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Das jüdische Echo · 1922-04-28 · 17 (28.4.1922) · p. Seite 222

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
17 (28.4.1922)
Date
1922-04-28
Page
Seite 222 (sequence 10)
Language
German
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222 Das Jüdische Echo Nr. 17 Priestern schöpft eine Schale Blut vom Schlachttier und reicht sie dem nächsten, dieser reicht sie weiter und so fort bis an den Altar. Der letzte aber am Altar reicht die Schale leer zurück, der nächste reicht sie weiter und so fort, bis jeder Priester eine volle Schale bekommen und eine leere Schale zurückgegeben hat. Das geht ohne jede Unterbrechung und Aufenthalt, denn sie sind in dieser Verrichtung flink und gewandt, sodaß die Schalen hin- und herlaufen wie Pfeile vom Bogen eines Kriegers. Sie haben sich ja schon dreißig Tage vorher in dieser Arbeit eingeübt und genau darauf geachtet, wo etwa eine schwache Stelle wäre. Dort stehen auch zwei hohe Säulen, auf denen zwei Priester mit silbernen Trompeten postiert sind. Sie blasen zu Beginn der Opferhandlung, um den Priestern auf der Kanzel ein Zeichen zu geben, daß sie den Lobgesang anstimmen mit klangvollen und dankerfüllten Tönen, mit allen Musikinstrumenten; an diesem Tage werden alle Instrumente verwendet. Auch der Opferer fällt in den Lobgesang ein. Ist das Opfer aber noch nicht beendigt, so wird der Lobgesang nochmals an gestimmt. Nach dem Schlachten geht man hinaus in die Hallen; dort sind die Wände ringsum mit eisernen Haken und Zinken versehen, an denen man das Opfertier aufhängt, um es abzuhäuten. Auch viele Stäbe gibt es dort; denn falls kein Haken frei ist, nimmt man zum Abhäuten einen Stab. Sodann gibt man ab, was für den Altar gebührt, und geht leichten und fröhlichen Mutes fort, wie ein Sieger im Kampf. Denn das Peßachopfer nicht zur rechten Zeit dargebracht zu haben, gilt als ewige Schande. Die Priester tragen während dieser Diensthandlung rote Gewänder, damit man das Blut nicht sieht, das auf sie spritzt. Das Kleid ist kurz und reicht nur bis zu den Knien, sie sind auch barfuß und ihre Ärmel reichen nur bis zum Oberarm, alles, damit sie während der Verrichtung nicht behindert sind. Auf dem Haupte tragen sie eine hutartige Mütze, um die drei Ellen Tuch wie ein Turban gewunden sind. Der Hohepriester aber hat, wie man mir gesagt hat, einen vierzigfach gewundenen weißen Turban. Die Öfen in denen das Opfer gebraten wird, sind nahe dem Eingang; man erklärte mir, dies diene dazu, den Glauben und die Freude an dem Feste recht öffentlich und allgemein zu machen. Wenn es gebraten ist, essen sie es mit Singen und Jubeln; noch aus der Ferne hört man ihre jauchzenden Stimmen. Und in den Pessachnächten werden wegen der vielen Fremden an keinem Tore von Jerusalem die Türen geschlossen; die Juden sagen, zu Pessach seien doppelt so viel Menschen da, als aus Ägypten zogen. Pessach und Römerzeit in Jerusalem und der Seder des Unwissenden sind dem ausgezeichneten Pessach-Buche „Chad Gadja“ entnommen, das wir unseren Lesern wiederholt angelegentlichst empfehlen. Vorrätig in der Ewer-Buchhandlung. Wagmüllerstraße 19. Gemeindenu. Vereins-Echo» Bar Kochba München. Wir fordern heute nochmals alle unsere aktiven Mitglieder auf, zum großen Staffellauf Grünwald—München, so gut es jedem Einzelnen möglich ist, mitzuarbeiten, das heißt; die angesetzten Trainings Zeiten so oft zu besuchen, wie nur möglich. Nur durch Anstrengung aller unserer Kräfte können wir heuer ehrenvoll in der A-Klasse abschneiden und ist hiezu jeder Aktive moralisch verpflichtet. Wir hoffen, daß ein großer Teil unserer Mitglieder aus seiner Interesselosigkeit herausgeht und diese Aufforderung nicht wieder ungeachtet beiseite legt. Wir geben hiemit nochmals dile Trainingszeiten bekannt; Dienstag, Mittwoch und Donnerstag jeweils abends ab 6 Uhr und Sonntag vormittags ab 9.30 Uhr. Neuanmeldungen und Auskunft bei Josef Orljansky, Sportwart, Neuhauserstr. 29 (Tel.54561). Das Turnen für „Alte Herren“ beginnt wieder Montag, den 1. Mai, für Damen und Mädchen am Donnerstag, den 4. Mai. Sonntag vorm, bei gutem Wetter Faustballtraining für Damen halb 10 Uhr in Sendling. Die Vo'r.Standschaft. Die zionistische Ortsgruppe Stuttgart veranstaltete anläßlich des Purimfestes zu Gunsten des Palästina-Aufbau-Fonds einen literarisch-musikalischen Abend, der einen erfreulichem Besuch aufwies. Von den Mitwirkenden seien besonders genannt: Frau Direktor Goetz-Lorma und Herr Aschil vom Stuttgarter Landestheater, Frl. Wilszinsky, Becker Katz, Weinschel, sowie Herr Pariser. Herr Dr. Buetow, der die Festrede hielt, leitete den Abend in mustergültiger Weise. Der Reinertrag der Veranstaltung von mehreren tausend Mark wurde dem Palästina-Aufbau-Fonds zugeführt. J.P. Jüd. Arbeitsgemeinschaft. Nächste Zusammenkunft am Sonntag, 30. April 1922, 8 Uhr abends Peterhof am Marienplatz. Spendenausweis Gesamtausschuß der Ostjuden. Spenden und Gratulationen, die für den Gesamtausschuß ausgewiesen werden sollen, bitten wir wöchentlich bis spätestens Dienstag nachmittag im Büro, Reichenbachstraße 27, schriftlich oder telephonisch abzugeben. (Tel. 28080.) Beim Benschen Brismilah Teitel 500.—, Wadler- Spende 50.—, Laz. Bernstein zum Andenken an seinen sei. Vater 10.—, Paula Bernstein zum Andenken an ihre sei. Mutter 10.—, David Horn dankt Herrn Gegenherz 10.—, Leo Satonower desgleichen 10.—, Farn. D. Horn gratul. zur Hochzeit Gittler-Davidsohn 10.— und zur Hochzeit Barber- Kurzmantel 10.—, Farn. H. Strumpf grat. zur Hochzeit Gittler-Davidsohn 10.— und zur Hochzeit Barber-Kurzmantel 10.—, bei Verlobung Glücklich-Barber gesammelt durch Herrn Laub 500.—, Leopold Ir am und Frau grat. zur Hochzeit Barber- Kurzmantel 20.—, Farn. Kraus grat. zur Hochzeit Gittler-Davidsohn 10.—. Nationalfonds: Farn. Laub grat. herzl. zur Vermähl. Kurzmantel-Barber 10.—, M- Glücklich und Frau grat. zur Vermählung Kurzmantel- Barber und Gittler-Davidsohn 20.—, Jakob Reich und Frau grat. herzlich zur Vermählung Barber- Kurzmantel 20.—, N. N. Spende durch Satonower 50.—.

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