit zum Opfer, zur Tat! Für die Exekutive der Zionistischen Organisation : Chaim Weitzmann. Nahum Sokolow. Präsident der Zionistischen Exekutive Vorsitzender der Zionistischen Organisation