Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 30 (28.7.1922)
- Date
- 1922-07-28
- Page
- Seite 386 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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386 Das Jüdische Echo Nr. 30 kann Palästina niemals wieder aufgerichtet werden“, heißt es in dien Depeschen. Die Haltung Italiens Rom. (J.C.B.) In der Haltung Italiens zum Palästina-Mandat scheint sich eiln Umschwung zugunsten der Ratifizierung des Mandats vollzogen zu haben. Das Organ des Ministeriums Facta, „Tribuna“, sowie die demokratische „Aziione“ und der radikale „Secolo“ unterstützen energisch die unverzügliche Ratifizierung des Mandats, während die katholische Presse zu dieser Frage überhaupt keine Stellung mehr nimmt und sich bloß auf die Wiedergabe der Meldungen aus London beschränkt. Der italienische Vertreter im Völkerbundsrate Imiperiali erhielt vom seiner Regierung die Vollmacht, nach den Verhältnissen zu handeln. Sokolow bei Poincaie Paris. (J. C. B.) Der Präsident der zionistischen Exekutive Sokolow hatte nach seiner Rückkehr aus Amerika eine längere Unterredung mit dem französischen Premier Poinearö über eine Reihe wichtiger, mit der Bestätigung des Palästina- Mandats zusammenhängender Fragen. Wie wir erfahren, war das Ergebnis der Unterredung höchst befriedigend. Poincare versicherte Herrn Sokolow, daß Frankreich die zionistischen Bestrebungen voll und ganz befürworte. Paris. (Wolff.) Nach einer Meldung der „Chicago Tribüne“ aus Washington hat das Staatsdepartement gestern offiziell die Erklärung Balfours im Völkerbundsrat bestätigt daß zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten ein Vertrag über gewisse Mandate zustande gekommen sei. Palästina Der „Generalstreik“ Jerusalem. (J. C. B.) Der zum Proteste gegen das Palästina-Mandat angekündigte arabische Streik hat heute im ganzen Lande begonnen. Bisher ist die Ruhe im Lande nirgends gestört worden. Die arabischen Arbeiter in den Jüdischen Kolonien haben ihre Arbeiterstätten nicht verlassen, sie haben sich vorläufig dem Streike nicht angeschlossen und setzen ihre Arbeit fort. Jerusalem. (J. C. B.) Auch der zweite Streiktag ist in Ruhe verlaufen. Die Behörden haben jede Ansammlung von mehr als fünf Personen auf der Straße verboten. Die arabischen Notabein bemühten sich um die Abwendung von Unruhen. Die Araber fordern itn ihrer Resolution die volle Unabhängigkeit Palästinas. Demission Arif Pascha el Dajanis. des Führers der antizionistischen Araber Jerusalem. (J. C. B.) Der Präsident des muselmanisch-christlichen Kongresses Arif Pascha el Daianii hat seine Demission' gegeben, die auch angenommen wurde. Die arabische Presse verschwieg die von Aref Pascha angeführten Gründe seiner Demission. Der „Doar Hajom“ erfährt aus bester Quelle, daß Arif Pascha sich bei der Begründung seines Rücktrittentschlusses ziemlich scharf gegen die neuen unversöhnlichen Resolutionen der arabischen Exekutive wider das Palästina-Mandat gewendet haben, da er sie für unvernünftig betrachte. Arif Pascha gab nach Durchführung der Debatte über die Resolutionen neuerdings folgende Erklärung ab: „Da Sie darauf bestehen, das gegenwärtige System, welches zu Unruhen führen wird, fortzusetzen, muß ich von meiner Stelle zurücktreten.“ Unter diesen Resolutionen befindet sich die Entsendung eitner christlichen Abordnung zum Vatikan und einer muselmanischen nach dem Hedschas, deren einziges Ziel die Fortsetzung des Kampfes gegen die Balfour- Deklaration und gegen das jüdische Nationalheim ist Ferner verwahrte sich die arabische Exekutive auf telegraphischem Wege bei der Londoner Regierung gegen die Erteilung einer Einreisebewilligung an Wladimir Jabotinsky nach Palästina, da seine Anwesenheit gefährlich ist und deT Anlaß zu neuen Unruhen sein kann. literarisches Echo Elieser Schindler: „Fyn sstep yn jischew“ (Von der Steppe und Wohnort). Gedichte in jiddischer Sprache. 72 S. Mk.20.—. Ewer-Buchhandlung, Wagmüllerstr. 19.) Der Verfasser hat seihen unfreiwilligen Aufenthalt in Rußland in den Krilegsjahren! literarisch ausgenützt und das vorliegende Büchlein bietet uns einen Teil seiner Arbeitern Die Gedichte, welche uns hier vorliegen, zeigen uns Blick und Gefühl des Verfassers für seine Erlebnisse; auch Ereignisse des Tages werden von seiner Feder poetisch erfaßt. Wir möchten allen denen, welche Verständnis für „Jiddisch“ haben, dies Werkchen angelegentlichst empfehlen. F. Gemeinden-u. Vereins-Echo Der Gesamtausschuß der Ostjuden übermittelte dem polnischen Konsulat in München zum Ableben des Generalkonsuls Ludwig Wlodek seine Teilnahme. Jüdische Arbeitsgemeinschaft. Nächster Abend 30. Juli 1922, Sonntag präzis 8 Uhr abends, Peterhof, Marienplatz. Chaluzim-FürSorgeStelle München. Am Donnerstag, den 20. ds. Mts., kam wieder eine kleine Gruppe Palästinawanderer hier an, die vor der Weiterfahrt verpflegt, beraten und beim Erledigen der Gepäck- und sonstigen Formalitäten unterstützt wurden. Den freiwilligen Helfern und den Spendern nachstehend ausgewiesener Beträge sei hiermit bestens gedankt. Ernst Feuchtwanger 100.—, Dr. M. Gutmann 200.—, Frau Bodenheimer 500.—. Spendenausweis Münchener Spendenausweis Münchener Ölbaum-Ha in: Frau Dr. Saphier aus Dankbarkeit auf den Namen von Hrn. Dr. Elias Straus 2 B. 100.—. Gold. Buch: Sarah Reich s. A., München : Eintragung ins goldene Buch 2000.—. Margarete Goldstern: Norbert u.Walter Goldstern auf den Namen von Margarete Goldstern 2000.—. Hermann Rosenthal: Der Blau-Weiß München auf den Namen von Hermann Rosenthal 300.—. Ester R i e s e r : Kathryn Rieser, Dr. M. Gutmann danken herzlich für Glückwünsche zu ihrer Verlobung 100.—. Blau-Weiß München: M. H. für Wiedergefundenes 25.—, die Mädchen des Blau-Weiß gratulieren ihrer lieben Friedei Krell zur Verlobg. 50.—, Henny und Jakob Reich desgleichen 10.—, Dr. Elias Straus desgleichen 10.—, zur Hochzeit Elisabeth Mahler-Dr. Robert Katz gratulieren herzlich: Dr. Elias Straus 20.—, Jakob Reich 10.—, Theo Harburger 20.—. Wertzeichenerlös: 5.—. Gesamtausschuß der Ostjuden: Frau Bodenheimer Spende 500.—, bei Verlobung Willner-Berger gesammelt durch Herrn Gostinsky 700.—, Eva H. freut sich über das einjährige Bestehen der jüdischen Arbeitsgemeinschaft 10.—. Bar Kochba München: Oskar Orljansky 100.—.