Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 17 (28.4.1922)
- Date
- 1922-04-28
- Page
- Seite 216 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/9072829-9103027-9145533--04937-9077605- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
216 Das Jüdische Echo Nr. 17 eher als Ehrenpräsident des englischen Keren- Hajessod-Komitees figuriert, in Deutschland beteiligt sich an der Arbeit der Direktor der deutschen Bank Oskar Wassermann, der Präsident des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Dr. Apfel, Geheimrat Dr. Josef Stern, Präsident des jüdischen Gemeindebundes in Deutschland, Geheimrat Timendorfer, Präsident der B’nei-B’rith und viele andere; auch in anderen Ländern stehen prominente nichtzionistische Persönlichkeiten an der Spitze der Keren-Hajessod-Arbeit. In dem abgelaufenen ersten Jahre des Keren Hajessod sind zahlreiche Anstrengungen gemacht worden, aber es ist unbedingt nötig, daß die Intensität und das Tempo der Arbeit überall gesteigert werde und daß sie planmäßig nach einem bestimmten System getan werde. Der Keren Hajessod darf kein bloßer Sammelapparat sein, der von der Hand in den Mund lebt Seine Maschine muß in regulären Gang gebracht werden und ohne alle Stockungen funktionieren, und nur in diesem Falle werden sich die Eingänge in dem Maße steigern, wie es der hohe Zweck dieser Institution absolut erforderlich macht. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß im abgelaufenen Jahre, ungeachtet der Schwierigkeit der Situation, in welcher sich weite Teile des jüdischen Volkes befinden, viel mehr hätte geleistet werden können, als tatsächlich geschehen ist. Die bisher gesammelte Summe ist nur ein Anfang im Verhältnis zu jener, welche tatsächlich hätte aufgebracht werden müssen. Dieses erste Jahr kann nur als ein Probejahr betrachtet werden, als ein Versuch, ob der eingeschlagene Weg richtig ist und einen Erfolg verspricht. In diesem Sinne kann man sagen, daß der Versuch geglückt ist. Die bisherige Arbeit hat erwiesen, daß der Weg, den der Keren Hajessod eingeschlagen hat, durchaus gangbar ist und alle Erfolge verspricht. Dies jedoch nur unter der Voraussetzung, daß tatsächlich alle jüdischen und zunächst alle zionistb sehen Energien angespannt werden, um das jüdische Volk zur Größe seiner Aufgabe zu erziehen und ihm das Bewußtsein einzupflanzen, daß die Zeit gekommen ist, da das gesamte lebens- und zukunftswillige Judentum Zusammenwirken muß, um mit eigener Kraft und aus eigenen Opfern die ihm feierlich zugesagten Rechte auf seine Volksheimat zu verwirklichen und das Land wieder aufzubauen, in welchem vor Jahrtausenden der jüdische Genius seine Schwingen entfaltete. Schon zeigt sich dank jüdischer Arbeit und Opferwilligkeit der Anfang eines neuen Aufschwungs in Erez Israel. Unternehmungsgeist und Initiative beginnt sich wieder auf dem so lange vernachlässigten ' - "-—-- * gegenüber der alten Jlkcdemie Boden zu betätigten, neue Lebensformen sind im Entstehen und der ewige jüdische Idealismus findet hier den natürlichen Weg für seine Betätigung. Der Keren Hajessod tritt nunmehr in sein zweites Lebensjahr. Er wendet sich an das ganze jüdische Volk, weil der Aufbau des jüdischen Landes Volks- und nicht Parteisache ist, zunächst aber an die Zionisten, denen auch auf dem Gebiiet persönlicher materieller Opferwilligkeit die Pionierrolle zufällt. Es gilt alle Energien anzuspannen und eine Höchstleistung zu vollbringen, die würdig ist des Ewigkeiitswerkes, dessen Grundlagen nunmehr gelegt werden. (Wr. Mgzt.) Keren Hajessod Keren Hajessod-Kampagne in London Die Leitung des englischen Keren Hajessod bereitet gegenwärtig eine große Kampagne in London vor. Zahlreiche Distriktskomitees, die neuerdings gegründet wurden, konnten bereits Konferenzen abhalten, an denen sich mit besonderem Eifer die Rabbiner beteiligten. Mitte März sind die Vertreter der 25 Synagogen des Londoner Ostens zusammengetreten, um über die Art ihrer Mitarbeit zu beraten. Die Versammlung beschloß einstimmig, während der bevorstehenden Feiertage in allen Gotteshäusern für den Keren Hajessod zu wirken. In den letzten Wochen wurden in der britischen Hauptstadt mehrere große Konzerte für palästinensische Einwanderer und Kinder veranstaltet. Eines dieser Konzerte hat im Alhambra-Theater unter dem Protektorat der angesehensten christlichen und jüdischen|Persönlichkeiten stattgefunden. Zu den Protektoren gehörten u. a. Lloyd George, Viscount Curzon, Churchill, Sir Alfred Mond, Lord Robert Cecil, Lord Riddell und Lord Weerdale. Veranstalterin war die Internationale zionistische Frauenorganisation. (Ziko) Das Beispiel einer amerikanischen Stadt Als die europäische Keren Hajessod-Delegation nach Amerika kam, wurde bekanntlich vor Beginn der Arbeit ein ausführlicher Propagandaplan entworfen und jeder amerikanischen Stadt eine bestimmte Keren Hajessod-Aufgabe zugedacht. So sollte die Stadt P o r 11 a n d im Staate Oregon 25 000 Dollar aufbringen. Anfang März besuchten denn auch Nahum S o k o 1 o w , Professor Otto W a r b u r g und Colonel Patterson die Stadt, um persönlich an die Juden zu appellieren. Die gute Sache, für die diese hervorragenden Männer sprachen, beeinflußte die jüdischen Parteien von Portland so stark, daß sie sich eiligst Zusammenschlüssen und bereits inzwei Tagen den geforderten Betrag aufbrachten. Dieses Ergebnis hat die Gemeinde jedoch nicht zur Einstellung ihrer Bemühungen veranlaßt; sie ist vielmehr entschlossen, ihre Tätigkeit für den Keren Hajessod energisch fortzusetzen und noch einmal 25 000 Dollar aufzubringen! Die Juden von Portland wollen auf diese Weise anderen jüdischen Städten ein Beispiel vorbildlicher Palästina-Arbeit geben. (Ziko) Eine Firmenzeichnung in Antwerpen Unter den neuesten Keren Hajessod-Eingängen in Belgien befindet sich eine Zeichnung der angesehenen Antwerpener Firma Charles u. Paul Tolkowsky von 100 000 Francs, (Ziko) Eröffnung der neuen Keren Hajessod-Kampagne in New York New York. (J.C.B.-Telegramm.) Die neue große Kampagne der Juden New Yorks für den Keren